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12. Oktober 2018

Levante-kitchen & more by Starkoch Meir Adoni Neues Restaurant Layla in Berlin

Fotos: Restaurant Layla

Fotos: Restaurant Layla/Hotelite Berlin

Die Levante-Küche boomt und ist Trend: Voller Gewürze, mit viel Gemüse und wenig Fleisch wird in Ländern wie Israel und Jordanien gekocht. Viele Gerichte sind schnell gemacht und sehr gesund - Jetzt hat auch das Top-Restaurant Layla von Starkoch Meir Adoni eröffnet.

Das ist aktuell die aufregendste Küche in Berlin: Meir Adoni - salopp gesagt der israelische Jamie Oliver - hat sein Layla eröffnet. Das schöne Restaurant mit offener Showküche könnte auch in Moskau oder Tel Aviv bestehen und hat durchaus Chancen, zum Grill Royal von Kreuzberg zu werden.

Levante-Küche | Neues Restaurant Layla in Berlin

Im Restaurant Layla vereint der israelischen Starkoch Meir Adoni die traditionelle Küche des Mittleren Ostens mit Aromen, Zutaten und Techniken der ganzen Welt. Sein unverkennbarer Kochstil ist eine Begegnung zwischen Europa und dem Nahen Osten, gepaart mit seinen marokkanischen Wurzeln.

Mitten in Berlin Kreuzberg ist das Restaurant mit großzügigem Bar- und Loungebereich im Hotel Crowne Plaza beherbergt, in der Halleschen Straße 10/ Ecke Möckernstraße, neben dem Eingang des Tempodroms. Der israelische Koch interpretiert die traditionelle Küche des mittleren Ostens neu. Das Spiel mit Aromen, Zutaten und Techniken aus der ganzen Welt zeichnet seine außergewöhnliche Küche aus.

Meir Adoni sammelte in Küchen wie dem Le Cordon Bleu (Sidney), La Maison Lenôtre (Paris) oder Noma (Kopenhagen) weitreichende Erfahrungen. Seine Restaurants in Tel Aviv (Bluesky, Lumina) und New York (Nur) ernteten bereits Lobeshymnen und genießen einen ausgezeichneten Ruf weltweit.

Auf der Speisekarte finden sich unter anderem Gerichte wie geräucherte Forellenkrapfen, Auberginen - Carpaccio oder das berühmte Kubaneh (ein Jemenbrot) wieder. Für sein Berliner Publikum kreierte Adoni neue Gerichte und lässt regionale Produkte gekonnt in seinen Stil einfließen.

Levante-Küche | Neues Restaurant Layla in Berlin

Cocktails der Extraklasse werden vom renommierten italienischen Barkeeper Emanuel Broccatelli in Szene gesetzt werden und verstehen sich im Layla als Ergänzung zum Essen von Chef Adoni. Klassische Cocktails harmonieren mit Aufgüssen aus Kräutern und Gewürzen.

Eine Weinauswahl von Bio-Gütern Europas und des Nahen Ostens, sowie lokale Spirituosen ergänzen die Getränkekarte. Für das Interieur holte sich Meir Adoni Unterstützung aus Tel Aviv vom bekannten Designstudio BALD.

Layla by Meir Adoni, Restaurant und Bar, Plätze 120 + Bar, Öffnungszeiten täglich ab 18.00 Uhr. Zeitnah ist auch ein Lunch geplant. Hallesche Straße 10 in 10963 Berlin, Layla.at.Berlin@gmail.com, www.layla-restaurant.com

Vielfalt prägt die Levante-Küche

Von Katja Wallrafen

Taboulé, Hummus, Falafel: All das sind Gerichte der Levante-Küche. Levante bezeichnet die Region des östlichen Mittelmeers, also Syrien, Libanon, Jordanien, Israel und Palästina. Was die Küche in diesen Ländern auszeichnet, ist ihre aromatische, leichte Art zu kochen. Außerdem kommt viel Gemüse und wenig Fleisch auf den Tisch.

Levante-Küche | Neues Restaurant Layla in Berlin

Smoked Eggplant Carpaccio - Raw tahini, date honey, pistachios, feta cheese snow,
dried rose petals - Restaurant Layla Berlin

Hanni Rützler, Trendforscherin und Ernährungswissenschaftlerin, hat in ihrem Foodreport 2018 die Küche des Levante als Inspirationsquelle einer neuen Art zu kochen identifiziert. Die europäische Küche werde dadurch legerer, gesünder, aromatischer und weltoffener, glaubt sie. "So wie wir schon Antipasti oder Tapas lieben gelernt haben, finden auch die vielen kleinen Schüsseln der Mezze ihre Fans."

