REISE
12. Januar 2010

Michael Schumacher heizt Reise nach Bahrain an

Ansturm auf Tickets für die Formel 1 Saison: Schumis Rückkehr kurbelt die Buchungen für Hotels und Reisen zum Formel 1 Zirkus an

Für viele Formel-1-Fans war es ein Weihnachtsmärchen, das wahr wurde: Einen Tag vor Heiligabend kündigte Michael Schumacher sein Comeback an. Nach 1240 Tagen Abstinenz will der 41-Jährige wieder im Rennzirkus mitmischen, heute begann er mit den ersten Testfahrten für Mercedes.

Der Auftakt der Grand-Prix-Saison 2010 findet am 14. März in Bahrain statt - und mit dabei sein werden viele Rennsportfans, die ihr Idol wieder live erleben wollen. Und auch für die übrigen 18 Rennen der Formel-1-Saison 2010 deutet sich jetzt ein Ansturm auf Reisen an, die zu den Duellen der PS-Boliden mit ihren heulenden Motoren führen.    

Bereits nachdem im Sommer 2009 durchgesickert war, dass «Schumi» ein Comeback versuchen will, schnellten beim Sportreisen-Anbieter Dertour Live die Buchungszahlen in die Höhe. «Da haben wir zum ersten Mal gesehen, wie groß der Effekt ist», sagt Tom Rostek, der Bereichsleiter Sportreisen beim Veranstalter Dertour in Frankfurt.

Doch zunächst musste Schumacher den geplanten Wiedereinstieg mitten in der Saison absagen. Zu sehr belasteten ihn noch die Folgen eines Motorradunfalls. Umso größer war die Überraschung, als Schumacher im Dezember dann einen Dreijahresvertrag mit Mercedes bekanntgab.    

Nicht nur am Hockenheim-Ring, wo am 25. Juli der Große Preis von Deutschland als elftes Saisonrennen stattfindet, verzeichnete Dertour daraufhin einen Ansturm auf Tickets. «Wir mussten Leute aus dem Urlaub holen, um die Nachfrage bewältigen zu können», erzählt Rostek. Wie lange Fans in Hockenheim noch freie Platzwahl haben, sei schwer zu sagen: «Es gibt schon einige Tribünen, da ist es sehr, sehr eng.»    

Auch beim Sportreisen-Spezialist Vietentours aus Meerbusch bei Düsseldorf gehen seit der Comeback-Ankündigung vermehrt Anfragen ein. «Primär wird das deutsche Rennen nachgefragt», sagt Enrico Kowski, der bei Vietentours den Bereich Fußball und Formel 1 leitet. Auch Rennorte wie Barcelona oder Monza in Italien, die von Deutschland aus schnell zu erreichen sind, würden oft gebucht.

Drei-Tage-Pauschalen für Barcelona oder Spa in Belgien mit Übernachtung im Doppelzimmer und Stehplatzticket fürs Rennen kosten bei Vietentours bei eigener Anreise pro Person knapp 500 Euro. Sieben Tage Shanghai sind für gut 1800 Euro zu haben, am teuersten ist mit rund 2400 Euro die Rennpauschale für Abu Dhabi. Bei diesen Fernzielen sind dann aber Flüge, Verpflegung, Rundfahrten und diverse Extras eingeschlossen.    

Maximal ein Dutzend Formel-1-Kunden im Jahr leisten sich bei «Vietentours VIP-Tickets», die mindestens 2700 Euro kosten. Mit diesen Karten für den sogenannten Paddock Club, den Formel-1-Organisator Bernie Ecclestone 1984 ins Leben rief, erkaufen sich Motorsportfreunde den Zugang zur Glitzerwelt der Reichen und Schönen - Fahrerlager, Boxengasse und Gourmet-Catering inklusive.    

Bei Dertour läuft auch der Verkauf für das erste Rennen in Bahrein gut: «Es sind schon 30 Personen zusammen, das ist viel für eine Ferndestination», sagt Rostek. Die Fans können sich das Wochenende individuell zusammenstellen, denn Dertour verkauft Tickets und Hotelaufenthalte getrennt. Wem zwei Hotelsterne und ein Stehplatz genügen, ist zum Beispiel beim Rennen in Hockenheim bei eigener Anreise ab knapp 270 Euro pro Person im Doppelzimmer dabei.    

Nach oben gibt es preislich jede Menge Spielraum, denn Extras wie Stadtrundfahrten, Helikopter-Transfers oder Treffen mit Fahrern lassen sich bei Dertour nach Belieben dazubuchen. Auch der auf Motorsportreisen spezialisierte Anbieter Grand Prix Travel Team (GPTT) aus Köln bietet Luxus-Extras wie die «Paddock-Club»-Karten an. Außerdem hat GPTT Anschluss-Rundreisen im Programm, beispielsweise einen Badeurlaub auf den Malediven nach dem Großen Preis von Bahrain oder eine Australien-Tour nach dem Rennen in Melbourne Ende März.    

Doch zunächst muss sich Michael Schumacher auf der Wüsten-Rennstrecke in Bahrain behaupten. Tom Rostek ist aber davon überzeugt, dass Sieg oder Niederlage keine Kategorien für das «Schumi»-Phänomen sind: «Schumacher ist ein derartiger Magnet, dass es nur wichtig ist, ihn zu sehen.» (Dirk Averesch, dpa)