News
25. September 2009

Ostsee gegen Mittelmeer

Die Ostsee soll dem Mittelmeer als Urlaubsziel verstärkt Konkurrenz machen. Aber auch im Wein-Anbau wird es zur Revolution kommen, wie eine Studie von Greenpeace zeigt

Touristiker aus den Ostsee-Anrainerstaaten wollen grenzüberschreitend eine «Marke Ostsee» entwickeln. «Es gilt, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen europäischen Urlaubsregionen zu stärken. Europa hat nicht nur einen Süden, sondern auch einen sehr attraktiven und lebendigen Norden», sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) zur Eröffnung des zweiten «Ostsee-Tourismus-Forums» in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Mehr als 100 internationale Tourismusexperten beraten dort bis zum heutigen Freitag über neue Projekte.

Beim Marketing ließen sich Entwicklungsmöglichkeiten nutzen, «damit die Ausstrahlungskraft der Region innerhalb Europas und darüber hinaus erhöht wird». Laut dem Europäischen Statistikamt Eurostat ist das Tourismusaufkommen im Mittelmeerraum mit jährlich rund 500 Millionen Übernachtungen noch etwa vier Mal so hoch wie an der Ostsee. Nach Angaben des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern verfügt Nordosteuropa mit 125 Millionen touristischen Übernachtungen pro Jahr aber über eine gute Wachstumsbasis.

Zu den Themen der Tagung in Vilnius gehören unter anderem Marktforschung, Messeauftritte, der Jugendaustausch und eine bessere Vernetzung des Fahrrad-Tourismus. Auch ein länderübergreifendes Internet-Portal steht zur Debatte. Bei allem Wettstreit untereinander hätten Deutschland, Polen, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen gute Chancen, zusammen mehr Gäste zu gewinnen, meinte Seidel zu Beginn der Konferenz in der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt. dpa www.balticseatourism.net

Studie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wein

Die Greenpeace-Studie "Impacts of climate change on wine in France" zeigt welche dramatischen Auswirkungen der fortschreitende Klimawandel auf die Weinlandschaften in Europa bis zum Ende dieses Jahrhunderts haben kann. Am Beispiel Burgunds wird demonstriert, dass viele bedeutende Anbaugebiete vor allem im Mittelmeerraum von der Landkarte verschwinden werden.

Was die Klimaexperten von Greenpeace für Burgund vorrechnen, gilt natürlich auch für andere Weinregionen wie die Mosel in Deutschland und wird Auswirkungen bis in den gesamten Ostseeraum haben. Mehr im Drink Tank

Zur Greenpeace-Studie