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15. Juli 2009

Molekularküche: Koch bei Explosion schwer verletzt

Ein 24-jähriger Koch ist am Sonntag bei einer Explosion von flüssigem Stickstoff in einer Wohnung in Stahnsdorf bei Potsdam schwer verletzt worden

Beim Hantieren mit flüssigem Stickstoff kam es in der Privatwohnung zur Explosion. Der junge Koch, der bereits im bekannten Restaurant Bäkemühle von Ronny Pietzner in Kleinmachnow gearbeitet hatte, experimentierte mit dem flüssigen Stickstoff für Rezepte der Molekularküche. Mit Stickstoff können Speisen bei bis zu 200 Grad Minus "molekular" verändert werden.

Eine Operation zur Rettung der linken Hand sei erfolgreich verlaufen, erklärte Handchirurg Andreas Eisenschenk vom Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) der dpa. Wegen der Gefahr von Entzündungen müsse der Mann noch mehrere Tage in Narkose bleiben. «Sein Zustand ist aber stabil», sagte Eisenschenk. Im linken Unterarm seien «wie bei einem Haibiss» Haut, Fettgewebe und Knochen rausgerissen worden. Die Hand konnte gerettet werden. Allerdings werde nur eine «Restfunktion» bleiben.

Der Koch hat offenbar durch die Detonation einer Druckgasflasche die rechte Hand verloren. Sie war völlig abgetrennt und zerfetzt worden. Eisenschenk hat nach seinen Angaben mit mehreren Teams in einer neunstündigen Operation den komplett durchgebrochenen rechten Unterarm mit Platten stabilisiert.

Eisenschenk hatte als Chefarzt der Abteilung für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie im UKB zuletzt auch den Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz nach einem Affenbiss operiert. Vor einem halben Jahr konnte Eisenschenk mit seinem Team auch den durch eine Bombenexplosion zerfetzten Arm der 12-jährigen Charlyn retten.

Der genaue Unfallhergang bei dem Koch aus Brandenburg ist noch nicht geklärt. Allerdings scheint der 24-Jährige das Unglück offenbar selbst verursacht zu haben. Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Mann nicht richtig mit der Druckgasflasche umgegangen, teilte die Polizei mit.