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31. Oktober 2010

Kochshows polieren Image der Köche auf

Die vielen TV-Kochshows haben das Berufsbild aufpoliert, aber auch falsche Vorstellungen geweckt

«Sie sorgen für Interesse, vermitteln einen Eindruck, welchen Aufwand gutes Essen erfordert, aber sie produzieren teilweise auch ein falsches Bild», sagte der Vizepräsident des Verbandes der Köche, Andreas Rohde.

Koch gehört zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland, den jährlich etwa 15 000 junge Leute wählen. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die die dreijährige Lehre abbrechen, mit etwa 40 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Das liege jedoch nicht nur an einem möglicherweise falschen Berufsbild, das das Fernsehen vermittelt, sagte Rohde. «Das Hauptproblem sind die Arbeitszeiten: Abends, an Wochenenden und Feiertagen, das ist für Partnerschaften und Familien schwierig.» Erst während der Ausbildung würde das manchen Jugendlichen bewusst. Einige würden dann auch in andere Gastronomieberufe wechseln.

Nach Angaben von Rohde genießt die deutsche Kochausbildung international einen guten Ruf und bietet Karrierechancen. «In vielen Top-Hotels weltweit arbeiten Köche und Küchenchefs aus Deutschland und die Nationalmannschaft gehört zur Weltspitze.» Für die Nachwuchsarbeit würde viel getan.

Dazu gehören Wettbewerbe, an denen sich schon Schülerteams beteiligen können. Erfurt hat sich für den Verband zum Trainings- und Wettkampfzentrum entwickelt, seitdem in der Thüringer Landeshauptstadt alle vier Jahre die Internationale Kocholympiade veranstaltet wird.

«Man muss den Beruf sehr lieben, um auch international erfolgreich zu werden», äußerte Rohde, der aus Brandenburg stammt und in Lindow kocht. Er ist innerhalb des Verbandes für die Nachwuchsarbeit zuständig. In diesem Jahr sind nach seinen Angaben bundesweit eine ganze Reihe an Koch-Lehrstellen unbesetzt geblieben.

Hauptgrund sei die demografische Entwicklung, die auch das Gastgewerbe treffe. Zudem wurden während des Koch-Booms, «der derzeit etwas abebbt», nach seiner Einschätzung zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. «Jetzt haben wir wieder Normalmaß.» (Simone Rothe, dpa)