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24. Juni 2010

Meuterei im Badischen Winzerkeller

Revolte in der größten Winzergenossenschaft Deutschlands

Die Mitglieder des Badischen Winzerkellers mit Sitz in Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) haben am Mittwochabend den seit einem Jahrzehnt amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Heinrich Maier aus dem Amt gedrängt.

Mitglieder bestätigten Medienberichte, wonach sie mit den Auszahlungen für die Traubenablieferung nicht zufrieden gewesen seien. Die Abwahl war offenbar von mehreren Mitgliedsgenossenschaften aus den Anbaubereichen Breisgau und Kaiserstuhl im Vorfeld verabredet worden.

Die Mehrzahl der Mitglieder hatte zunächst in geheimer Abstimmung dem Aufsichtsrat die Entlastung verweigert. Bei den anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat erhielt der Vorsitzende Maier dann keine Mehrheit. Stattdessen wurde Albert Meier, Vorstand der Winzergenossenschaft Eichstetten, zum Aufsichtsrat berufen.

Im Geschäftsjahr 2009 wurden nach dem Jahresbericht des Badischen Winzerkellers 21,7 Millionen Liter Wein abgesetzt - 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings sei der Durchschnittserlös von 2,45 auf 2,30 Euro je Liter gesunken, was vor allem mit den rückläufigen Preisen auf dem Rotweinmarkt zusammenhänge, wie es hieß.

Die Badische Winzerkeller eG ist nach eigenen Angaben die größte Weinerzeugerkellerei Deutschlands. Sie produziert in etwa ein Viertel des badischen Weines. Dem Genossenschaftsverbund sind 36 vollanliefernde und 31 teilanliefernde Winzergenossenschaften angeschlossen. Insgesamt gehören dem Badischen Winzerkeller rund 6000 Winzerbetriebe an. dpa