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08. April 2015

Nur noch wenige Tage Spargel in Sicht

Spargel in Sicht, Foto pitopia / Gudrun Münz

Hoffnungsschimmer für Spargelfans: Fachleute rechnen damit, dass Anfang kommender Woche größere Mengen des Stangengemüses aus rheinland-pfälzischem Anbau auf den Markt kommen

Bei optimaler Witterung könne das sogar schon am Wochenende der Fall sein, teilte der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd auf Anfrage mit. Auch die Preise würden dann voraussichtlich etwas sinken. In der Pfalz wird die Saison offiziell am kommenden Freitag (10. April) eröffnet. Spargel wird im Land auf rund 1000 Hektar angebaut, etwa zwei Drittel in der Pfalz und ein Drittel in Rheinhessen.

Einen Rückschlag hatte es in der Osterwoche gegeben, als der Orkan "Niklas" auch vor der Folie der Spargelbauern nicht haltgemacht hatte. "Es gab Schäden hauptsächlich bei Anbausystemen mit Tunnel, da ist die Angriffsfläche größer", sagte ein BWV-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Unter Tunneln aus Kunststofffolie gedeiht das Stangengemüse schneller - diese Art des Anbaus wird vor allem für den ersten Spargel des Jahres eingesetzt.

Ein weiterer Grund für den verzögerten Ernteauftakt sind die niedrigen Nachttemperaturen, die stellenweise noch unter dem Gefrierpunkt liegen. Für das Wachstum sei das Gift, teilte der Verband mit. Der Spargeldamm, in dem das Gemüse sprießt, kühle dann aus. Bis er tagsüber die für gutes Wachstum benötigten zehn Grad erreiche, dauere es zu lange.

Wie sich der zum Jahresbeginn eingeführte Mindestlohn auf den Spargelpreis auswirken werde, sei noch kaum abzusehen - das hänge entscheidend von der Erntemenge ab. "Der eigentliche Sprung war gar nicht so hoch", sagte ein BWV-Sprecher mit Blick auf die Arbeitslöhne. Für viele Betriebe sei die Dokumentationspflicht die größere Herausforderung: Sie müssten jetzt die Arbeitszeiten der Erntehelfer dokumentieren, die zuvor im Akkord gearbeitet hätten.

Beim Spargel machen Löhne laut Deutschem Bauernverband etwa 60 bis 80 Prozent des Verkaufspreises aus. dpa