Michelin neue Sternerestaurants: L.A. Jordan, the dune & Harzfenster

Für Deidesheimer Spitzenkoch Daniel Schimkowitsch kam der dritte Michelin-Stern unerwartet. «Das kam sehr überraschend», sagte der Küchenchef des «L.A. Jordan» nach der Verleihung in Frankfurt. Er habe es eigentlich erst verstanden, als von einem kleinen Ort in einem Weinbaugebiet die Rede gewesen sei. «Und dann war klar, okay, das können eigentlich nur wir sein.»

Er und sein Team hätten sich auch nicht verrückt gemacht wegen eines dritten Michelin-Sterns. «Also wir haben keine Reservierung gecheckt oder sonst was. Am Ende des Tages haben wir jeden Tag unseren Job gemacht.»

Das Restaurant im pfälzischen Deidesheim wurde am Dienstagabend als einziges Restaurant neu in den Olymp der Drei-Sterne-Restaurants aufgenommen. «Auf dem Anwesen des ehemaligen Bassermann-Jordan-Weinguts schafft Daniel Schimkowitsch mit seiner reduzierten kreativen Küche den Sprung von zwei auf drei Sterne», heißt es bei Michelin über den Senkrechtstarter der Gastroszene.

Pfalz habe gute Mischung aus jungen Winzern und Traditionshäusern

An der Pfalz schätzt er die Mischung zwischen jungen, innovativen Winzern und den etablierteren Traditionshäusern. «Es gibt so viele geile Weingüter in Deidesheim, wo die jungen Leute jetzt am Start sind. Aber auch die großen Namen.» Es passiere sehr viel in der Region. «Wir haben eine Mega-Community. Wir schätzen uns alle, wir respektieren alle das, was jeder Einzelne macht», sagt Schimkowitsch, der ursprünglich aus Bayern kommt. Zudem habe die Pfalz sich als Ausflugsdestination und Urlaubsregion entwickelt. «Ich wollte am Ende des Tages einen Platz schaffen, den man in Deidesheim so nicht erwartet und in der Pfalz nicht erwartet.»

Auch wenn es große Herausforderungen wie etwa den Personalmangel gebe, liebe er seine Branche: «Ich glaube, Gastronomie, egal ob jetzt im Service oder in der Küche, ist mit einer der geilsten Berufe, die man machen kann auf diesem Planeten.» Es stehe einem alles offen, «ob man jetzt in einem Wirtshaus arbeitet, ob man jetzt aufs Schiff geht, ob man in einem Stadthotel arbeitet oder ob man eben irgendwie in die High-End-Gastronomie geht». 

Man könne überall auf der Welt arbeiten und man habe ein Entwicklungspotenzial und so viele unterschiedliche Konzepte. «Und ich finde es auch mega, wie sich die Gastronomie in den letzten 10, 15 Jahren in Deutschland entwickelt hat, dass man so viele unterschiedliche Konzepte und Küchen hat und die aber auch wertgeschätzt werden.» dpa

Zu den Sterne-Restaurants 2026

Zwei Michelin-Sterne zum Auftakt: the dune by Niclas Nußbaumer im THE FLORENTIN by Althoff Collection ausgezeichnet

Ein fulminanter Auftakt für das THE FLORENTIN by Althoff Collection: Das Restaurant the dune by Niclas Nußbaumer wurde im Rahmen der gestrigen Verleihung des Guide Michelin in Frankfurt mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Nur rund ein halbes Jahr nach der Eröffnung im Dezember 2025 erreicht das „Modern Fine Dining“-Restaurant damit auf Anhieb eine der höchsten kulinarischen Auszeichnungen des Landes – ein außergewöhnlicher Erfolg für Küchenchef Niclas Nußbaumer, Gastgeberin Lea Rupp und das gesamte Team.

Für Frankfurt ist die Auszeichnung zugleich ein weiteres starkes Signal als Destination für Genießerinnen und Genießer. Neben the dune wurde im Rahmen der diesjährigen Verleihung ein weiteres Frankfurter Restaurant neu mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Damit gewinnt die Stadt als kulinarischer Standort noch einmal deutlich an Strahlkraft und unterstreicht ihre wachsende Bedeutung innerhalb der deutschen Spitzengastronomie.

Für Küchenchef Niclas Nußbaumer und Gastgeberin Lea Rupp ist die Auszeichnung ein besonderer Meilenstein. Bereits in ihrer vorherigen Wirkungsstätte im Schwarzwald hatten beide gemeinsam zwei Michelin-Sterne erreicht. Mit the dune knüpfen sie nun in Frankfurt an diesen Erfolg an und setzen zugleich ein starkes Zeichen für die kulinarische Positionierung des Urban Retreats im Portfolio der Althoff Collection. Auch das Gourmet-Magazin Der Feinschmecker hatte das Restaurant bereits gewürdigt und mit 4 F ausgezeichnet. 

