Lachs von Skagen Salmon: Interview zum neuen Markenaufbau

Herr Niemann, bevor wir über Märkte, Logistik und Marken sprechen: Sie waren jahrelang Sternekoch, Hoteldirektor, haben denkmalgeschützte Objekte renoviert und Großküchen geplant. Heute sind Sie Unternehmer und bauen mit internationalen Lebensmittelproduzenten neue Märkte auf. Sie werden also ganz zurecht als „Tausendsassa“ beschrieben. Was treibt Sie an?

Peter Niemann: Es ist vor allem Mut und Neugier. Ich hatte nie den Wunsch, mich auf einen Bereich festlegen zu lassen. Mich fasziniert die Vielfalt der Themen und Menschen. Dinge immer wieder neu und anders anzugehen. Ich lerne gerne!

Unternehmer zu sein bedeutet für mich, mich zu vernetzen, auszutauschen aber auch Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und Dinge wirklich zu Ende zu denken – von der Idee bis zum Genussmoment auf dem Teller. Und genau diese Vielfalt sorgt dafür, dass sich jeder Tag anders anfühlt und ich mit großem Elan daran arbeite, aus guten Ideen funktionierende Realität zu machen.

Sie beschreiben Ihr Unternehmen als Generalunternehmen für ausländische Lebensmittelmarken. Was bedeutet das ganz konkret?

Peter Niemann: Ganz einfach gesagt sind wir der verlängerte Arm der Marke im deutschsprachigen Markt. Ausländische Produzenten – oft Familienunternehmen oder Manufakturen (aktuell aus Dänemark, Schweden & Frankreich) – haben hervorragende Produkte, aber keine Ahnung, wie Deutschland und Österreich ticken. Gemeinsam mit meiner langjährigen Kollegin Svenja Renken übernehmen wir für unsere Partner alles, was für einen erfolgreichen Markteintritt nötig ist: Vertrieb, Markenaufbau und Logistik – aus einer Hand. Sie profitieren von unseren Kontakten und unserm Know-how, statt selbst viel Zeit und Budget in einen eigenen Markenauftritt zu stecken.

Wie darf man sich das konkret vorstellen?

Peter Niemann: Für uns bedeuten unsere Partner zunächst eine echtes Invest. Denn wir sind vielmehr als Vertriebspartner, wir steigen richtig tief ein. Zuerst schauen wir uns an, ob die Philosophien zueinander passen. Also die Idee von Qualität (hier überprüfen wir das Produkt auf Herz und Nieren, wenn nötig mit unseren eigenen Laboranalysen), Nachhaltigkeit und Innovationskraft.
Dann fragen wir uns, wo die Marke wirklich funktioniert: Ist es ein Feinkostthema, Hotellerie, Gastronomie, Großküche oder Weiterverarbeitung – häufig ist es eine kluge Kombination aus allem. Dann arbeiten wir mit unserem Netzwerk aus Einkäufern und Handelspartnern. Wir sorgen dafür, dass:

  • die Produkte im richtigen Kanal landen,
  • die Marke in der Zielgruppe bekannt gemacht wird,
  • wir gemeinsam umsatzfähige Listungen aufbauen – nicht nur hübsche Präsentationsfolien.
  • das Produkt weitergedacht wird.

Sie sehen also, wir stecken viel Zeit, Kontakte und auch Budget in diese Partnerschaft. Gemeinsam wollen wir den Verbrauchern tolle Lebensmittel anbieten, die weitergedacht sind. Weitergedacht im Sinne der CO2-Bilanz, der nachhaltigen Herstellung, einer möglichen Weiterverarbeitung oder Veredelung. Wir verstehen unser Business als partnerschaftliche, langfristigen Beziehung, nicht als schnelle Einmalaktion.

Markenaufbau: „Ohne Geschichte bleibt selbst das beste Produkt anonym“

Wie wichtig ist Markenaufbau bei einem Produkt, das eigentlich „für sich spricht“, wie etwa ein Lachs?

Peter Niemann: Genau da liegt der Punkt: Das Produkt alleine reicht heute nicht mehr. Nicht nur im Premiumsegment wollen Konsumenten wissen: Wer steckt dahinter? Wie wird produziert? Wofür steht die Marke – kulinarisch und wertebezogen? Wir übersetzen diese Geschichte in eine klare Markenpositionierung für Deutschland und Österreich – vom Marken-Feinschliff über digitale Präsenz und Events bis hin zu Schulungen für den Handel und die Gastronomie. Unser Anspruch: Die Marke fühlt sich hier „heimisch“ an, ohne ihre Herkunft zu verlieren.

