07. Mai 2010

Luxuswein und Champagner nicht mehr gefragt

Im Luxusbereich, bei superteuren Bordeaux-Weinen und Champagner, hat der größte deutsche Weinhändler Hawesko im vergangenen Jahr spürbare Einbußen hinnehmen müssen

«Der Verkauf von Spitzenweinen kam praktisch zum Erliegen», sagte Hawesko-Chef Alexander Margaritoff. Der Konsum von Marken-Champagner reduzierte sich um fast 20 Prozent. Insgesamt ging der Weinkonsum pro Kopf um 1,5 Prozent zurück, doch weil die Verbraucher etwas mehr für die Flasche Wein ausgegeben haben, wuchs der Weinmarkt dennoch um 1,2 Prozent.

Der Hawesko-Konzernumsatz stagnierte bei 339 Millionen Euro, der Jahresüberschuss verringerte sich von 14,6 auf 13,1 Millionen Euro. Das ist immer noch das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens und über den Planwerten. «Die Krise hat bei den Händlern Spuren hinterlassen», sagte Margaritoff. «Insbesondere die Firmen, die im gehobenen Segment tätig waren, hatten mit großen Problemen zu kämpfen.»

Der mit hohem Eigenkapital und Liquidität ausgestattete Hawesko- Konzern habe in dieser Situation seine Marktposition stärken können. Auch Handelsketten und Direktvermarkter hätten zu den Gewinnern gehört. In Deutschland liegt der Weinvertrieb zur Hälfte in der Hand von Aldi, Lidl und Co. Margaritoff geht davon aus, dass der Hawesko- Umsatz in diesem und dem nächsten Jahr weiter steigt und die Gewinne mitziehen.

Hawesko ist sowohl im Einzelhandel (Jacques' Wein-Depot) als auch im Großhandel und im Versandhandel aktiv. Vor allem im Internet sieht Margaritoff noch zusätzliches Potenzial. Gegenwärtig kommen erst 20 Prozent der Bestellungen im Versandhandel über das Internet, doch dieser Anteil könne in den nächsten Jahren auf 40 oder 50 Prozent steigen. dpa