Vom heutigen Samstag an werden an 16 Festtagen rund sechs Millionen Besucher erwartet. Es gibt neue Fahrgeschäfte und ein neues Zelt - und weiter Streit um die Vergabe der großen Festzelte. Auch beim Thema Sicherheit gibt es nach einem gefährlich überfüllten Wiesn-Samstag im Vorjahr Neuerungen.
Nur zwei Schläge für Krause
Mit Spannung erwartet wurde die Eröffnung am Samstag um 12.00 Uhr: Erstmals wurde das Ritual von Münchens neuem Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zelebriert. Er hat dafür in einer Brauerei extra das Anzapfen trainiert. Seine Vorgänger brauchten in aller Regel nur zwei Schläge, bis der Zapfhahn saß und das Bier floss - Krause blieb bei dieser Tradition.
«Ich freu’ mich sehr darauf und es ist mir eine gigantische Ehre», sagte Krause schon kurz nach seiner Wahl über die Wiesneröffnung. Er hoffe, mit zwei bis drei Schlägen auszukommen. Die erste Maß Bier reicht der Oberbürgermeister traditionell dem bayerischen Ministerpräsidenten - CSU-Politiker Markus Söder erhält somit erstmals seine Wiesnmaß aus der Hand eines Grünen. Erst nach dem erfolgreichen Anstich durch den OB im Schottenhamel-Zelt darf in allen Festzelten Bier ausgeschenkt werden.
Fast 16 Euro für die Maß
Das Bier ist einmal mehr etwas teurer als im Vorjahr. Eine Maß kostet zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Im Durchschnitt werden damit 15,61 Euro fällig - 2,38 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Wer sparen möchte, holt sich kostenloses Trinkwasser: Auf dem Festgelände stehen Trinkwasserbrunnen zur Verfügung, zehn waren es im Vorjahr.
Auch wenn der Wiesn-Bierpreis ein immer wieder diskutiertes Politikum ist, im internationalen Vergleich ist es laut Wirtesprecher Peter Inselkammer vergleichsweise günstig - etwa, wenn man die Maß Bier für 24 Dollar in einem großen bayerischen Wirtshaus in Las Vegas als Maßstab nimmt.
Schampus ohne Dusche
Die Wiesn ist ein Fest des Bieres, an die sieben Millionen Liter rinnen alljährlich durch durstige Kehlen. Vielleicht war das ein Grund für manchen Gast, Champagner nicht zu trinken, sondern den Korken knallen zu lassen und das Getränk in einer Fontäne über andere Gäste zu gießen. So wurde es gerne auch in sozialen Medien gepostet. Dieses Jahr soll damit Schluss sein: Diese sogenannten Champagner-Duschen sind nun in den Zelten verboten. Allzu ausschweifenden Sitten soll wohl so Einhalt geboten werden.
Drei neue Fahrgeschäfte
Drei Fahrgeschäfte feiern ihre Wiesn-Premiere. Das «Shake & Roll» ist eine Weiterentwicklung des klassischen «Break Dance». Beim «Fischerman's» gibt es laut Vorankündigung der Stadt auf drei Etagen «Spaß, Action und Wasserabenteuer». Das «Chaos Pendel» wirbelt die Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft.
Auch bei den Zelten gibt es Neues: Weil der Wirt der «Münchner Stubn», der in anderer Sache mit der Stadt um die Zulassung zum Oktoberfest streitet und gerichtlich eine EU-weite Ausschreibung der großen Zelte durchsetzen will, kurzfristig hingeworfen hat, bekam «Bartls Flößerstadl» seinen Platz. Insgesamt sind 478 Betriebe für die Wiesn zugelassen worden. Darunter 36 gastronomische Betriebe und 41 Schaustellerbetriebe.
Videoüberwachung, Einlasskontrollen, 600 Polizisten
Der Zaun um die Wiesn bleibt, die Einlasskontrollen mit Metalldetektoren auch. Wer ein mehr als drei Liter fassendes Gepäckstück dabeihat, muss das an einer der Aufbewahrungsstationen lassen. Glasflaschen, Messer und Ähnliches ist verboten. Poller schützen das Gelände vor Auto-Attacken. Rund 600 Polizeibeamte sind alljährlich rund um das Fest im Einsatz. Dutzende Videokameras leuchten auch dunkle Ecken aus.
