Restaurants
22. März 2018

Nobelhart & Schmutzig in Berlin Billy Wagner macht zwei Preise

Das Restaurant Nobelhart & Schmutzig bietet zwei verschiedene Preise für das gleiche Menü und geht damit einen für die Gastronomie neuartigen Schritt, der in anderen Branchen, wie im Hotelgewerbe die Regel ist: Ist die Nachfrage hoch, steigt der Preis, ist sie niedrig, wird es günstiger.

 

Post von Billy Wagner, dem Wirt im Berliner Speiselokal Nobelhart & Schmutzig:

"Wir haben in den letzten Monaten viel in das Nobelhart & Schmutzig investiert. In die Mitarbeiter, die schon lange bei uns sind, in die Ausstattung des Restaurants – wir verwenden in der Küche nun fast ausschließlich Edelstahl und Ton statt Plastik.

Weiterhin haben wir seit Anfang des Jahres eine neue Stelle für einen Koch geschaffen, der ein Bindeglied zwischen dem Produzenten und uns sein wird. Wir sind in der Stadt und wir brauchen jemanden, der direkt auf dem Feld zu Hause ist oder im Stall wohnt. Jemanden, der schnell vor den Toren Berlins ist und jemanden, der uns das Beste aus dem Spreewald, der Uckermark oder der Müritz direkt ins Restaurant holt. Jemanden, der kochen kann und der direkt am Produzenten anfängt, die Ideen aus der Küche von Micha Schäfer zu denken.

Nach drei Jahren hat aber auch uns die Realität der deutschen Gastronomie eingeholt. Am Dienstag und Mittwoch bleiben gelegentlich ein paar Plätze am großen Tisch frei. Das ist normal bei knapp 40 Plätzen, aber leider sind der Donnerstag, der Freitag und der Samstag weiterhin brechend voll.

Wieso leider? Unser Personal müssen wir an fünf Tagen beschäftigen, um auch die Spitzentage mit Qualität zu bedienen, aber wenn Dienstag und Mittwoch nicht ausgebucht sind, sind die Personalkosten zu hoch, sodass zu wenig hängen bleibt. Deshalb werden wir ab dem 3. Mai 2018 jeden Donnerstag, Freitag und Samstag und vor Feiertagen die Speisenfolge von zehn Gängen einschließlich Brita-Tafelwasser für 120 Euro anbieten. Am Dienstag und Mittwoch bleibt alles beim Alten, also bei 95 Euro.

Mit der Entscheidung, zwei verschiedene Preise für die gleiche Leistung anzubieten, gehen wir einen für die Gastronomie neuartigen Schritt, der in vielen anderen Branchen die Regel ist. Zum Beispiel im Hotelgewerbe: Ist die Nachfrage hoch, steigt der Preis für das Zimmer, ist sie niedrig, wird es günstiger. Durch diese flexible Preisanpassung können wir weiterhin an fünf Tagen einen Abendservice mit einer straffen Personaldecke und einer hohen Effizienz anbieten. Wir denken, das wird Schule machen."