10. August 2008

Ohne Geschmacksverstärker? Nicht Ganz!

Heute lüften wir das Geheimnis der Industrie-Hefen: Die neuen Geschmacksverstärker

Was waren das für Zeiten, in denen die Lebensmittelindustrie Produkte voll gepumpt mit Geschmacksverstärkern, wie Natriumglutamat, in die Regale stellen lies. Wahnsinn, wie eine Hühnerbrühe in gefriergetrockneter Form oder gar ein aus Formfleisch stammendes Schnitzel, so stark den Eigengeschmack charakterisiert. Die Zeiten sind laut Herstellerangaben vorbei und wir ernähren uns bei vorgefertigten Produkten endlich natürlich und gesund.

Stimmt das eigentlich oder gaukelt uns die Industrie nur wieder etwas vor? Beim Betrachten dieser "ohne Geschmacksverstärker" beschriebenen Lebensmittel tauchen in der Zutatenliste vermehrt Hefen auf.

Der Einsatz von Hefen ist uns eigentlich nur von Winzern, Bäckern und Braumeistern bekannt, denn diese benötigen diese Pilze zur Gewinnung von Ethanol, und zur Entstehung von Kohlendioxid. Nun aber hat die Industrie dieses Produkt für sich entdeckt, um Verbrauchern vor den Ängsten des Natriumglutamates zu schützen. Sicherlich ist der Einsatz von Hefeextrakt nicht unbedingt zu bemängeln, jedoch produziert die Industrie Geschmacksrichtungen aller Art, die bei weitem mit dem ursprünglichen nichts mehr zu tun haben.

Auch wenn diese Art der Aromenintensivierung von Fertigprodukten auf der einen Seite natürlich erscheint, stellt sich hier die Frage, ob es sinnvoll ist, nach nichts schmeckende Lebensmittel mit speziellen Aromahefeextrakten zu versetzen, damit daraus ein schmackhaftes Produkt entsteht.

Bei der Behauptung, Hefeextrakte seien keinen natürlichen Ursprungs, wehren sich viele Erzeuger vehement. Das stimmt auch bis zu einem gewissen Punkt. Hefeextrakt wird aus dem Zellsaft spezieller Hefe gewonnen, er kann reich an Vitaminen und Proteinen sein, nur zu oft wird durch chemische Prozesse die Geschmacksentwicklung der Extrakte beeinflusst.

Die Firma Frosta aus Bremerhaven verzichtet bewusst seit einiger Zeit bei ihren Produkten auf dieses Hilfsmittel und weitere Zusatzstoffe. Bisher ist dieser Anbieter von vorgefertigten Gerichten die erste Tiefkühlmarke Deutschlands die sich mit ihrem Reinheitsgebotssiegel selbst naturbewusste Kriterien auferlegt. Getreu dem Motto "es schmeckt wie selbst gekocht".

Wie immer meinen es die Lebensmittelhersteller gut mit dem Kunden, jedoch ist eine bessere Aufklärung über den Einsatz von Zusatzstoffen und Aromen von Nöten, damit sich der Verbraucher ein schärferes Bild von seinen Ernährungsgewohnheiten machen kann.

Kulinarische Grüße

Jan-Göran Barth