18. Juli 2008

Lexikon: Barrique

Das kleine Wein-Lexikon: B wie Barrique

Ein Barrique ist ein Holzfass mit 225 Liter Inhalt, es stammt ursprünglich aus Frankreich. Heute werden auch Fässer mit bis zu 350 Litern Inhalt verwendet für Weine, die dann mit den Worten "im Barrique gereift" bezeichnet werden dürfen. Die Fässer bestehen aus dem Holz bestimmter Eichenarten aus Europa und Amerika. Zum Teil werden auch Hölzer aus Akazien, Kastanien und von anderen Baumarten genutzt.

Der typische Barrique-Geschmack eines Weines entsteht, weil das Innere der Fässer mit einem Feuer ausgebrannt wird (Toasting). Das Ausbrennen verursacht chemische Veränderungen der Holzoberfläche. Das verwendete Eichenholz und die Stärke des Fasseinbrandes ergeben die verschiedenen Aromen, die den Wein später prägen. Ein leichtes Toasting bringt eher einen Vanillegeschmack, ein mittleres ruft mehr Karamell- und ein intensives die bekannten Kaffee- und Röstaromen hervor.

Als kostengünstigen Ersatz verwenden Winzer aus Übersee seit längerem auch Holzchips, die den Weinen zugegeben werden, die in Tanks lagern. Diese Chips sind mittlerweile auch in Deutschland erlaubt, allerdings nur für Qualitäts-, Tafel- und Landweine, nicht aber für Prädikatsweine. Entgegen früherer Auffassung sind Weinkritiker heute größtenteils einig, dass kein sensorischer Qualitätsunterschied zwischen beiden Varianten besteht, es ist vor allem ein kultureller.