03. April 2016

Kolumne Knigge-Alarm Geschenke

Knigge-Alarm Geschenke, Foto © Fotolia / Africa-Studio

Babette Gott über die Formen des Umgangs mit Geschenken und Mitbringseln.

Wenn Sie diese Rubrik regelmäßig lesen, dann wissen Sie natürlich wie und wann man Blumen "richtig" verschenkt. Aber wie sieht es mit Alternativen zum Strauß aus? Als Mann schenken Sie einem männlichen Gastgeber wahrscheinlich selten Blumen; das ist in den meisten Fällen unüblich. Und auch für die Gastgeberin kann ein anderes Mitbringsel angemessen sein, wenn man davon ausgehen kann, dass sie zu dem Anlass schon mehr als genug Blumen bekommen wird oder sich nichts daraus macht.

Was ist empfehlenswert, wenn man den Gastgeber nicht gut genug kennt oder einfach keine Idee für ein sehr individuelles Geschenk hat? Am besten eignen sich in diesem Fall Dinge, die verbraucht werden, wie zum Beispiel ein guter Wein, ein hochwertiges Olivenöl, feiner Balsamico, Pralinen oder auch ein besonderes Salz.

Diese Geschenke werden so verpackt, dass sie sichtbar sind oder kommen in eine Geschenktüte, aus der sie problemlos entnommen werden können. Die nackte Weinflasche zu überreichen, ist ebenso ein Fauxpas wie die in Geschenkpapier mit Tesa und Bändchen verpackten Pralinen.

Es reicht eine kleine Schleife mit Blume, Zweig oder Anhänger am Flaschenhals oder eine Verpackung in Klarsichtfolie. So wird der Eindruck vermieden, man habe etwas ganz lieblos und auf die Schnelle eben noch beim Discounter oder an der Tankstelle gekauft. Eine Ausnahme bilden hier jene Geschenkkartons von Pralinen oder Alkoholika, die sehr aufwändig und dekorativ gestaltet sind und deshalb keines weiteren Schmuckes bedürfen.

Der Gastgeber nimmt das Geschenk entgegen, ohne Folie oder Schmuck zu entfernen, lediglich die Geschenktüte wird ausgepackt. Einen geschenkten Wein nicht sofort öffnen, es ist ja bereits ein zu den Speisen korrespondierender und perfekt temperierter Wein vorbereitet. Auch die anderen Gourmetartikel sollten möglichst nicht am gleichen Abend angebrochen werden, es könnte den Eindruck von schlechter Vorbereitung machen.

Am Schluss noch ein kleiner Hinweis, was man auf gar keinen Fall als neutrales Geschenk für den nicht nahestehenden Gastgeber mitbringen sollte: Dekorationsartikel jeglicher Art, egal ob Porzellanhasen, Windspiele oder Mobilés. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und möglicher Weise will man ja noch ein weiteres Mal eingeladen werden ...

Knigge-Alarm Blumenstrauß

Babette Gott, Dipl. Betriebswirtin
Trainerin für Business-Etikette (IHK)
Vorstandsmitglied der
Deutschen Knigge-Gesellschaft
www.kniggealarm.de