Lifestyle, Restaurants
29. Mai 2016

London Cool Restaurants Social Media, Clubs und Bars

Fotos von Laura Lewandowski: https://www.instagram.com/lalewand/

Fotos: instagram.com/lalewand

London live mit Instagram und Smartphone durch die Szeneviertel: Facebook und Blogs können bei der Orientierung vor Ort helfen - ein Social-Media-Experiment in London.

Von Laura Lewandowski

Das hochgelobte Restaurant gibt's nicht mehr, die Kunstgalerie nebenan heißt heute ganz anders: Gedruckte Reiseführer haben den Nachteil, dass sie sich nicht aktualisieren und ihre Tipps dadurch schnell veraltet sind. Wer auf Städtereisen die lokale Szene erkunden will, braucht in den schnelllebigen Metropolen andere Unterstützung - zum Beispiel Smartphone, Instagram und aktuelle Tipps von Bloggern, die alle Trends vor Ort verfolgen und einschätzen können. Doch wie gut eignet sich das Handy als Reiseführer in der Großstadt? Ein Selbstversuch für einen Tag in London - voller Hashtags, mit Ladegerät, aber ganz ohne Buch in der Jackentasche.

#ENGLISH_BREAKFAST In England gibt es nur Bohnen und Toast zum Frühstück? Von wegen. Um in den Tag zu starten, zieht es Modebloggerin Nina Süss (@ninasuess) gerne in Londons Westen nach Notting Hill. Dort versteckt sich in einem geweißelten Hinterhof und hinter Blumenranken das «The Farm Girl Café» - eines ihrer absoluten Lieblinge. Begeistern dürfte es alle, die auf hausgemachte Granola, Chill-Out-Musik und einen Hauch von Hippiestimmung stehen. Wer von dem Instagram-tauglichen Ort gleich ein Foto hochladen will, nutzt das Gratis-Wifi dafür. Süss(er) Tipp zum Essen: die Acai-Bowl. «Der Hammer!», urteilt die Bloggerin.

ALTERNATIVEN: «Granger & Co.», «202» und «Electric Diner»: Alle sind nur ein paar Minuten entfernt ebenfalls in Notting Hill zu finden.

Nach dem ausgiebigen Frühstück lohnt sich ein Spaziergang. Und der bietet die Gelegenheit, gleich in Londons Kunst-Szene einzutauchen.

Sexy Fish: London Social-Media-Szene | Beste Restaurants, Cubs und Bars Foto: Laura Lewandowski

#ART Wer Graffitis liebt, muss ins Viertel Shoreditch nordöstlich des großen Liverpool-Street-Bahnhofs. Das sagt einer, der es wissen muss: George Giannopoulos kennt die Straßen Londons wie kaum ein Zweiter. Er hält auf dem Instagram-Account @streetart_london die beeindruckendsten Straßengemälde der Stadt fest, zum Beispiel von Künstlern wie Ben Eine oder Shepard Fairey. «Willst du die Werke der Profis sehen, starte an der U-Bahn-Station Shoreditch High Street», rät der Insider. Von dort aus geht es in Richtung Sclater Street, Brick Lane, Hanbury Street und Star Yard. Kamera nicht vergessen!

UND WENN ES REGNET? Die «Saatchi Gallery» in Chelsea, die «Serpentine Galleries» in den Kensington Gardens und die «Tate Modern» direkt an der Themse sind etablierte Hotspots auch bei schlechtem Wetter.

Ist eine Verschnaufpause nötig? Auf Instagram ist schnell das nächste Café gefunden. Hier empfiehlt es sich, die Location-Suchfunktion zu nutzen und die Bilder zu durchstöbern. Eine Alternative ist, nach dem Hashtag des jeweiligen Viertels suchen - in diesem Fall: #shoreditch.

#SPECIAL_CAFÉS Wer Zeit und Muße hat, wird den einen oder anderen Glückstreffer landen - und das im Wortsinn. Das «The Canvas: Cafe and Creative Venue» in Shoreditch bezeichnet sich als das erste in der City, das sich nur den «happy Momenten» im Leben widmet. Zu hausgemachten Gerichten dürfen Besucher ihre schönsten Erinnerungen mit einem Edding auf die Wand kritzeln. Die Idee dahinter: glückliche Menschen auf der ganzen Welt zu vereinen und schöne Erinnerungen zu teilen.

