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05. Juli 2008

Lebensmittelskandal: Italien-Käse aus Abfall mit Würmern und Mäuse-Dreck

Neuer Lebensmittelskandal in Italien: Uralte Milchprodukte, die höchstens noch zu Tierfutter verarbeitet werden sollten, sind in italienischen und deutschen Supermärkten zum Verkauf angeboten worden.

Eine kriminelle Bande hat halb vergammelten und schimmeligen Käse so aufbereitet, dass er wie frisch erschienen sei, berichtet die Zeitung "La Repubblica". Bei ihren Ermittlungen fand die Polizei unter anderem Würmer, Maus-Exkremente sowie Plastik in den Käseresten, die recycelt und als "neue Produkte" in den Handel gelangen sollten.

Eine "Spezialität" der Bande sei es zudem gewesen, wegen des abgelaufenen Verfallsdatums vom Markt genommenen Mozzarella sowie verfaulte Scheibletten auf neu zu trimmen, erklärten Polizisten. In einer Kühlzelle sei gar Schnittkäse aus dem Jahr 1980 entdeckt worden, der relounged auf den Tischen von Deutschen und Italienern landen sollte. Betroffen sind unter anderem Scheibletten, Mozzarella und Gorgonzola. 

Gestank aus einem Lkw Beamte kamen der Gruppe auf die Spur, nachdem vor zwei Jahren in Norditalien ein Lastwagen angehalten worden war, aus dessen Laderaum ekelerregender Gestank drang. Der Käse, den die Polizisten fanden, sollte zur Weiterverarbeitung an eine Frma in dem Örtchen Vicolungo geliefert werden, jedoch sei er bereits völlig verfault gewesen.

Nachdem Telefone abgehört worden waren, deckten Spezialisten den Skandal auf. Ohne Umschweife wurde der Käse bei den Telefonaten als "merda" (Scheiße) bezeichnet, die "gesäubert und in Ordnung gebracht" werden müsse. Verarbeitet wurde der Gammel-Käse in drei norditalienischen Unternehmen und in einem Werk in Bayern. Spezialisten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchsuchten den Betrieb im Unterallgäu. Dort wird vor allem Schmelzkäse hergestellt.

In den vergangenen zwei Jahren seien 11.000 Tonnen Uralt-Käse in Frisch-Produkte verwandelt worden, schreibt "La Republicca". Sie seien in Supermarkt-Regalen in ganz Europa gelandet. Um den widerwärtigen Schwindel ungestört durchziehen zu können, hatte die Bande den Angaben zufolge auch Verbündete bei der örtlichen Gesundheitsbehörde: Der Direktor und zwei Mitarbeiter sollen ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sein und Kontrollen in den Käse-Werken frühzeitig angekündigt haben. (Quelle: sz)

Niko meint: Wir essen seit Jahren keinen Schmelzkäse und Scheibletten mehr. Ich möchte nicht wissen, was da selbst bei seriösen Firmen drin ist.