Genussgipfel Österreich
26. März 2010

Meinl am Graben verwandelt sein Restaurant

Fotos copyright Meinl am Graben

copyright Meinl am Graben

In Wien dreht sich das Restaurant-Karussell noch schneller als in Berlin. Jetzt verlässt auch Joachim Gradwohl das 17-Punkte-Restaurant im Meinl am Graben. Vielleicht sogar in Richtung Shangri-La?

Nach den Abgängen von Christian Petz aus dem Palais Coburg, von Toni Mörwald aus dem Hotel Ambassador und Reinhard Gerer aus dem Korso verabschiedet sich mit dem Meinl am Graben ein weiteres Restaurant aus der absoluten Gourmet-Klasse.

Derzeit bleibt Wien auf diesem Level eigentlich nur noch Newcomer Novelli und das Steirereck mit zwei Sternen erhalten, das Steirereck bezieht übrigens derzeit zusätzlich die Weine aus dem Weinkeller des Palais Coburg.

Diese asketische Situation wird sich aber schnell ändern. In den Startlöchern stehen die Luxus-Hotels Shangri-La und Sofitel und das Palais Schwarzenberg mit neuen Top-Restaurants. Neben Leonard Cernko, der im Februar das Top-Restaurant Jeroboam im Ritz Carlton Moskau als Statthalter von Heinz Winkler verlassen hat (aber ebenso zu seinen Plänen schweigt), bleibt da nun auch Gradwohl für eine Besetzung übrig. Schaun mer mal!

Julius Meinl am Graben verändert jedenfalls die Ausrichtung seines Restaurantbetriebs und konzentriert sich auf seine Kernkompetenzen. Ergebnis ist die Verwandlung des bisherigen Restaurants in eine moderne Version des klassischen Wiener Kaffeehauses, das sich am Abend in eine Champagner-Bar verwandelt.

Das Meinl bietet in einer unvergleichlichen Umgebung - der Blick über den Graben ist einzigartig in der Wiener Gastronomie-Szene - eine große Auswahl an Champagner und Cocktails. Auch der reichhaltige Vorrat aus Meinl's Weinkeller steht allen Gästen der Bar zur Verfügung. Dazu werden als kulinarische Ergänzung Austern, Kaviar und andere Köstlichkeiten serviert. Das neue Konzept wird ab Mai 2010 umgesetzt.

Julius Meinl am Graben Geschäftsführer Herbert Vlasaty erklärt: "Wir haben in den letzten Jahren sehr viel erreicht und sind zu einem der führenden Gourmet-Restaurants des Landes aufgestiegen. Auf der anderen Seite steht Julius Meinl seit fast 150 Jahren für die gelebte Wiener Kaffeehauskultur und ist für diese auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt."

Die öffentliche Vorverurteilung der Person Julius Meinl V. - wegen dubiosen Bankgeschäften - ist auch für Julius Meinl am Graben bzw. für die gesamte Marke nicht ohne Folgen geblieben. Dies erfordert im Zusammenhang mit der neuen Strategie den Abbau von 15 Arbeitsplätzen.

Der Meinl am Graben Geschäftsführer dazu: "Wir bedauern dies natürlich sehr, sehen aber derzeit keine Möglichkeit, die Mitarbeiter anderweitig im Haus einzusetzen." ots/W&G//Fotos copyright Julius Meinl am Graben

www.meinlamgraben.at