AUCH SEHENSWERT: «The Cereal Killer Café» in Shoreditch mit mehr als 100 Cornflakes-Sorten und «The Mae Deli» am Nordostrand des Hyde Park, das erste Restaurant zum veganen Food-Blog «Deliciously Ella». «The Beigel Shop» ist Londons ältester seiner Art, hier gibt es Bagel sogar in Regenbogenfarben. Außerdem: das «Barber & Parlour», das zum Privatclub «Soho House» gehört, aber für jedermann zugänglich ist.

So viel Essen - ob da die Kleider noch passen? Gelegenheiten zum Testen gibt es in der Mode-Metropole London genug. Und auch hier gilt: Die besten Tipps bekommen Shopping-Fans von lokalen Experten.

#SHOP_TILL_YOU_DROP Der Dresscode der Szene: extravagant und stylisch. Zu finden: in einem der Lieblingsläden von Modeblogger David Kurt Karl Roth (@dandydiary). Der «Machine A»-Store im Viertel Soho verkauft laut Laden-Management nur die «angesagtesten Teile» von außergewöhnlichen britischen und internationalen Designern. Szene-Faktor: extrem hoch. Die Preise: leider auch. Zum Glück aber ist das nicht der einzige Laden in dieser Ecke Londons, der Shopping-Fans begeistern dürfte.

WO NOCH? Der Old Spitalfields Market ist ein Straßenmarkt mit einem Angebotsmix aus Essen und Kleidung. Die Portobello Road in Notting Hill (Tipp: der Shop «Ragyard») ist ein Klassiker fürs Einkaufen in London, und die Brick Lane in Soho begeistert auch Vintage-Fans.

Städtetrips können anstrengend sein - Zeit nun für ein bisschen Ruhe.

#NATURE_PLEASE Um dem Trubel der Stadt zu entfliehen, lässt die London-Bloggerin Julie Falconer (@aladyinlondon) ihre Seele gerne im Holland Park in Kensington baumeln. Im Frühling und Sommer blühen dort große Meere voller Tulpen und Rosen. Ihr Tipp: Ausschau halten nach den Pfauen.

MEHR GRÜN: Klassiker sind der Greenwich Park im Südosten der Stadt, die Kensington Gardens und der Regent's Park. Dort besonders schön: ein Spaziergang in Richtung Camden Town entlang des Kanals. Auf dem Columbia Road Flower Market gibt es Natur zum Kaufen.

Ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist Zeit für den Afternoon Tea - und für eine Steckdose, um den Handy-Akku wieder aufzuladen.

#TEA_TIME Um nach dem Kaffeeklatsch so frisch wie am Morgen auszuschauen, zieht es Beauty-Bloggerin Caroline Hirons (@carolinehirons) in das Herz von Covent Garden. Dort zelebriert eine Kosmetikfirma im Café «Balthazar» den «The Bobbi Brown Afternoon Tea». Nach Sekt, Häppchen und Pralinen in Form von Lippenstift, Rouge und Eyeliner mit diversen Füllungen geht es weiter zur Make-Up-Beratung. Ach ja, Tee wird auch serviert.

AUCH FÜR MÄNNER: Das «Palm Court» im «Ritz»-Hotel ist einer der traditionellen Orte für die Teatime in London. Eine weitere Alternative in einem Hotel ist das «Thames Foyer at The Savoy».

Auch in London scheint oft die Sonne. Wer sehen will, wie sie über der City untergeht, genießt das am besten mit besonderer Aussicht.

#WHAT_A_VIEW Für beeindruckende Fotos - nicht nur auf Instagram - empfiehlt der Blogger Michael Tomas (@londonviewpoints) den Sky Garden. Mitten in der Stadt sind auf einem Hochhaus an der 20 Fenchurch Street eine Glasfront mit 360-Grad-Rundumblick und der höchste Garten Londons zu finden. Im 35. Stock wächst, 155 Meter über der Themse, ein wahrer Dschungel. Tagsüber müssen Besucher ein kostenloses Ticket online buchen. Restaurant, Bar und Brasserie sind ohne Ticket zugänglich.

MEHR VON OBEN: Das «Galvin at Windows» an der Südostecke des Hyde Park ist ein Sterne-Restaurant im Hilton-Hotel. Und das «Duck & Waffle» im 40. Stockwerk eines Hochhauses mit der Adresse 110 Bishopsgate gilt als höchstgelegenes 24-Stunden-Restaurant in London.

