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20. November 2009

Pestizidbelastete Tafeltrauben

Drei Viertel der Tafeltrauben in Baden-Württemberg sind pestizidbelastet

Ein großer Teil der in Baden-Württemberg verkauften Tafeltrauben aus deutschem Anbau weist Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Beim diesjährigen Untersuchungsprogramm seien bei drei Viertel der zum Verzehr bestimmten Trauben die Grenzwerte für Pestizide überschritten worden, teilte das Agrarministerium in Stuttgart am Freitag mit.

Dies hätten die Proben an Marktständen, in Hofläden, Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten ergeben. Drei der 21 überwiegend aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stammenden Proben seien nach Lebensmittelrecht sogar als «nicht sicher» einzustufen gewesen, denn bei ihnen sei die akute Referenzdosis überschritten gewesen.

In diesem Jahr habe man Pestizidrückstände vor allem in heimischer Ware gefunden, erläuterte das Ministerium. Ausländische Trauben seien wesentlich weniger und ökologisch erzeugte Früchte überhaupt nicht betroffen gewesen. Von den 123 Proben aus Trauben ausländischer Herkunft seien lediglich 3 beanstandet worden, erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Nachfrage.

Bei den Rückständen handele es sich überwiegend um das Fungizid Folpet, dessen Einsatz bei Keltertrauben zulässig ist. Die im Vergleich zu Tafeltrauben höhere Folpet-Höchstmenge von 5 Milligramm je Kilogramm wird damit begründet, dass sich die Rückstände beim Keltern stark verringern und im Wein kaum mehr zu finden sind.

Für Trauben, die gegessen werden, gilt jedoch der deutlich geringere Grenzwert von 0,02 Milligramm Folpet je Kilogramm. Zunehmend werden jedoch Keltertrauben auch zum Verzehr verkauft. Dabei muss dann auch der niedrigere Grenzwert eingehalten werden. Das Ministerium kündigte an, die Beratung der Erzeuger zu verstärken. dpa