Nachdem das überfüllte Fest 2025 am zweiten Samstag womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeischrammte, gibt es ein neues Koordinierungs- und Beobachtungszentrum sowie Videoüberwachung zur «Früherkennung von neuralgischen Punkten». Crowdmanagement und Besucherlenkung werden verbessert. KI-gestützte Kameras sollen zu große Ansammlungen erkennen - und schnell Alarm schlagen.
Das Bier und die Sanitäter
Für medizinische Notfälle steht eine Sanitätsstation der Aicher-Ambulanz bereit. Rund 430 Einsatzkräfte, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte, übernehmen die Versorgung. Neu sind unter anderem zwei Laborgeräte für bessere Blutanalysen und zusätzliche Kräfte für die Koordination bei größeren Notfällen. 2025 behandelte der Sanitätsdienst 7.158 Personen - die alkoholbedingten Notfälle machten mit rund 39 Prozent der Fälle den größten Anteil aus. dpa
Inflation auf der Wiesn: Maß Bier fünfmal so teuer wie 1985
Die Maß Bier auf der Münchner Wiesn wird in diesem Jahr nur mäßig teurer - aber im Langfristvergleich seit 1985 ist der Preis um das Fünffache gestiegen. Damit übersteigt die «Wiesnflation» die allgemeine Teuerungsrate in Deutschland massiv. Das schreibt Andreas Rees, der Chefökonom der Unicredit in Deutschland, in der neuen Ausgabe eines Newsletters - aus gegebenem Anlass: Am Samstag wird der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bei der Eröffnung das erste Fass anzapfen.
Die Bierpreise auf der Wiesn - beziehungsweise der Ärger darüber - sind in München seit Jahrzehnten Thema. In nackten Zahlen: Dieses Jahr kostet die Maß Bier im Schnitt 15,61 Euro, 2,4 Prozent teurer als im vergangenen Jahr. Damit ist die Bierpreisinflation auf der Wiesn in diesem Jahr niedriger als die allgemeine Teuerung, die voraussichtlich bei an die drei Prozent liegen wird. Quelle für die Wiesnbierpreise sind die Daten des Münchner Statistikamts.
Vierhundert Prozent Teuerung in 41 Jahren
Doch der Eindruck vieler Besucher, dass die Wiesnwirte ihre Preise im Laufe der Jahre immens erhöht haben, täuscht nicht: 1985 kostete die Maß - in Euro umgerechnet - im Schnitt nur 3,20 Euro, ein Fünftel des diesjährigen Preises. Das entspricht einer Inflationsrate von 400 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt sind seit 1985 jedoch nur um 120 Prozent gestiegen, wie Rees schreibt.
Der Ökonom wirft angesichts der mäßigen Preissteigerung in diesem Jahr die Frage auf, ob auch das Oktoberfest die Nachfragekurve entdeckt hat - also die volkswirtschaftliche Grundregel, dass hohe Preise mit niedrigerer Nachfrage einhergehen. Die «Wiesnflation» habe möglicherweise ihren Höhepunkt überschritten. «Würden wir die nächste Maß darauf wetten? Wahrscheinlich nicht», schreibt Rees. dpa
Muss man Weißwürste wirklich vor 12 Uhr essen?
Geht es um die Weißwurst, wird gern eine bayerische Regel zitiert, die weit über München hinaus bekannt ist: «Die Weißwurst darf das Zwölf-Uhr-Läuten nicht hören!» Was ist da dran: Darf man die Wurstspezialität wirklich nur am Vormittag essen? Und was passiert mir, wenn ich sie vielleicht erst um 15 Uhr esse?
Es passiert nichts - höchstens, dass man sich als Nichtbayer outet. «Die Regel stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab», beruhigt Ernährungsexpertin Katharina Holthausen von der Verbraucherzentrale Bayern.
Der Spruch hat einen historischen Grund
Sie erklärt den Hintergrund: «Metzger stellten die Weißwürste nämlich traditionell morgens frisch her und verkauften sie roh.» Erst kurz vor dem Essen wurden sie gebrüht. Da das Wurstbrät leicht verderblich ist, sollten die Würste möglichst noch am Vormittag gegessen werden.
Heute ist das natürlich anders. «Die Weißwürste werden unter modernen hygienischen Bedingungen hergestellt und bereits gebrüht verkauft. Weshalb sie auch nicht mehr vor 12 gegessen werden müssen», so Holhausen. «Und trotzdem gehört in Bayern die Weißwurst am Vormittag mit Breze und süßem Senf natürlich weiterhin zur Tradition.»
