Best of Donhauser
24. Mai 2010

Kulinarische Reise durch die Basilikata

Was willst Du mehr vom Leben? Pino Bianco aus der Trattoria Muntagnola in Berlin und Rose Marie Donhauser bereisten zusammen die Basilikata. Teil 1

"Cosa vuoi di piú delle vita?" - ein kreierter Werbespruch der Firma von Amaro Lucano, dem Bitterlikör aus der Region, den jede basilikatische Hausfrau im Schränkchen hat - spricht unserem "kulinarischem Reise-Trio", Pino Bianco (Inhaber der Trattoria Muntagnola in Berlin), Ralph Kartelmeyer, dem Fotografen und Fernsehfilmer, sowie mir, Rose Marie Donhauser, Autorin für das bevorstehende Kochbuch über die Basilikata, förmlich aus der Seele, als wir uns 8 Tage durch die Region schlemmten.

Mit Direktflug von Berlin nach Neapel, dann mit einem Mietauto drei Autostunden südlich, mit Ziel in die Landschaft Basilikata (Gesamtfläche 9.992 Quadratkilometer), die zwischen Apulien und Kampanien eingebettet ist und Küstenbereiche am Mar Tirreno und Mar Iono besitzt.

1. Tag Stadt Senise

"Du musst die Seele des Landes spüren, denn das Essen erzählt über die Identität eines Volkes", erzählt Pino über seine Heimat und somit war klar, dass wir die Region heimsuchen müssen.

Pino Bianco ist mit Herzblut und Leidenschaft der Botschafter seiner Region, was auch bedeutet, dass seine Trattoria authentisch und fast ausschließlich mit Produkten aus der Basilikata kocht. Für sein fortwährendes Engagement wurde Pino im Februar 2010 in der Stadt Senise als "Ambasciatore del Cibo Lucano" - als führender Gastronom im Ausland, vom Consorzio di Promozione Turistica GustoBasilicata.it ausgezeichnet. 

Unsere erste Unterkunft, einige Kilometer außerhalb Senise, war in einer fürstlichen Herberge, dem Grand Relais La Chiusa, das dem Agriturismo (Landhaus-Tourismus) angehört. Alle Produkte beim Mittagessen waren ausschließlich regional, saisonal und perfekt zubereitet. Und begleitet von einem Rotwein Arenegro 2005, hergestellt von den heimischen Weintrauben Aglianico del Vulture. www.lachiusagrandrelais.it   

2. Tag

Auf dem Weg nach Scanzano Jonico - dem Heimatort von Pino Bianco, bremste Pino den Punto scharf, um einem Schild nachzufahren, denn hier ging es zur "Formaggi & Ricotte da Agricoltura Biologica" in San Paolo/Trosa, wovon er Käse für seine Trattoria bezieht. Hier wird seit 1999 aus Rohmilch von Schafen Käse hergestellt, die Spezialität ist ein cremiger Weichkäse, der Caciotto del Pollino, wozu die Rohmilch mit Holzlöffeln aus Kirschbaumholz gerührt wird.

Unser Mittagessen nahmen wir bei dem bekannten Fernsehkoch und Restaurantbesitzer vom Luna Rossa in Terranova di Pollino bei Federico Valicenti ein. Seine Kochkunst und seine Liebe zur Region, verbunden mit einer ehrlichen lukanischen Küche, locken kulinarische Pilger von weither an - es ist selten ein Tisch bei ihm noch frei. www.federicovalicenti.it       

Federico wurde ebenfalls für seine Verdienste um die lukanische Küche mit dem Ambasciate Ristoranti von www.GustoBasilicata.it ausgezeichnet. 

3. Tag

Erdbeeren, Weintrauben, Orangen, Clementinen, Römersalat und Dill - und wir mittendrin. www.assofruit.com ist eine große Organisation bzw. Sammelstelle rund um Scanzano, für Obst- und Gemüselieferungen für das In- und Ausland. Es ist gigantisch schön, vor Ort zu sehen, wie pflückfrisch Zitronen und alle saisonalen Produkte in entsprechende Kisten verpackt und sofort auf den Transportweg geschickt werden. Genauso wie bei der Firma Nicofruit, bei denen wir uns den Bauch mit frischen Erdbeeren voll geschlagen haben.

Weiter ging es zu Marzia Ferrara, die uns in der Familieneigenen Manufaktur die Verarbeitung der Oliven zum Olivenöl erklärte. Dabei ist es wichtig, die heimischen Olivensorten (Leccino 30%, Picholine 30%, Ogliorola 30% und Coratino 10%) zu mischen, damit ein gutes Öl entsteht. Das besondere Olio extra Vergine di Oliva ist zu bestellen bei marzia.ferrara(at)libero.it

Bei unserem Besuch bei Salvatore Martelli, Presidente Distretto Agroalimentare die Qualitá del Metapontino, ließen wir uns über die Agrarproduktion des Gebietes aufklären und bekamen interessante Informationen für weitere Besuche von Firmen, die von großer Bedeutung für die Region sind. www.distrettoaqmetapontino.it    

Wiederum eine schöne Adresse für Genießer zum Übernachten, etwas außerhalb von dem hübschen Ort Bernalda: Azienda Agrituristica Relais Masseria Cardillo, wunderschön gelegen am Hang, im Wald uneinsehbar eingebettet und mit Blick auf das Tal. Hier wird auch guter Wein hergestellt, der abends auf der heimeligen Terrasse besonders gut schmeckt. www.masseriacardillo.it   

Obwohl wir drei uns schon ziemlich gut durch den Vormittag genascht hatten, war der Besuch in der Trattoria Antichi Sapori Lucani eine so große Esserei, dass wir anschließend eine Siesta brauchten. Ein sehr heimeliges Lokal, in dem Mama kocht, Papa hinterm Tresen steht und Sohn und Tochter servieren. Mozzarella als Stracciatella in Lake, Carciocavallo und Pecorino mit Brot und getrockneten Oliven sowie Salsiccia (Wurst) zur Vorspeise und danach typische Nudeln mit Kichererbsen in Tomatensauce.

Frisch gestärkt ging es dann weiter zur Masseria Lanzolla. Wir standen auf der Terrasse des herrschaftlichen Landsitzes und konnten uns nicht satt sehen an den weiten Feldern, auf denen Oliven-, Orangen- und Zitronenbäume stehen sowie an den Rebflächen für den hauseigenen Wein. Anschließend waren wir im Weinkeller und probierten uns durch die guten Tröpfchen, besonders der beliebte Primitivo hatte es uns angetan. www.masserialanzolla.it    

Für einen Ferienaufenthalt auf dieser großen Farm stehen Appartments für über 18 Personen zur Verfügung.

Tag 4 bis Tag 7: Basilikata Teil 2

Eure Rose Marie Donhauser

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