News
07. Februar 2008

News aus der Wein-Blogger-Szene: Planet Bordeaux schäumt, Weinrallye 8 beendet

... es ist mal wieder ganz schön was los, der Wein gärt heftig ...

Auf dem Planeten Bordeaux nimmt die Diskussion über einen Artikel über die angebliche Krise im Bordelais schon skurrile Züge an. Eine Print-Autorin wird für ihren Artikel vom Blog-Autor auseinandergenommen (durchaus zu Recht, sie schreibt über eine Krise, die es so nicht mehr gibt), dafür greift sie den Blogger unter dem Motto an: Print und Journalist ist seriös, online und Blogger ist doch nur schnöde Interessenvertretung, dazu noch bezahlt von Wein-/Winzer-Organisationen.

Was für eine Hybris!

Nicht nur, das eine große Zahl von Wein-Bloggern aus dem Journalismus kommt und weiterhin für Fachzeitschriften arbeitet. Hier wird unterstellt, das Werbung auf Bloggs anrüchig sei. Was für ein verqueres Welt-Bild.

Warum diesen Schritt zurück in die mediale STEINZEIT? Es ist eine Selbstverständlichkeit, das in der Print-Welt Anzeigen stehen, Wein, Autos, Banken. Keiner stört sich daran, natürlich können die Mitarbeiter der Zeitung Die Welt weiterhin unabhängig über Autos und Wein berichten.

Blogger gehen nur als ehrenwert durch, wenn sie OHNE Anzeigen auskommen. Wird hier etwa schlechter recherchiert oder billiger gearbeitet? Das ist mit zweierlei Maß gemessen und die naive Meinung wird vertreten, dass Blogger interessengesteuerte Idioten sind, Print-Journalisten die wahren Helden. Atavistischer geht es nicht!

Natürlich können Blogger genauso unabhängig schreiben wenn sie Werbung auf ihren Seiten haben! Eine gewisse Grauzone ist ein Unternehmen, das in einem eigenen Blog ebenfalls über Produkte schreibt, die das Unternehmen anbietet. Das kann aber auch Kult sein wenn es klar erkennbar ist! Für mich ist das vergleichbar mit einer redaktionellen Beilage (Champagner zu Silvester, die auch nur erscheint, wenn die Hälfte des Seitenaufkommens mit Anzeigen belegt ist). Und, das sind meistens die interessantesten Produktionen ...

Solange es sich nicht um den Fall dreht, das ein Händler einen Journalisten/Blogger dafür bezahlt, das er gut über den Wein schreibt, das er Geld dafür einsteckt, das er ein Auto über den grünen Klee lobt und das schmierige Restaurant so toll findet, weil er den dicken Scheck einstreicht ...

Das wären kriminelle Machenschaffen, die durchaus eine juristische Relevanz haben. Und wenn nicht als Werbung gekennzeichnet, auch von keiner Redaktion oder dem Publikum geduldet werden. Egal ob line oder online.

+++++++++++++++++++++++++++

Die Weinrallye 8 vom bloggenden Weingut Lisson ging sehr erfolgreich über die Runden. Hier zu den Zusammenfassungen

Grüße, Niko