Viele unterschätzen das Thema Logistik. Warum ist es für Sie so zentral?

ter Niemann: Weil Logistik im Lebensmittelbereich oft der entscheidende Erfolgsfaktor ist. Wir sprechen von:

  • Zollabwicklung und Importformalitäten,
  • Lebensmittelrecht und Deklaration in Deutsch,
  • Kühlkette und Lagerlogistik,
  • sowie verlässlicher Belieferung von Handel und Gastronomie. Vor allem mit möglichst kurzen Wegen. Bei unserem Lachs von Skagen Salmon haben wir zum Beispiel mit dem reinen Landweg mehr als 1.100 km eingespart. Das ist neben einer erheblichen CO2-Reduktion auch Kosten- und Zeitersparnis – und vor allem Risikominimierung.

Wenn die Logistik nicht reibungslos funktioniert, hilft der beste Brand-Plan nichts. Am Ende entscheiden eben nicht nur Geschmack und Qualität.

Wir sorgen dafür, dass das Produkt rechtssicher, frisch und pünktlich dort ankommt, wo es sein soll. Für unsere Partner bedeutet das: Sie haben einen Ansprechpartner, der den gesamten Prozess steuert. Wenn ich das auf unseren Lachs beziehe, dann quasi vom Lachs-Ei bis zur Rampe des Kunden, manchmal auch bis auf den Teller.

Skagen Salmon: „Der gesunde Lachs, der nordische Klarheit schmecken lässt“

Kommen wir zu Ihrem ersten Produkt im Portfolio – dem Lachs von Skagen Salmon. Was hat Sie an dieser Marke überzeugt?

Peter Niemann: Skagen Salmon steht für genau das, was wir suchen: Der Geschmack des Produktes, den ich bei dem Angebot in Deutschland vermisse. Die authentische Herkunft, kompromisslose Qualität und eine klare Handschrift in Geschmack und Verarbeitung. Der Lachs kommt aus einem unglaublich innovativen rezirkulierenden Aquakultur-System (RAS). Hier werden alle Parameter im Zusammenhang und bis zum Ende komplett durchdacht. Vom Fisch-Ei bis zur Energieversorgung. Das hat mich vom ersten Moment an begeistert!

 

Es wird mit großem Augenmerk auf Tierwohl, Nachhaltigkeit und modernsten Technologien produziert. Der Fisch erhält dadurch sensorisch einfach eine besondere Tiefe: Saubere Textur, feines Fettspiel, klare, maritime Aromatik ohne tranige Fremdnoten. Es ist der erste Lachs, der mir in Erinnerung geblieben ist, vor allem der feste Biss.

 

Für uns war schnell klar: Das ist ein Produkt, das im deutschsprachigen Raum eine Bühne verdient. Ob im Fine Dining, in hochwertigen Hotelkonzepten oder an der Fischtheke – dieser Lachs kann zum Signature-Produkt werden.

Wie kann man sich so eine Anlage vorstellen? Was macht Skagen Salmon anders?

Peter Niemann: Die Qualität entsteht durch Wachstumsbedingungen mit reduziertem Besatz, die auf den natürlichen Bewegungsbedarf ausgerichtet sind. Die Lachse sind nicht gezwungen, permanent im Kreis zu schwimmen – was übrigens die Textur massiv beeinflusst. Vielmehr hat Skagen Salmon eine Umgebung geschaffen, in der sich die Fische natürlich verhalten können. Die Absenkung des Salzgehalts z. B. löst bei den Lachsen den Wanderreflex aus, eine Gegenstromanlage simuliert dann die Flussaufwärts-Bewegung. Das Meerwasser wird permanent gereinigt und wiederverwendet – ohne Einflüsse aus dem Meer, ohne Kontakt zu Parasiten. Das Ergebnis: keine Antibiotika, keine Stressmerkmale, eine gleichbleibend feste Struktur mit rund 25 % weniger Fett.

Das wünschen Sie sich für Skagen Salmon in den nächsten Jahren?

Peter Niemann: Wenn ein Küchenchef, ein Einkäufer in München, Wien oder Hamburg sagt: „Für den perfekten, gesunden Lachs greife ich zu Skagen Salmon. Da bekomme ich on top ein optimalen Preis-/Leistungsverhältnis“, dann haben wir unseren Job gut gemacht.

Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass dieses Produkt auch in Deutschland und Österreich auf den Teller kommt. Wir wollen, dass gesunder, verantwortungsvoll produzierter Lachs für alle zugänglich wird – von der Kantine, der Schulverpflegung bis zur Spitzengastronomie.

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