BEER & BRAU
17. September 2011

Ozapft is auf dem Oktoberfest 2011 in München

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Wiesn offiziell eröffnet - Wiesn-Zelte im Vergleich - Infos und Service

17 Tage lang können sich nun bis zum 3. Oktober 2011 Oktoberfest-Fans auf dem größten Volksfest der Welt amüsieren.

 Beim traditionellen Anzapfzeremoniell heute um 12 Uhr überreichte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den ersten gefüllten Maßkrug in der Schottenhamel-Festhalle. Highnoon: Ude fordert Seehofer bei der Landtagswahl 2013 heraus.

 

Nach dem großen Publikumserfolg der Jubiläumsfeier 200 Jahre Oktoberfest auf dem Südteil der Theresienwiese wird auch in diesem Jahr mit der Oidn Wiesn eine nostalgische Reminiszenz an die Oktoberfeste vergangener Jahrzehnte geboten.

 

WIESN PLAYMATE 2011

Bier aus dem Holzfass ist Trend auf der Wiesn

 

 

Die Wiesn-Zelte im Vergleich

Erstmals gibt es heuer 16 große Festzelte auf der Theresienwiese, bisher waren es nur 14. Neu auf dem Oktoberfest sind die beiden traditionsreichen Zelte auf der «Oidn Wiesn», die als neuer Teil des Oktoberfests mehr Brauchtum bietet. In allen Zelten wird gefeiert, geflirtet und getrunken - doch es gibt große Unterschiede. Je nachdem, für welches der Zelte man sich entscheidet, findet man junges oder gesetzteres Publikum, eingefleischte Münchner oder Touristen aus aller Welt. dpa wagt eine kleine Zeltkunde:

ARMBRUSTSCHÜTZENZELT Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen- Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften stattfinden.

AUGUSTINER Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten.

BRÄUROSL Das Pschorr-Traditionszelt Bräurosl ist nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr benannt. Auch dort geht es weitgehend urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn- Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den «GaySunday».

FISCHER VRONI Bei der Fischer Vroni feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. In diesem vergleichsweise kleinen Zelt gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch, Fisch am Stock.

HIMMEL DER BAYERN Ziemlich jugendlich ist das Publikum im Hacker-Festzelt «Himmel der Bayern». Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen gilt es als eines der schönsten Zelte auf der Wiesn.

HIPPODROM Das Hippodrom steht direkt am Haupteingang zur Wiesn und versteht sich als Promi-Zelt. Hier liegen Decken auf den Tischen und alles ist etwas schicker. Hier kuschelt Heino mit Hannelore, und vor dem Eingang stehen Marianne und Michael mit dem gemeinen Volk Schlange.

HOFBRÄU-ZELT Es ist eins der größten und sicherlich das lauteste Zelt: Im Hofbräu-Festzelt treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon im Hofbräuhaus kennen und lieben gelernt haben. Hier wird getrunken, getanzt und gesungen. Aus dem Zelt dröhnt schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, Grölen über den Festplatz.

KÄFER-ZELT Nirgendwo geht es exklusiver zu als in Käfer's Wiesnschänke. Fußballstars vom FC Bayern, Verona Pooth und Ralph Siegel - die Promi-Dichte ist hoch. Im Käfer-Zelt gibt es neben Bier auch Wein und Champagner.

LÖWENBRÄU-FESTHALLE Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt «Löööööwenbrääääu» und zieht damit Einheimische und «Zuagroaste» gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. Hier heißt es: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt.

OCHSENBRATEREI In der Ochsenbraterei geht es zünftig zu. Seinen Namen hat das Zelt von dem großen Ochsen am Spieß, der nicht nur Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts ist. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht.

SCHOTTENHAMEL Im Schottenhamel wird das größte Volksfest der Welt traditionell eröffnet. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sticht dort alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an. In den Tagen danach strömen fast nur junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt.

SCHÜTZENFESTZELT Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel.

