14. Juli 2009

Olivenöl-Kompendium auf dem Genussportal

Wald der Olivenbäume

Die Welt der Olive, Teil I auf den Wein & Gourmetwelten: Start der neuen Kolumne Olivenöl-Kompendium mit dem Olivenöl-Experten Conrad Bölicke von arteFakt. Hier finden Sie alles über das Öl, seinen Geschmack und seine Herkunft

Olivenöl findet sich heute auch nördlich der Alpen in vielen Haushalten, ist geradezu sprichwörtlich in aller Munde. Nur wenigen Lebensmitteln werden eine vergleichbar große Anzahl segensreicher Wirkungen zugesprochen.

Vielen gilt es als Allheilmittel in allen Lebenslagen: am Frühstückstisch wegen der gesünderen Fettsäuren statt Butter oder Margarine auf Brot oder Brötchen geträufelt kann es latente Gastritis bekämpfen; am Mittag dann aus geschmacklichen Gründen zu Pasta und Sugo und für den abendlichen gesunden Salat lebt die Vinaigrette natürlich auch vom Olivenöl. Manche beschließen dann den Tag mit der Ölziehkur zum Reinigen der Mundhöhle und zur Vorbeugung gegen Entzündungen und Erkältungskrankheiten.

Der Olivenbaum gilt neben dem Teebusch als die älteste von Menschenhand kultivierte Pflanze und erlangte über tausende von Jahren eine herausragende Bedeutung. Zu alle Zeiten rankten sich Mythen um den Ölbaum, seine Früchte und dessen Fruchtsaft - dem Olivenöl. In griechischen Heldensagen und im alten Testament finden sich der Ölbaum, der Olivenzweig, die Olive und das Salböl auf fast jeder Seite und auch Hildegard von Bingen erwähnte die segensreichen Wirkungen, wenn sie auch wegen des üblen Geschmacks vor dem Verzehr des Olivenöls abriet.

Im krassen Gegensatz zu der langen Geschichte blieben die allgemeinen Kenntnisse der Verbraucher über den Zusammenhang von Qualität und der dem Olivenöl zugesprochenen segensreichen Wirkungen weit zurück. Daran hat sich bis heute wenig geändert und man muss immer noch wegen des üblen Geschmacks vom Verzehr der meisten im Handel befindlichen Nativen Olivenöle Extra, was fachlich die Bezeichnung einer Auslese ausdrückt, abraten.

Vergleicht man den allgemeinen Wissensstand der Verbraucher zum Olivenöl mit dem vom Wein, würde der Kunde im Weinladen meist einfach nur "eine Flasche Wein für 1,95 Euro den Liter" verlangen und völlig ratlos auf die Fragen des Verkäufers reagieren: Welcher darf es denn sein, Weißer, Roter oder Rosé? Trocken, halbtrocken oder lieblich? Aus welcher Anbauregion? Welche Rebsorte? Welcher Jahrgang? Classic, Spät- oder Auslese? Haben Sie eine Präferenz für ein Weingut oder einen Winzer?

Olivenöle sind in ihrer Vielfalt mindestens so spannend und interessant wie Weine und es lohnt, sich mit ihnen auf vergleichbare Weise zu beschäftigen. Wie beim Wein erfordert das zunächst etwas Mühe, in der verwirrenden Vielfalt der ca. 185 verschiedenen Olivensorten eine eigene Orientierung zu finden.

Mit dieser Kolumne möchte ich Ihnen gerne dabei helfen und Sie mitnehmen auf eine kulturelle und kulinarische Entdeckungsreise in die Welt der Olive.

Sie sind herzlich eingeladen,

 

Ihr

Conrad Bölicke - Olivier von arteFakt

Qualität beginnt im Kopf (John Ruskin, 1819-1900)

 

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