Wenn der Tag lang war, knurrt der Magen. Und wo die Szene-Kenner zu Abend essen, ist immer was los. Es gilt: weit im Voraus reservieren!

The Ivy: London Social-Media-Szene | Beste Restaurants, Cubs und Bars Foto: Laura Lewandowski

#DINING Im asiatischen Restaurant «Sexy Fish» ist der Name Programm: ein Wasserfall an den Wänden, XXL-Meeresdeko überall und im Keller zwei der weltweit größten Aquarien mit lebenden Korallen. Die Bar bietet eine der größten japanischen Whisky-Kollektionen, die Drinks tragen Namen wie «Miso thirsty» - ein kleines englisches Wortspiel. Der Haken hier: Gäste brauchen nicht nur einen dicken Geldbeutel, sondern auch viel Geduld - und zwar um überhaupt einen Tisch zu bekommen.

MEHR SZENE-RESTAURANTS: «Chotto Matte» (peruanische Küche), «Roka» (japanisch), «The Ivy» nahe des Leicester Square (wo es seit kurzem auch Frühstück gibt), die Kette «Burger & Lobster» mit mehreren Standorten in der Stadt sowie das «Bocca di Lupo» (italienisch).

Anschließend gilt: So schnell schläft London nicht ein. Egal ob auf ein paar Drinks oder zum Tanzen in die Clubs: An den Party-Locations der Metropole verlinken sich Blogger und Insider besonders gerne.

#NIGHT_OUT Wer ins «Sketch» geht, sollte mehr Drinks als einen Shot einplanen, denn das Konzept von Star-Gastronom Mourad Mazouz bietet neben einer Bar auch Galerie, Café und Restaurants. Preisgekrönte Architekten, darunter India Mahdavi, haben jeden Raum bis ins kleinste Detail geplant. US-Superstar Madonna schmiss dem «Guardian» zufolge die Eröffnungsparty. Allein um die Toilette zu sehen, reisen Menschen von Tokio bis Texas an, erzählen die Mitarbeiter. Das Besondere: Die Kabinen sind überdimensionierte Eier. Das «Sketch» sei ein wahrer Szenemagnet, sagt auch Bloggerin Jill Asemota (@jill_asemota).

Sketch: London Social-Media-Szene | Beste Restaurants, Cubs und Bars Foto: Laura Lewandowski

MEHR DRINKS: Die gibt es zum Beispiel in der früheren Feuerwache «Chiltern Firehouse», im «Aqua Spirit» in Soho oder in der «Arch Gallery» (Jazz, Jazz, Jazz). Zum Tanzen bieten sich an: «The Box Soho» (Hip Hop), «Charlie Berkeley Street», der «Toy Room Club» und der «Libertine Club».

Wenn der Tag dann fast länger als 24 Stunden war, ruft nur noch das Bett. Also nochmal auf Instagram gehen und nach #londonhotel(s) suchen. Oder ganz einfach schauen, wo Blogger in der Stadt schlafen.

#SO_TIRED Die niederländische Modebloggerin Iris Dijkers (@adashoffash) war nach ihrem Besuch im «Qbic» laut Instagram «angetan von der Coolness» des Drei-Sterne-Hotels im Londoner Osten. Coolness heißt konkret: Retro-Möbel in der Lobby, Lampen aus Gartenschläuchen, Schlafen in einem würfelförmigen Bett. Nur die Gegend drumherum wirkt eher trist.

WO NOCH? Das «Ace Hotel» in Shoreditch oder «The Hoxton» in Holborn nahe Covent Garden gehören zur großen Zahl ähnlich beliebter Hotels.

#FAZIT_DER_REISE Wer einen London-Trip ohne klassischen Reiseführer plant, braucht neben einem Smartphone-Ladegerät, einem Webzugang mit ausreichend Datenvolumen und einem Instagram-Account vor allem eines: Viel Zeit und Lust, sich durch unzählige Fotos zu klicken und um die angesagten Orte ausfindig zu machen, die meistens quer über die Stadt verteilt sind. Von Bloggern empfohlene Restaurant sind außerdem nicht selten eher teuer, und Reservierungen dort zu bekommen ist nicht einfach.