Wie bewahrt man die Weißwurst richtig auf?
- «Weißwürste gehören natürlich in den Kühlschrank und sollen bei höchstens sieben Grad aufbewahrt werden», sagt Katharina Holthausen.
- Innerhalb von zwei Tagen sollte man lose gekaufte Weißwürste dann auch aufgegessen haben.
- Bei verpackten Würsten gilt das Haltbarkeitsdatum.
Zubereitungs-Nachhilfe für Anfänger: Nicht kochen!
«Für die, die es noch nicht wissen: Weißwürste sollten nicht gekocht werden», klärt Katharina Holthausen auf. Vor dem Verzehr legt man sie in einen Topf mit heißem, aber eben nicht kochendem Wasser. Dort lässt man sie ohne Deckel eine Weile ziehen. So verhindert man, dass die Wurst aufplatzt.
Traditionell wird die Haut vor dem Essen entfernt. Je nach Region gibt es verschiedene Arten, Weißwurst zu essen. Beim typisch bayerischen «Auszuzeln» saugt man das Brät aus der Wursthaut. Ebenso verbreitet ist es, die Weißwurst längs oder kreuzweise aufzuschneiden und die Haut abzuziehen. dpa
Lufthansa hebt zum Oktoberfest 2026 in neuer Tracht ab
Zum Oktoberfest 2026 gibt es für die Crews der traditionellen Trachtenflüge ein neues Gewand. Die Kollektion wurde vom Niederbayerischen Trachtenmodehersteller Spieth & Wensky entworfen und verbindet bayerische Tradition erstmalig mit Elementen aus dem Lufthansa Design: Der aus dem Markenlogo bekannte Kranich schmückt unter anderem die Knöpfe der Damen- und Herrenstrickjacken. Für Rock und Weste wurde das charakteristische „Wing Pattern” – ein spezielles Lufthansa Muster – nachgewebt.
„Seit 20 Jahren tauschen unsere Langstreckencrews zur Wiesnzeit die Uniform gegen die bayerische Tracht: Die erste Trachtencrew startete am 1. September 2006 von München nach New York. Mit dem aktuellen, modernen Design führen wir die langjährige Tradition der Trachtenflüge ab München fort. An den Details sieht man: Diese Tracht ist eigens für die Kabinencrews der Lufthansa gemacht und einzigartig”, sagt Heiko Reitz, Bereichsvorstand Lufthansa Airlines und Hubmanager München.
Premiere auf Flügen nach Peking, Bangalore und Singapur
Ihren ersten Einsatz in der Luft feiert die neue Tracht direkt zum Wiesn-Auftakt am 19. September: Von München aus hebt die Trachtencrew auf zwei internationalen Routen ab – ins indische Bangalore (LH764) sowie nach Peking (LH722). Eine Woche später, am 27. September, bringt LH768 das Wiesn-Flair abschließend nach Singapur.
Bayerische Schmankerln an Bord und in Lufthansa Lounges
Die Oktoberfeststimmung geht über die drei Trachtenflüge hinaus:
Vom 01. bis 30. September bringt Lufthansa auf ausgewählten Interkontinentalflügen ab München und Frankfurt die bayerische Küche in die Luft. In allen Reiseklassen erwartet die Gäste dabei ein eigens kreiertes Menü. Die Wahl reicht von traditionellen Vorspeisen mitsamt Weißwurstterrine und Brezelbaum über deftige Oktoberfest-Klassiker wie Wiesnente und Backhendl bis hin zu süßen Höhepunkten wie Apfelstrudel. Reisende auf Kontinentalstrecken kommen ebenfalls in den Genuss: In der Business Class serviert Lufthansa vom 17. September bis 06. Oktober ein Oktoberfestmenü.
Auch in allen deutschen Lufthansa Lounges heißt es pünktlich zum Festbeginn „O’zapft is“. Neben typischen Bayerischen Bieren sorgen klassische Speisen und eine atmosphärische Dekoration für das passende Ambiente.
Die beliebten Lufthansa Wiesn-Amenity Kits präsentieren sich zum Oktoberfest 2026 ebenfalls in neuen Varianten. Bis Ende September erhalten Gäste auf allen Langstreckenflügen ab Deutschland in der First-, Business- und Premium Economy Class Hygiene- und Reiseartikel in modernen Filztaschen, die sich zugleich als stilvolles Oktoberfest-Accessoire eignen.