14. September 2009

London Fashion Week

Nur keine Zeit verlieren - nach New York direkt an die Themse zur Fashion Week: Vom 18. bis 23. September macht die Modewelt ihren Zwischenstopp in London. Gut, dass so viele neue Restaurants, Hotels, Bars und Shops rechtzeitig davor eröffnet haben

Zuerst zur Fashion. Die britische Mode-Ikone Lulu Guinness lädt zur Teatime ins Hotel Metropolitan. Für diesen Anlass hat sich das Hotel gemeinsam mit der Designerin ein ganz besonderes "Afternoon De-Light" Menü einfallen lassen. Die Muffins, Scones und Törtchen, die üblicherweise zum Nachmittagstee gereicht werden, wurden nach eigens von Lulu Guinness angefertigten Vorlagen gebacken. Die trendigen Kuchen-Kompositionen werden bis zum 26. September täglich von 15 - 18 Uhr serviert, Lulu's Tea kostet 24 Pfund pro Person.

Mayfair ist und bleibt Londons Mode-Trendviertel: "Wunderkind" Wolfgang Joop eröffnete seinen Store in der Mount Street. Dieser befindet sich in prominenter Umgebung: Der 300 Quadratmeter große Shop - der erste außerhalb Deutschlands - steht neben den Shops von Christian Louboutin, Marc Jacobs und Balenciaga.

Gleich ums Eck, in 91 Mount Street, suchte sich Aesop mit natürlichen australischen Hautpflegeprodukten einen neuen Standort. Zwei weitere Newcomer in London, die man nicht meiden sollte: Lifestylebazaar von Laurent Nurisso und Christopher Curtis - ein Concept-Store auf zwei Etagen in der Newburgh Street. Und: Illustrated People, East Londons Finest T-Shirts, in 13 Elys Yard.

Zurück zu den 70er Jahren. Clubguru Freddie Frampton und Designer Paul Daly waren wieder am Werk. Das Motto: "Forget minimalistic design, bring back the dancefloor." Das Ergebnis: Der Club ist der Vendome Mayfair in, klar, Mayfair - da treffen die 70er-Jahre auf die Zukunft. www.vendomemayfair.com

So viel Nachtleben braucht Gesundes: Londons "Bewusst-Esser" pilgern derzeit in die neuen Daylesford Organic Stores in Nottinghill, Sloan Square und Pimlico Road. Die Produkte stammen vom hauseigenen Bauernhof der Familie Bemford, einer der reichsten Großbritanniens. www.daylesfordorganic.com

Designer Terence Conran hat noch nie kleine Brötchen gebacken: Gemeinsam mit Mode-Mogul David Tang eröffnete er das Hotelprojekt The Boundary (Foto oben) in Shoreditch - keine einfache Herberge, eher mehr ein Straßenblock, "ein stilvolles Gemisch aus 19 Zimmern, Bar, Restaurant und Deli", sagt Tang. "Mit einer Rooftop-Bar und einem Grill samt Terrasse, auf der man rauchen darf", sagt Conran. www.theboundary.co.uk

Mark Fuller weiß, was Rockmusiker an einem Hotel lieben. Fuller war schließlich jahrelang Manager von Aerosmith und Iron Maiden, vom ihm stammt auch das Konzept des neuen Sanctum Soho Hotel. Das Hotel ist vor allem auf Menschen aus der Entertainment-Branche zugeschnitten - Boheme trifft auf Spaß und Frivolität. Ein Beispiel: Der Spiritual Advisor, ein Barkeeper mit einem alkoholbepackten Arztkoffer, kommt aufs Zimmer und mixt Drinks.

Die Bar des Dorchester Hotel sollte man ohnehin besuchen. Das lässt sich gut verbinden mit einer Massage im umgebauten Dorchester Spa. Im Jugendstil-Glamour werden in der "Spatisserie" sogar leichte Speisen, Tee und Cocktails serviert. www.thedorchester.co.uk

Design auf drei Etagen: Wer in den neuen Aquum-Club will, sollte die Jeans und Turnschuhe zu Hause lassen. Das gestylte Innere sehen nur Gäste, die an den Türstehern vorbeikommen. Wer einmal drinnen ist: Molekular-Cocktails probieren. www.aquum.co.uk

Zu sagen, Fusion Food wäre etwas Neues in London, wäre vermessen. Neu ist aber das Sushino, eine Restaurant in der Kings Road. Gekocht wird, was in New York seit Jahren hip ist: Die Mischung aus japanischer und brasilianischer Küche. Frischer Frisch trifft südamerikanische Aromen. Der Caipirinha, nicht aus Cachaca, sondern aus Sake gemixt, hat dem Connaisseur am besten geschmeckt.

Auch neu, auch gut: Das Bob Bob Ricard. Da haben sich einige Londoner Talente zusammengetan: Der Küchenchef kommt aus dem Le Pont de la Tour, der General Manager aus dem The Ivy, und der Designer des Restaurant heißt David Collins, ein großer Name in London. Wallpaper krönte die Bar und das Restaurant zur coolsten Location an der Themse.

Das indische Essen in London war schon immer besser als in Indien - zumindest für Europäer. Diesen Beweis tritt das Dockmaster's House in der Canary Wharf an - bisher ja nicht unbedingt der Platz für Fine Dining in London. Navin Bathia kocht hier "temporary indian food", wie er es nennt. Bathia hat sozusagen die moderne indische Küche in London "erfunden", die meisten indischen Sterne-Köche Londons gingen bei ihm in die Lehre.

Stardesigner Tom Dixon hat in London gleich zwei Mal zugeschlagen. Erstens startet er im September (21. Bis 27.) anlässlich des London Design Festival das Dock Project. Ein Sammelsurium an Guerilla Shops, Pop Up Stores, einem Restaurant als Gesamtkunstwerk (The Hatch) und Kunstinstallationen auf mehr als 10.000 Quadratmetern in den Portobello Docks, wo Dixon gerade hingezogen ist.

Das Dock Project ist eine gute Alternative für alle, die nicht in die von Dixon gestaltete Paramount Bar dürfen oder können. Denn dafür muss man Mitglied sein. Oder eines kennen, das einen in die 60er Jahre Bar in der New Oxford Street mitnimmt. www.paramount.uk.net

(Foto copyright: The Boundary)

 

Ihr Connaisseur

Robert Kropf

 

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