Unschlagbar kann die London-Reise mit Blogger-Empfehlungen und Instagram-Tipps allerdings für den sein, der besondere Orte sucht. Mit den unterschiedlichen Instagram-Suchfunktionen lassen sich Orte nach Vierteln, Themen und Bloggern ausfindig machen. Die geposteten Bilder verschaffen erste Eindrücke, die Zahl der «Gefällt-mir»-Klicks gibt immerhin einen Richtwert zur Qualität. Kurzum: Wer sucht, der findet. Und wer richtig sucht, findet Geheimtipps - auch in London. dpa

Alle Fotos unter @lalewand auf Instagram

Was London-Reisende bei der Planung wissen sollten

Von der Anreise bis zum Bezahlen im Café: Diese Informationen brauchen London-Besucher für die Planung ihrer Reise.

Anreise mit dem Flugzeug: Großbritanniens Hauptstadt hat gleich fünf Flughäfen, die von Deutschland aus angeflogen werden. Die größten sind Heathrow (westlich der Stadt), Gatwick (südlich) und Stansted (nordöstlich). Von manchen Städten aus gibt es auch Verbindungen zum kleineren London-City-Airport und nach Luton (nördlich der Stadt). Neben Lufthansa, Eurowings, British Airways und Air Berlin bieten auch Fluggesellschaften wie Easyjet, Ryanair oder Norwegian Nonstopflüge an. Die Flugzeit beträgt meist 90 bis 120 Minuten. Von allen Flughäfen gibt es Zugverbindungen in die Innenstadt (Beispiele: Heathrow-Express nach London-Paddington in rund 20 Minuten, Stansted-Express nach London-Liverpool Street in rund 50 Minuten).

Anreise mit der Bahn: Die Eurostar-Züge verbinden Paris und Brüssel mit dem Londoner Bahnhof St. Pancras. Passagiere aus Deutschland müssen vor der Fahrt durch den Ärmelkanal-Tunnel also in Frankreich oder Belgien den Zug wechseln. Von Berlin (mit Umsteigen in Köln und Brüssel) oder München (mit Umsteigen in Stuttgart und Paris oder in Frankfurt/Main und Brüssel) dauert die Bahnfahrt gut zehn Stunden.

Anreise mit dem Auto: In Calais in Nordfrankreich lässt sich das Auto auf Züge verladen, die ebenfalls den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal durchfahren. Fährverbindungen gibt es von Calais (Fahrzeit: etwa 90 Minuten) und von Dünkirchen (120 Minuten) jeweils nach Dover im Süden Englands. Eine weitere Fähre verkehrt zwischen Hoek van Holland und Harwich in Ostengland (Fahrzeit: etwa 6,5 Stunden). Die Autofahrt von Dover oder Harwich nach London dauert jeweils etwa zwei Stunden.

Klima und Reisezeit: Mildes Klima mit mäßig kalten Wintern und nicht besonders heißen Sommern. Im Juni erreichen die Tageshöchstwerte im Schnitt etwa 21, im August 23 und im Oktober knapp 16 Grad. Nachts kühlt es sich in der bevorzugten Reisezeit von Mai bis Oktober oft auf 8 bis 14 Grad ab. Mit Schauern muss immer gerechnet werden. Der meiste Regen fällt im Oktober und November, der wenigste im Juli. Über das Jahr verteilt, fällt in London aber weniger Regen als zum Beispiel in Hamburg oder München und nur wenig mehr als in Berlin.

Unterwegs in der Stadt: Für Besucher lohnt sich der Kauf einer sogenannten Visitor Oyster Card, mit der Fahrten mit U-Bahn, Bus, einigen National-Rail-Zügen und weiteren Verkehrsmitteln bargeldlos bezahlt werden können. Die Karte lässt sich mit Guthaben zwischen 10 und 50 Pfund aufladen, hinzu kommen 3 Pfund Aktivierungsgebühr. Für einen zweitägigen Aufenthalt rät der Verbund «Transport for London» zum Beispiel zu 15 Pfund Kartenguthaben, bei vier Tagen zu 30 Pfund.

Geld: Ein britisches Pfund entspricht etwa 1,27 Euro (Stand: Mai 2016). Das Preisniveau in London ist - auch im Vergleich mit anderen europäischen Großstädten - allgemein hoch. Das Bezahlen mit Kreditkarten wird auch bei kleineren Käufen fast überall akzeptiert. Internet: www.visitlondon.com

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