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17. September 2010

Nördliche Länder fordern Anbaustopp für Wein

Weingipfel: Nördliche Länder für Anbaustopp

In der Debatte um den Weinbau in der EU haben sich die nördlichen Anbauregionen mit gemeinsamen Forderungen zu Wort gemeldet. Sie sind im Gegensatz zur EU-Kommission dafür, dass außerhalb der anerkannten Weinanbaugebiete keine neuen Rebflächen angelegt werden. Und sie fordern eine stärkere Beteiligung und Berücksichtigung der Regionen in der Weinbaupolitik - etwa bei der Zulassung von Bereitungsverfahren.

Auf eine entsprechende Resolution einigten sich rund 180 Vertreter der Regionen am Donnerstag beim 2. Mainzer Weingipfel. «Was in den Regionen Europas geregelt werden kann, soll dort auch geregelt werden dürfen», sagte der rheinland-pfälzische Weinbauminister Hendrik Hering (SPD) laut Mitteilung nach dem Treffen. Daran nahmen nach Angaben seines Ministeriums Weinbauvertreter aus Deutschland, Luxemburg und Österreich sowie aus Frankreich, Südtirol und Rumänien teil. Die Forderungen werden jetzt der EU-Kommission, dem EU- Parlament und den nationalen Parlamenten zugeleitet.

Anlass ist die für 2012 geplante Zwischenbilanz zur 2008 in Kraft getretenen EU-Weinmarktreform. Die Befürworter der Resolution hoffen, dass ihre Forderungen in die weiteren Reformschritte einfließen. «Die EU-Kommission und die Parlamentarier müssen die berechtigten Interessen der nördlichen Anbauregionen zur Kenntnis nehmen und bei den weiteren legislativen Schritten berücksichtigen», betonte Hering.

Die Gipfelteilnehmer stellen unter anderem fest, dass trotz der Weinmarktreform für das Weinjahr 2015/16 ein Überschuss von fünf Prozent der Erzeugung erwartet wird. Vor diesem Hintergrund soll das Verbot, neue Reben anzupflanzen, verlängert werden. Auch entwickle sich der europäische Weinmarkt entgegen der Prognose unterschiedlich, wobei festzustellen sei, dass die prosperierenden Gebiete ihren Erfolg auf gebietstypische Qualität setzten. Die Zulassung der Weinbereitungsverfahren soll sich deshalb an den besonderen Charakteristika der entsprechenden Weinbauzonen orientieren.

Um den Weinbau in Hang-, Steil- und Terrassenlagen zu sichern, soll ein eigenständiges Stützungsprogramm aufgelegt werden. Auch sollen Marketingmaßnahmen künftig nicht nur außerhalb der EU, sondern auch im Binnenmarkt gefördert werden können. dpa