Mail aus München
16. November 2014

Meraner WineFestival Das italienische Wein-Mekka

Meraner WineFestival 2014, Fotos Monika Kellermann

Beim 23. Meraner WineFestival war die Stadt wieder fest in Händen von Weinproduzenten und Weinliebhabern

 

Vor 23 Jahren, als Helmuth Köcher gemeinsam mit zwei weinbegeisterten Freunden, das erste Meraner WineFestival gestaltete, waren 50 hochkarätige Winzer im Kursaal, die von 500 begeisterten Wein-Interessierten besucht wurden. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Winzer und hinzu kamen die Produzenten hochwertiger Feinkost. Heute können die über 6000 Besucher sich bei 600 Produzenten informieren und natürlich verkosten.

Das Kurhaus ist nach wie vor Ziel der Weinliebhaber, allen voran italienischer, aber ein Gespräch wie in der angenehmen, ruhigen Atmosphäre von 1992 mit den Winzern, die damals persönlich anwesend waren, ist heute nur schwer möglich. Vor allem am Samstag drängten sich in den wunderschönen, noblen Räumen des Kurhauses Menschenmassen an den Tischen, um ein Schlückchen guten Weins zu erhaschen. Es empfiehlt sich das Festival am Montag zu besuchen, denn der ist den professionellen Weinfachleuten vorbehalten. An diesem Tag kann man Gespräche mit den Weinproduzenten führen und in Ruhe verkosten.

Um jenes ehemalige, einzigartige Flair des Meraner WineFestival der Anfangsjahre wieder ein wenig aufleben zu lassen, hat Helmuth Köcher zum ersten Mal in diesem Jahr "CULT 2014" ins Leben gerufen. Am Freitag den 7. November von 14 bis 18 Uhr gab es im Fleur-Saal des Kurhauses die Möglichkeit, Weine von 40 namhaften Winzern aus Italien, die die jüngste Entwicklung des italienischen Weins maßgebend geprägt haben, zu verkosten. Unter anderem präsentierten ihre Weine Weingüter wie Allegrini, Lageder, Braida, Kante, Marchesi Antinori, Ornellaia, Romano dal Forno und viele weitere großartige Weinproduzenten. An diesem Nachmittag hatte man wieder ein Gefühl wie anno dazumal. Eine gute Idee, fanden Besucher und Winzer, die hoffentlich im nächsten Jahr beibehalten wird.

Daneben etablierte sich das Festival als Genussmeile - von Käse, Schinken und Würsten über Dolce, hin zu Kaffee, Spirituosen und Bier - ein kleines Schlaraffenland für Genießer. Abgerundet wurde das Südtiroler Wein-Spektakel mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, unter anderem mit der Bio&Dynamica und einem World Wine Economic Forum, das sich mit dem diesjährigen Thema "Welches Modell der Nachhaltigkeit braucht es, um effizient zu sein und den Markt zu überzeugen" auseinandersetzte.

Der Direktor des Meraner Winefestivals Helmuth Köcher resümierte, dass sich in jenen 23 Jahren viel getan hat in puncto Weinqualität. Immer mehr Produzenten keltern sehr gute Weine; mit ein Grund, weshalb die Anzahl der teilnehmenden Winzer so gestiegen ist. Dennoch gilt heute wie damals; Nur absolute Qualitätsweine sind auf dem Meraner Festival zugelassen. Die Kapazität des Kurhauses wurde allerdings - mit über 6000 Besuchern in drei Tagen - erreicht.

Eure

Monika Kellermann