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03. Oktober 2007

Kochen überm Feuer mit den Pfadfindern im Park des Schloss Bellevue

Zwei Dreibeine, verbunden mit einer etwa 3 Meter langen aus gespaltenen Kiefernstämmen bestehenden Arbeitsfläche bildeten eine nach Abenteuer & Wildnis riechende Kulisse direkt am Schlossteich mitten im Park von Schloss Bellevue.

Eine angeschlossene Feuerstelle - platziert auf Balken und Backsteinen - machte diese „Feldküche“ zu einer Erlebniswelt nicht nur für Pfadfinder, sondern auch für Menschen die gern mit Mutter Natur im Einklang leben. Leider sieht die Realität des Pfadfinders heutzutage nicht mehr ganz so aus.

Schnell werden vorgefertigte Speisen, in kurzer Zeit zubereitet und als abenteuerliche Mahlzeit zu sich genommen. Damit sich dieser Zustand ändert, habe ich anlässlich des 100. Geburtstages der Pfadfinder die Jugendlichen mit zwei einfachen Rezepten ermuntert und versucht, eine Motivation herzustellen, die vor gesunder Kost keinen Halt macht.

So bereiteten wir in Blechgeschirr über brennender Buche saftiges Rindergulasch mit Kirschsaft und Holunderbeeren, sowie Graupensalat mit Tomatenrosinen und marinierten Wiesenkräutern. Einfach, natürlich und gesund sollten diese Rezepte sein.

Tomatenrosinen ???

Was ist das und wie stelle ich diese in der freien Natur her ???

 „kleine Rispentomaten blanchieren, enthäuten und auf einem Stein in der Sonne trocknen bis kleine Rosinen entstehen“ Mit solchen Tipps waren die Jugendlichen zu begeistern, vor allen Dingen das süßlich-fruchtige Aroma des Rindergulasch machte die jungen Pfadfinder neugierig. Das Graupen nichts Widerliches, sondern vielmehr geschliffene und polierte Gerstenkörner sind und eine heimische Alternative zu Reis bedeuten, beeindruckte die Pfadfinder um so mehr.

 Nachdem Giersch, Melde, Vogelmiere, Pimpinelle & Co verkostet wurden waren sich alle einig, dass mit einer gewissen Warenkunde aromatisch-würzige Kräuter auf jeder Wiese zu finden sind und somit die Grundlage für interessante Salatmischungen sein können. Und nun auch für alle nicht Pfadfinder, die beiden einfachen, aber leckeren Rezepte. Sollten Sie keine Feuerstelle finden, so können Sie die Speisen auch getrost zuhause auf dem heimischen Herd nachkochen.

 Rindergulasch mit Kirschsaft und Holunderbeeren

 _Zutaten

 3 EL Rapsöl

750g Rindergulasch ( z.B. aus dem Bug )

2 Stk. Schalotten

1 Stk. große Karotte

1 L Kirschsaft

1 L dunkle Fleischbrühe

1 EL Tomatenmark

2 Msp. gemahlenen Kümmel Salz, gemahlenen Pfeffer

 5 Zw.

frischen Thymian

1 Stk. Zitrone

2 Dolden Holunderbeeren

_Zubereitung

-Rindergulasch von Sehnen und Talk befreien in 2 x 2 cm große Würfel schneiden

- Rindfleisch in der Hälfte des Kirschsaftes mit Thymian ( 3 Zweige ) ca. 6 Stunden einlegen

- Karotte schälen und in kleine Würfel schneiden

- Schalotte von der Schale befreien und in kleine Würfel schneiden

- Rapsöl in einem Bräter erhitzen

- Rindfleisch abtropfen und in heißem Rapsöl anbraten, die Schalottenwürfel zugeben und kurz mitschwitzen lassen

- Tomatenmark zugeben und leicht rösten lassen

- mit Salz, Kümmel und Pfeffer würzen

- mit restlichen und aufgefangenem Kirschsaft ablöschen und einkochen lassen

- mit dunkler Fleischbrühe auffüllen und bei geschlossenem Deckel etwa 1 Stunde garen

- Karottenwürfel zufügen

- Zitronenschale mit einer feinen Reibe raspeln und zugeben und bei geöffneten Deckel nochmals ½ Stunde leicht kochen

- kurz vor dem Anrichten die Holunderbeeren und den gezupften Thymian beigeben

- sollte das Gulasch eine noch nicht wünschenswerte Konsistenz aufweisen, so binden Sie dieses mit etwas Mehlbutter

Heute abend gibt’s dann den Graupensalat, und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Nachkochen.

 Kulinarische Grüße

 Jan-Göran Barth

www.jan-goeran-barth.de

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