Neben der Vielfalt der Speisen aus dem Levante-Raum kommt noch ein weiterer Aspekt dazu, der Anklang findet: die Kultur des Teilens, das entspannte Genießen in einer Runde. "Es gibt keine starre Menühierarchie, stattdessen lockeres, ungezwungenes Essen", beschreibt Rützler.

Vorspeise mit Datteln und marokkanischen Gewürzen - Restaurant Layla Berlin

Hubertus Marquardt ist Spitzenkoch im Frankfurter Design Hotel Roomers. Er reist regelmäßig nach Israel und kommt mit dem Kopf voller neuer Ideen aus Tel Aviv und Jerusalem zurück. Für Marquardt ist die Levante-Küche mit den vielen arabischen Einflüssen eine kulinarische Heimat - auch mit Blick auf innovative Streetfood-Kreationen. "Sie ist prima bekömmlich, macht nicht dick, ist verhältnismäßig schnell und einfach für jeden zuzubereiten - und hat Power", zählt er begeistert auf.

Auch zu Hause können Hobbyköche mit wenig Zubehör, einfachen Handgriffen und heimischen Lebensmitteln abwechslungsreiches Essen kochen. "Es gibt viele vegetarische Gerichte, außerdem viele gesunde Fette. Schakschuka zum Beispiel, eine Art Ragout, das hauptsächlich zum Frühstück gegessen wird, besteht aus bekannten Produkten wie Paprikaschoten, Tomaten und Eiern, überrascht aber mit ganz eigenen Aromen durch Koriandergrün und Kreuzkümmel", beschreibt Marquardt. Als Snack sind Pitabrot oder Schawarma mit Sesampaste und einer leichten Joghurt-Soße einfach unschlagbar.

Layla Tartar - Chopped raw veal, smoked eggplant cream, goat labaneh, chopped tomatoes, fresh greens, sumac, tahini, olive oil - Restaurant Layla Berlin

Frische kleine Portionen, die gemeinsam in großer Runde geteilt werden - ein Trend, den Familie Molcho früh erkannt und ihr gastronomisches Konzept darauf aufgebaut hat. "Neni" heißen ihre Restaurants in Wien, Berlin, München und Hamburg, die inzwischen um eine Kochschule und Kochbücher zur Marke erweitert wurden. Mutter Haya Molcho und ihre Söhne ("Neni" steht für Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan) stellen die Philosophie des Teilens in den Vordergrund. "Hingabe, Leidenschaft und Kreativität, das sind für uns die zentralen Elemente aus der levantinischen Küche", sagt Molcho.

In Tel Aviv lasse sich prima beobachten, wie die orientalische Küche, die auf arabischen Fundamenten steht, fantasievoll weiterentwickelt wird. "Man lässt das Leichte zu. Weniger schwere orientalische Gewürze, stattdessen die Betonung des Frischen, der natürlichen Zutaten. Es ist wie eine Art Baukasten, aus dem man sich das aussucht, was man gerne mag."

Eine Idee aus dem Neni-Baukasten sind eingelegte Zitronen: 10 unbehandelte Zitronen (ca. 500 Gramm) wandern mit 100 Gramm Meersalz und 50 Gramm Zucker und Olivenöl in zwei Einmachgläser und ziehen dann gut vier Wochen zuerst bei Zimmertemperatur und dann im Kühlschrank. "Wir servieren sie zu Fisch, mischen sie unter Salate oder verfeinern Ragouts und Soßen damit", sagt Molcho. Oder sie verwandeln die Zitronen mit Harissa, einer Paste aus Spitzpaprika, Chilischoten, Knoblauchzehen und Koriander, zu Zitronenpesto.

Weitere typische Gerichte aus der Levante-Küche sind Taboulé, Hummus und Falafel. Taboulé ist ein Salat aus dem arabischen Raum: Bulgur oder Couscous, glatte Petersilie, Tomaten, Frühlingszwieblen, Olivenöl, Zitronensaft, frische Pfefferminze sind die Zutaten für das Gericht. Es kann sowohl Vorspeise, Zwischenmahlzeit als auch Beilage sein.

Hummus ist ein weiterer Exportschlager aus dem Orient: Pürierte Kichererbsen, Sesam-Mus (Tahin), Olivenöl, Zitronensaft, je nach Geschmack und Fantasie mit Knoblauch oder Kreuzkümmel ergänzt. Eine Art Nationalspeise, die mit Fladenbrot geliebt wird - in den palästinensischen Autonomiegebieten ebenso wie in Israel, Syrien und im Libanon.

Falafel sind frittierte Bällchen aus pürierten Bohnen oder Kichererbsen. Serviert wird Falafel in der Regel mit Sesam-Mus oder Hummus und verschiedenen eingelegten oder gebratenen Gemüsen und Pita. Als Imbiss wird Falafel mit Gemüse oder Salat in einem aufgeklappten Fladenbrot oder als Wrap angeboten, häufig wird als Gewürz Sumach hinzugefügt. dpa