DAS WEINZELT Im Weinzelt liegt der Fokus - wie der Name schon sagt - nicht auf dem Bier. Dort gibt es kein Helles in Maßkrügen, sondern nur Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. «Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln», wirbt die Homepage.

WINZERER FÄHNDL Zur Jubiläums-Wiesn leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät.

Die Zelte der «Oidn Wiesn»:

FESTZELT «TRADITION» Zünftige Blasmusik und Alt-Münchner Schmankerl: Hier kommen traditionsbewusste Gäste auf ihre Kosten, denen Landhaus-Mode und Mini-Dirndl ein Gräuel sind. Trachtler, Schuhplattler und Goaßlschnalzer sorgen für «griabige» (gemütlich-kernige) Stimmung.

MUSIKZELT «ZUR SCHÖNHEITSKÖNIGIN» Volksmusik zum Zuhören und Mitmachen - damit will das Zelt lebendige Tradition bieten. Unter dem Motto «Musiziert wird, was auf den Tisch kommt» bieten vielfach junge Gruppen bodenständige bairische Volksmusik angereichert mit experimentellen Elementen, Rock oder Klängen anderer Völker. Gstanzl - der bayerische Spottgesang in Reimform - ist ebenso zu hören wie traditionelle Blasmusik. Um dem Namen des Festzeltes gerecht zu werden, wird jeden Tag ein Madl zur Schönheitskönigin gekrönt.  dpa

Das Festgelände erstreckt sich in diesem Jahr insgesamt über eine Fläche von 34 Hektar. 617 Betriebe wurden zugelassen, darunter 141 gastronomische Betriebe, 172 Schaustellerbetriebe, 293 Marktkaufleute sowie mehrere Servicebetriebe. Insgesamt sind rund 12.000 Personen auf dem Oktoberfest beschäftigt.

Festbier und Kulinarisches

In den 16 Festhallen mit zusammen rund 115.000 Sitzplätzen werden die speziellen Oktoberfestbiere der sechs Münchner Großbrauereien (Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Staatliches Hofbräuhaus) mit einer Stammwürze von rund 13 Prozent ausgeschenkt. Dazu schmecken bayerische Schmankerl wie Radi (Rettich), Obatzta (angemachter Käse), Schweinswürstl, Brathendl oder Steckerlfisch. Eine Wiesn-Spezialität sind die Ochsen am Spieß in der Ochsenbraterei. Insgesamt laden rund 125 gastronomische Mittel- und Kleinbetriebe zum Feiern ein.

Bierpreis 2011:

8,70 Euro - 9,20 Euro (2010: 8,30 Euro - 8,90 Euro) Alkoholfreies Bier ist zum gleichen Preis erhältlich.

Die günstige Wiesn

Familientage 2011 Dienstag, 20.9. bis 18.00 Uhr Dienstag, 27.9. bis 18.00 Uhr (Ermäßigte Fahr-, Eintritts- und Verkaufspreise)

Mittagswiesn

Montag - Freitag 10.00 - 15.00 Uhr (an den Geschäften mit Mittagswiesn-Plakat ermäßigte Fahr-, Eintritts- und Verkaufspreise)

Betriebszeiten des Oktoberfests 2011

Beginn: Samstag, 17.9. 12.00 Uhr Anstich Ende Montag, 3.10. 23.30 Uhr Bierausschank Samstag, 17.9. 12.00 Uhr Mo-Fr 10.00 Uhr - 22.30 Uhr Sa, So, Fei 09.00 Uhr - 22.30 Uhr Festhallen Täglicher Musikschluss 22.30 Uhr Tägliche Schluss-Stunde 23.30 Uhr Mittelbetriebe Tägl. Musikschluss/Ausschankende: 23.00 Uhr Betriebsende aller gastronomischer Groß- und Mittelbetriebe: 23.30 Uhr

Die diesjährige Wiesn dauert bis zum 3. Oktober.