16. Oktober 2009

Neuer Trend Luxus-Skihütten

Die Wintersaison beginnt: Immer mehr Luxus-Skihütten entstehen in den alpinen Ski-Gebieten

Manche Menschen besitzen mehrere Häuser. Andere leisten sich viele Autos. Martha Schultz dagegen "sammelt" Skigebiete - und Luxusskihütten, die über 2000 Meter liegen.

Wedelhütte. Immer, wenn Martha Schultz dieses Wort in den Mund nimmt, strahlt sie, als wäre gerade der erste Schnee auf die Zillertaler Berge gefallen. Wedelhütte heißt ihr neues Projekt im Skigebiet Hochfügen Zillertal: Am 8. Dezember eröffnet zwischen Wimbachkopf und Marchkopf die höchst gelegene Hütte auf Fünf Sterne-Niveau im Zillertal. "Die Wedelhütte mit zwölf Suiten samt einem vis-a-vis-Panoramablick auf die höchsten Dreitausender des Zillertals sollen den Einkehrschwung neu definieren", sagt Schultz.

Würde Hansi Hinterseer neben ihr stehen, würde er "bääärrrrrriiig" dazu sagen: Ein zweistöckiger Felsenweinkeller, ein Privatspa in jeder der zwölf Suiten, eine Wedler Premium Lounge (das etwas andere Wort für VIP-Bereich) sollen der Wedelhütte eine neue Dimension verleihen. By the way: Die Luxushütte liegt auf exakt auf 2350 Meter Seehöhe und ist nur mit Skiern erreichbar. Da wird die Luft schon knapp, so hoch oben. www.wedelhuette.com

Der Name Schultz steht für Schigebiete. Der Gruppe, die Martha Schultz mit ihrem Bruder Heinz führt, gehören nicht weniger als fünf delikate Filets der österreichischen Schilandschaft. Der Vollständigkeit halber seien sie aufgezählt: Hochfügen-Zillertal, Sillian Hochpustertal, Großglockner Resort, Mölltaler Gletscher und Mallnitz-Ankogel. "Die Faszination der einzigartigen Landschaft der Alpen war und ist Motor und Impulsgeber für unser Tun", zitiert Schultz ihren verstorbenen Vater.

Wie gesagt: Schultz sammelt nicht nur Skigebiete, sondern auch Luxus-Skihütten kurz unter Gipfelniveau. Nach der Wedelhütte das zweites Beispiel: Vor fünf Jahren definierte sie mit der Kristallhütte im Zillertal den Begriff "Ibiza auf den Bergen". Vier Mal hintereinander wurde sie zur besten Schihütte des Jahres gewählt. Die Stichworte dazu: Wasserbetten, Kuschelecken, Panorama-Chillbereich, Außenfeuerstelle, Lammfellliegen, Chouchen und DJ-Sound, Haubenküche und Lagenweine - und das 2147 Meter, hoch über dem Inntal. www.kristallhuette.com

Alle guten Dinge sind drei: Im Vorjahr wurden Schifahrer erstmals auf der Aussichtsplattform Adlerhorst (Foto, copyright adlerlounge) auf 2621 m schwindlig. Nun ist auch die dazugehörige Adlerlounge fertig - eine Luxusskihütte im Großglockner Resort Kals-Matrei, direkt neben der neuen Bergstation am Cimaross, die im Vorjahr durch den Zusammenschluss der Skigebiete Kals und Matrei entstanden ist. Das System bleibt dasselbe: Bar und Lounge, Fine Dining, dazu exklusiv eingerichtete und stylische Suiten zur Übernachtung in luftiger Höhe. Die Küche wird von Walter Hartweger geleitet, jenem Mann, der auf der Kristallhütter schon für den Titel "beste Skihütte" mitverantwortlich war. www.adlerlounge.at

Zu guter Letzt wedelt und isst man bei den Schultzes für den guten Zweck. "Eat, Drink und Help" heißt die Aktion, bei der Kochstars wie Mario Lohninger vom Silk Club in Frankfurt oder Tim Mälzer am Herd stehen und für die gute Sache umrühren. Das Motto 2009: Zwei Hütten - doppelter Genuss. Die ersten drei Gänge des Charity-Menüs werden auf der neuen Wedelhütte genossen, danach geht es auf Schiern zur Kristallhütte zu weiteren drei Gängen.

In den vergangenen drei Jahren konnten so schon mehr als 25.000 Euro an karikative Organisationen wie dem Verein Achse, Allianz für Chronisch seltener Erkrankungen, "serviert" werden. Schifahren für den guten Zweck? "Bärig", wie Hansi Hinterseer sagen würde.

 

Ihr Connaisseur

Robert Kropf - mit Grüßen aus der Skihütte

 

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