26. Oktober 2013

News aus dem Romanischen Café

Verlegung eines Stolpersteines vor dem Romanischen Café des Waldorf Astoria Berlin

Zum Gedenken an John Höxter, einen Maler und Schriftsteller der Berliner Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts, verlegt die Initiative Stolpersteine am 29. Oktober 2013 um 9.30 Uhr einen sogenannten Stolperstein vor dem Romanischen Café des Waldorf Astoria Berlin. Pate des Stolpersteins für John Höxter ist der Verein Poesie schmeckt gut e.V. aus Jena.

WAS: Verlegung eines Stolpersteines zu Ehren von Maler und Autor John Höxter

WANN: Dienstag, 29. Oktober um 09:30 Uhr

WO: Vor dem Romanische Café des Waldorf Astoria Berlin, Hardenbergstraße 28 in 10623 Berlin

VOR ORT: Vertreter des Vereins Poesie schmeckt gut e.V., der Initiative Stolperstein Berlin und des Waldorf Astoria Berlin

John Höxter (gestorben am 15. November 1938 bei Potsdam) war Maler, Autor und Vertreter des Expressionismus, Dadaismus und der Bohème. Die Künstler der Berliner Szene trafen sich oft im ehemaligen Romanischen Café in Berlin. Höxter arbeitete ab 1911 für Die Aktion, eine literarische und politische Zeitschrift, die dem Expressionismus zum Durchbruch verhalf und für eine undogmatische linke Politik stand. Als jüdischer Künstler wurde er geächtet und verfolgt, nach der Pogromnacht 1938 nahm sich Höxter das Leben.

Die Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus vor deren einstigen Wohnhäusern erinnern, sind eine Idee des Berliner Künstlers Gunter Demnig. Die Steine werden in das Pflaster des Gehsteigs eingemauert, auf einer eingelassenen Messingplatte sind Name, Geburtsjahr und Stichwörter zum weiteren Schicksal des Opfers eingraviert. Bisher sind in Berlin über 5.000 Stolpersteine verlegt worden.

Für die Berliner Künstler des 20. Jahrhunderts präsentierte sich das Romanische Café als intellektuelles Zuhause. Führende Maler, Schauspieler und Regisseure, Journalisten und Kritiker trafen sich, aßen und tauschten sich aus. Das im Bombenhagel auf Berlin 1943 zerstörte Original befand sich gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, in unmittelbarer Nähe seines neuen Standortes. Im Waldorf Astoria Berlin erlebt dieses geschichtsträchtige Café seine Renaissance. Mit regelmäßigen Veranstaltungen wie Lesungen oder einem Literaturwettbewerb knüpft das Café an die Tradition des ehemaligen Kunsttreffs an. www.waldorfastoriaberlin.com