„Diese Auszeichnung bewegt uns sehr“, sagt Niclas Nußbaumer. „Der direkte Einstieg mit zwei Michelin-Sternen ist für uns weit mehr, als wir uns zu diesem Zeitpunkt hätten erträumen können. Frankfurt hat vom ersten Tag an eine besondere Energie für uns gehabt. Die Stadt ist international, direkt, anspruchsvoll und offen für neue kulinarische Erlebnisse. Genau diese Spannung nehmen wir jeden Tag auf. Dass unser Weg mit the dune schon nach so kurzer Zeit mit zwei Michelin-Sternen bestätigt wird, ist ein unglaublicher Moment für Lea, für mich und für alle, die dieses Restaurant jeden Tag mittragen.“

Boris Messmer, General Manager des THE FLORENTIN, sieht in der Auszeichnung eine besondere Bestätigung für das junge Haus: „the dune war von Beginn an als eigenständige kulinarische Destination gedacht – für Hotelgäste ebenso wie für Frankfurterinnen, Frankfurter und internationale Gäste der Stadt. Dass Niclas Nußbaumer und Lea Rupp diesen Anspruch in so kurzer Zeit mit zwei Michelin-Sternen bestätigen konnten, ist außergewöhnlich. Es zeigt, wie viel Leidenschaft, Präzision und Gastgeberkultur in diesem Restaurant stecken – und welch starke kulinarische Energie Frankfurt derzeit entwickelt.“

Frank Marrenbach, CEO der Althoff Hotels, ergänzt: „Zwei Michelin-Sterne nur wenige Monate nach der Eröffnung zu erhalten, ist ein großer und bewegender Moment, der und mit großer Freude und Stolz erfüllt. Mein besonderer Dank gilt Niclas Nußbaumer und Lea Rupp sowie dem gesamten Team des the dune, die mit Leidenschaft, Talent und außergewöhnlichem Einsatz diesen Erfolg möglich gemacht haben. Ebenso danke ich unseren Gästen für ihr Vertrauen und ihre Begeisterung von Beginn an. Mit the dune gewinnt Frankfurt eine neue Adresse der Spitzengastronomie. Zugleich unterstreicht diese Auszeichnung unseren Anspruch, in unseren Häusern kulinarische Konzepte zu schaffen, die eigenständig, relevant und weit über den Hotelbetrieb hinaus sichtbar sind.“

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Aufsteiger mit Stern: Johannes Steingrüber überzeugt den Guide Michelin

Die Spitzenköchinnen und -köche der Jeunes Restaurateurs (JRE) Deutschland konnten bei der Verleihung des Guide Michelin Deutschland 2026 erneut überzeugen: Insgesamt gingen 43 Sterne an Betriebe der Vereinigung. Besonders freuen sich die JRE über die Auszeichnung von Johannes Steingrüber, der mit seinem Restaurant „Harzfenster“ in Seesen erstmals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

Mit Johannes Steingrüber erhält eines der jüngsten Mitglieder der Jeunes Restaurateurs Deutschland seinen ersten Michelin-Stern. Der gebürtige Seesener kehrte nach Stationen in der deutschen Spitzengastronomie in seine Heimat zurück, um sich mit dem Restaurant „Harzfenster“ einen Lebenstraum zu erfüllen. Seine Küche verbindet regionale Produkte aus dem Harz mit internationalen Einflüssen, handwerklicher Präzision und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit. Seit 2024 ist der 30-Jährige Mitglied der JRE-Deutschland.

„Wir sind jung, wir sind hungrig und wir haben unglaublich viel Lust auf das, was vor uns liegt. Unser Ziel war nie eine einzelne Auszeichnung. Unser Ziel ist es, unsere Gäste glücklich zu machen – Abend für Abend. Und genau daran werden wir weiter arbeiten“, sagt Johannes Steingrübe, „wir wollen nicht nur kochen. Wir wollen Erinnerungen schaffen. Jeder Gast soll spüren, wie viel Leidenschaft und Herzblut in unserem Haus steckt.“

Dass Steingrüber zu den spannendsten Nachwuchstalenten der deutschen Spitzengastronomie zählt, zeigt sich im Übrigen nicht nur in der heutigen Auszeichnung. Der 30-Jährige gehört aktuell zu den sieben Köchinnen und Köchen, die vom Magazin „Der Feinschmecker“ für die Wahl zum „Aufsteiger des Jahres 2026“ nominiert wurden. Mit dem ersten Michelin-Stern erhält seine Entwicklung nun weitere Anerkennung.

JRE als Talentschmiede der Spitzengastronomie

„Der erste Michelin-Stern ist für jede Köchin und jeden Koch ein ganz besonderer Moment. Johannes Steingrüber hat sich diese Auszeichnung mit seiner klaren Handschrift und seinem hohen Qualitätsanspruch verdient. Gleichzeitig gratuliere ich allen JRE Mitgliedern, die heute ihre Sterne verteidigen konnten. Ihre Erfolge zeigen, wie lebendig und vielfältig die deutsche Spitzengastronomie ist“, sagt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.

Seit 35 Jahren fördern die Jeunes Restaurateurs nun schon junge Spitzenköchinnen und -köche, unterstützen den Austausch innerhalb der Branche und begleiten Talente auf ihrem Weg. „Die heutigen Auszeichnungen zeigen eindrucksvoll, wie viel Talent, Leidenschaft und Zukunft in den Reihen der JRE steckt. Dass so viele Mitglieder heute zu den Besten des Landes zählen, bestätigt diesen Weg. Die heutige Bilanz zeigt einmal mehr die außergewöhnliche Qualität und Vielfalt unserer Gemeinschaft“, so Röder.