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11. April 2009

Öko-Forscher empfehlen heimischen Spargel

Eingeflogener Spargel aus Übersee ist für die Umwelt wesentlich schlechter verträglich als heimische Ware

Dies gilt für den CO2-Ausstoß, den Landverbrauch und die Auswirkungen auf den regionalen Wasserhaushalt, wie Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) berechnet haben. Ihrer Einschätzung nach ließen sich die für die Schweiz erhobenen Ergebnisse auch auf Deutschland übertragen, da sich die Anbauverhältnisse in beiden Ländern nicht wesentlich unterschieden, sagte die Agronomin Franziska Stössel.

Die Ökobilanz hänge wesentlich von der Entfernung zwischen Produzent und Verbraucher sowie vom Transportmittel ab, sagte Stössel. Grüner Spargel, der um diese Jahreszeit noch aus Peru eingeflogen werde, verursache pro Kilogramm rund elfmal soviel CO2 wie weißer Spargel, der denselben Weg per Schiff zurücklege. Der Vergleich zu inländischer Ware falle noch drastischer aus. Im trockenen Südspanien entziehe der Anbau dem Ökosystem Wasser, das in der Schweiz dagegen reichlich vorhanden sei.

Abhängig von der Erntemenge, ist der Landbedarf für Äcker in allen drei Ländern gleich. Rechnet man aber auch den Flächenverbrauch für Straßen und Treibstoffproduktion ein, schneidet regionales, saisongerechtes Gemüse nach den Ergebnissen der ETH-Forscher ebenfalls besser ab.

Zur Abwägungssache wird die Ökobilanz nach Stössels Worten beispielsweise bei Wintertomaten. Freilandanbau in Marokko belaste den dortigen Wasserhaushalt, verursache aber einschließlich des Transports im Schnitt nur ein Viertel der CO2-Emissionen der Kulturen in hiesigen beheizten Gewächshäusern. dpa