Konsulat Berlin Neues Kapitel

Fast ein halbes Jahrhundert lang war die Leibniz-Klause eine Institution in Charlottenburg. Nach dem Abschied der Eckkneipe im Jahr 2023 kehrt nun neues Leben in die altbekannten vier Wände ein.

Vinotharan Inparajah – der neue Betreiber – hat dem Ort nicht nur einen verkürzten Namen, sondern auch eine neue Seele gegeben. Konsulat – ohne „Le“ – signalisiert den Wandel: Frankreich hat man Adieu gesagt, stattdessen besinnt sich das Restaurant auf hiesige Wurzeln. Wo einst Stammgäste ihr Feierabendbier genossen, duftet es jetzt nach Sauerteigbrot und Gewürzen. Das KONSULAT verbindet Berliner Bodenständigkeit mit modernen Akzenten und schreibt die Geschichte des Ortes fort, ohne seine Vergangenheit zu vergessen.

Moderne deutsche Küche: Nose-to-Tail bis Farm-to-Table

Im Mittelpunkt steht eine zeitgemäße deutsche Küche, die Regionalität und Kreativität vereint. Küchenchef Raul Hennig – zuvor u.a. im Berliner Restaurant Diekmann und im Salzburger Sternerestaurant Hangar-7 am Herd – bringt einen klaren Anspruch mit:

„Wir kochen mit dem, was direkt vor der Tür wächst, und verwerten vom Tier wie vom Fisch wirklich alles“, erklärt Hennig. Sein Menü interpretiert klassische Aromen neu und überrascht mit Ideenreichtum: Ein einfaches Weide-Ei kommt mit Spinatschaum und Kartoffel-Crunch daher, traditionelle Gerichte wie Labskaus erscheinen in modernem Gewand mit Spreewälder Gurken, und selbst beim Dessert findet Gemüse seinen Platz – etwa als süß eingelegter Rotkohl mit Schokoladensorbet.

Farm-to-table ist hier kein Modewort, sondern eine gelebte Praxis. Dank der Kooperation mit dem Berliner Start-up Farmery beziehen Hennig und sein Team hochwertige, ausgesuchte Lebensmittel direkt von regionalen Erzeugern – ohne die Stadt verlassen zu müssen. So landen Wagyu-Rind oder saisonales Wurzelgemüse aus dem Umland auf dem Teller, während die Erzeuger aus Brandenburg und Umgebung Teil der Geschichte jedes Gerichts werden. „Die Gäste sollen die Qualität herausschmecken und merken, dass wir jedes Produkt ehren“, lautet Hennigs Credo. Entsprechend wird Nose-to-Tail umgesetzt: von jedem Tier und jedem Produkt findet möglichst alles sinn- und geschmackvoll Verwendung.

Atmosphäre: Handwerklich und sinnlich statt Kitsch

Das neue Interieur des KONSULAT übersetzt die kulinarische Haltung in Raumgestaltung. Mintgrüne und petrolblaue Wände, massive Tische aus Holz und Granit sowie weich gepolsterte Samtstühle schaffen ein Ambiente, das zeitgemäß und handwerklich geprägt ist. Kein Kitsch, sondern Atmosphäre: Jede Ecke des Gastraums erzählt von Sorgfalt und Sinnlichkeit. Behutsam restaurierte Details treffen auf moderne Akzente – etwa ein gläserner Reifeschrank, in dem Fleisch vor den Augen der Gäste reift, oder eine kleine Brotstation, an der duftendes hausgebackenes Sauerteigbrot präsentiert wird. Gedämpftes Licht fällt durch großzügige Fenster und taucht den Raum in warmes Gold; botanische Illustrationen an den Wänden verleihen natürliche Leichtigkeit. Hier fühlt man sich willkommen wie bei guten Freunden – elegant, ohne steif zu sein, intim und doch ungezwungen. Das Konsulat ist kein inszenierter Schauplatz sondern ein Ort mit Seele, an dem Materialien und Gestaltung eine vertraute Geborgenheit ausstrahlen.

KONSULAT

Adresse: Leibnizstraße 46, 10629 Berlin (Charlottenburg)

● Öffnungszeiten: Business Lunch ab 12.00 bis 15.00 Uhr, Deutsche Tapas 15.00 bis 18.00 Uhr, Abendessen ab 18.00 Uhr bis 23.00 Uhr

● Reservierung: https://www.opentable.de/r/konsulat-berlin

● Webseite: https://konsulat.berlin