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19. September 2010

News aus der Champagne: Weinlese 2010 & Niebuhr

100.000 Lesehelfer in der Champagne-Lese, Claus Niebuhr ist der beste Ausbilder für Champagne-Weine in Deutschland 2010

Im Département Aube in Montgueux wurden am 10. September die ersten Trauben des Champagne-Jahrgangs 2010 von Hand gelesen. Für jede der 319 Weinbaugemeinden der AOC Champagne und für jede der drei Rebsorten wird der Beginn der Weinlese einzeln festgelegt.

Der Champagne-Gesamtverband erfasst seit Mitte August in 450 Messstationen täglich den Reifeverlauf der Trauben. Der Höhepunkt der Lese wird ab dem 15. September erreicht werden. Als letzte Gemeinde beginnt Baye im Département Marne am 23. September mit der Ernte der Trauben.

Über 100.000 Lesehelfer unterstützen die Winzer der Champagne bei der manuellen Lese. Die ertragsfähige Rebfläche umfasst rund 33.100 Hektar und wird in rund drei Wochen abgeerntet sein. Da ausschließlich die Pressung ganzer und unbeschädigter Trauben erlaubt ist, finden sich in den Weinbergen der Champagne rund 1.900 Presszentren.

Champagne-Jahrgang 2010

Das Jahr 2010 begann frost- und schneereich. Der Austrieb der Reben war später als im langjährigen Mittel. Der außergewöhnlich schöne und warme Juli beschleunigte die Rebentwicklung. Das wechselhafte Augustwetter verlangsamte die Reifung der Trauben nicht. Der Regen der letzten Wochen ermöglichte den Trauben Gewicht zuzulegen und sorgte für eine notwendige Bewässerung der Böden. Die aktuellen Analysedaten lassen eine qualitativ gute Ernte 2010 erwarten. Anhaltend schlechtes Wetter könnte jedoch die Botrytis-Entwicklung begünstigen, die bisher moderat ist.

Höchsterträge

Der diesjährige verfügbare Ertrag von maximal 10.500 Kilogramm Trauben pro Hektar entspricht 66,9 Hektoliter pro Hektar und liegt rund neun Prozent höher als 2009. Der erlaubte Maximalertrag liegt bei 12.000 Kilogramm pro Hektar. Die Differenz zwischen dem Höchstertrag und dem verfügbarem Ertrag kann in eine individuelle Sonderreserve eingebracht werden. Diese Reserve ist auf insgesamt 8.000 Kilogramm pro Hektar und Erzeuger begrenzt. Der Hektarhöchstertrag wird jedes Jahr vor der Lese zwischen den Winzern und Häusern der Champagne verhandelt und vom Comité Champagne bekannt gegeben.

Absatzentwicklung

Die Ertragsregelung spiegelt die positive Entwicklung des Absatzes von Champagne wider: Von Januar bis Juni 2010 wurden weltweit 113,4 Millionen Flaschen Champagne verkauft. Das ist ein Plus gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 von 17,9 Prozent.

Zur Reportage Weinlese in der Champagne

Claus Niebuhr ist der beste Ausbilder für Champagne-Weine in Deutschland

Der beste Ausbilder für Champagne in Deutschland des Jahres 2010 ist der Sommelier Claus Niebuhr. Er ist Leiter der Berliner Niederlassung der Deutschen Wein- und Sommelierschule.

Eine vierköpfige Fachjury ermittelte im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn den besten Fachausbilder Deutschlands im Rahmen einer mündlichen und praktischen Prüfung. Nach einem schriftlichen Auswahlverfahren stellten sich dort drei Finalisten den Fragen der Jury: Vico Gröschner, Fachlehrer der Hotelfachschule Dortmund, Thomas Bergemann, Weinausbilder für Rewe aus Köln und Claus Niebuhr.

Nach einem einwöchigen Besuchsprogramm in die Champagne treten die acht nationalen Gewinner im europäischen Finale am 29. Oktober 2010 in Épernay an, um den europäischen Preisträger des Concours Européen des Ambassadeurs du Champagne 2010 zu ermitteln. Claus Niebuhr wird Deutschland vertreten.

Das Comité Champagne in Épernay - der berufsübergreifende Verband der Champagne-Häuser und Champagne-Winzer - vergibt den Titel in diesem Jahr zum sechsten Mal an Fachausbilder, Lehrkräfte, Referenten und Weinfachleute.

Die Vorjahres-Preisträger

2009: Boris Maskow, Jurist und Weinhändler in Essen

2008: Yvonne Heistermann, Dozentin an der Deutschen Wein- und Sommelierschule Koblenz

2007: Ingeborg Aug, Dozentin an der Hotelfachschule Hamburg

2006: Peter Dreykluft, Dozent an der Hotelfachschule Hamburg

2005: Reinhard Austen, Dozent an der Hotelfachschule Hannover