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04. April 2010

Osterbräuche aus aller Welt

Ostern gilt als das älteste christliche Fest - seit Mitte des 2. Jahrhunderts gedenken Gläubige der Kreuzigung und Auferstehung Christi

Weltweit haben sich viele Bräuche entwickelt:    

AUSTRALIEN: Auf dem Kontinent sind Kaninchen und Hasen verpönt, weil sie das karge Weideland kahlfressen. Die Eier bringt stattdessen das Osterbilby, ein Beuteltier mit langer Nase und großen Ohren, das besonders unter der Kaninchenplage zu leiden hatte. Mehrere Süßwaren- Hersteller haben inzwischen einen Bilby aus Schokolade im Angebot.    

BULGARIEN: Für die christlich-orthodoxen Bulgaren ist Ostern das größte Fest. Den gefärbten Ostereiern werden heilende und magische Kräfte zugeschrieben. Am Ostersonntag stoßen die Bulgaren die Eier gegeneinander. Der Besitzer des Eis, das dabei unbeschädigt bleibt, soll über das ganze Jahr gesund sein.    

DEUTSCHLAND: Eier suchen und Schokoladenhasen verschenken sind typisch. Seit Jahrhunderten werden auch Osterfeuer angezündet. Volkskundler sehen darin neben heidnischen Relikten auch christliche Bezüge. So wird dem Feuer erneuernde Kraft zugeschrieben und mit ihm der Winter vertrieben. Das Feuer zeigt aber auch die Freude an der Auferstehung Jesu, dem «Licht der Welt». Vor allem in sorbischen Gebieten wie der Lausitz werden Eier als Fruchtbarkeitssymbole über Felder und Wiesen gerollt.    

FRANKREICH: Traditionell stellen die Pariser «Chocolatiers» in Handarbeit große Osterglocken und andere oft teure Schokoladenfiguren her. In der Bretagne werden am Karfreitag Veilchen ausgesät, die Blumen der griechischen Göttin Persephone. Sie lebt nach einem Kompromiss mit ihrem Gatten, dem Unterweltgott Hades, und ihrer Mutter, der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter, eine Hälfte des Jahres über und die andere Jahreshälfte unter der Erde.    

GRIECHENLAND: Während der gesamten Osterwoche werden in allen Kirchen stundenlange Messen zelebriert. Am Samstag um Mitternacht verkünden die Priester «Christus ist auferstanden», die Gläubigen erwidern «Er ist wahrhaftig auferstanden». Dazu wird ein großes Feuerwerk gezündet. Am Ostersonntag wird mit Lammfleisch vom Spieß und Rotwein gefeiert, dazu gibt es «Kokoretsi» - einem Gericht aus den Innereien und dem Darm von Lämmern.    

GROSSBRITANNIEN: Die Briten essen zu Karfreitag «cross buns», Rosinenbrötchen mit einem eingeritzten Kreuz. Zu Ostern lassen sie bunt gefärbte Eier um die Wette von einem Hügel kullern. Gewonnen hat beim «Eierrollen» der Besitzer des Eis, das zuerst unten ankommt.    

ITALIEN: In vielen Dörfern gibt es Inszenierungen des Leidensweges Christi («Via Crucis») und Oster-Prozessionen. Die Geschäfte bieten riesige Schokoladen-Eier an, die mit allerlei Überraschungen gefüllt sind. Eine Spezialität ist die «Colomba Pasquale», die Ostertaube, ein Kuchen aus Hefeteig. Am Ostermontag gibt es zum sonst «süßen» Frühstück ausnahmsweise Salami, eine «Torta Rustica» (ein mit Gemüse und Eiern gefüllter Kuchen) und ein Gläschen Wermut.    

ÖSTERREICH: Wer ein Ei isst, das am Gründonnerstag gelegt wurde, ist von Glück gesegnet, heißt es im Volksglauben. Dem sogenannten Antlass-Ei - nach dem Mittelhochdeutschen «antlaz», also Ablass oder Lossprechung von Sünden - schreibt man Glück und Heilkräfte zu. Noch heute werden diese Eier als Schutz vor Feuer in Dachböden gelegt.    

PHILIPPINEN: In Cutud wird jährlich am Karfreitag die Kreuzigung Jesu nachgestellt. In dem nördlich der Hauptstadt Manila gelegenen Dorf tragen junge Männer ein Holzkreuz auf einen Hügel und lassen sich dann mit langen Nägeln an Händen und Füßen festnageln. Dann werden die Kreuze minutenlang aufgerichtet. Die Männer betrachten dies als Sühne, die katholische Kirche kritisiert das Ritual.

RUSSLAND: Der orthodoxe Ostergottesdienst beginnt mit einer Prozession, bei der die Gemeinde mit Kreuzen und Kerzen um die Kirche zieht. Auf die vorösterliche Fastenzeit folgt das Fastenbrechen mit «Pascha», einer gehaltvollen Quarkspeise, und dem Kuchen «Kulitsch».    

SPANIEN: Ostern ist durch unzählige Prozessionen frommer Bruderschaften geprägt. Vielerorts sind die Teilnehmer mit spitzen Kapuzen vermummt, die an Szenen der Inquisition erinnern. Sie tragen riesige Jesus- und Heiligenfiguren durch die Straßen. Manche Prozessionsteilnehmer tragen als «Büßer» eiserne Ketten.    

SÜDAFRIKA: Eine Spezialität sind die köstlich duftenden «Hot Cross Buns» - mit Zuckerguss-Kreuzen überzogene lebkuchenähnliche Brötchen.    

UNGARN: Das «Begießen» von Frauen und Mädchen am Ostermontag, ungarisch «locsolás», geht wahrscheinlich auf einen vorchristlichen Fruchtbarkeitsbrauch zurück. Die Männer besuchen die Frauen aus der Familie und aus dem Freundeskreis und besprengen sie mit Parfüm. Dafür werden sie mit Ostereiern, Kuchen und Alkohol bewirtet.    

USA: Gefeiert wird mit vielen Osterparaden. Die größte gibt es in New York. Viele der Zuschauer tragen verwegene Fantasie-Osterhüte. Im Weißen Haus in Washington dürfen Kinder Eier suchen und mit ihnen «Eier rollen». Dabei werden harte Eier mit einem Stock vorangestoßen. dpa