FOOD
18. September 2009

Pilzvergiftungen meist durch verdorbene Pilze

Die meisten Pilzvergiftungen verursachen eigentlich essbare Pilze, die verdorben sind

Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn warnt, dass der Pilzkäufer oft weder riechen noch sehen kann, ob die Ware verdorben ist. «Ein leichter Druck auf die Kappe verrät, ob Steinpilze und andere Röhrlinge noch frisch sind.» Sie sollte weich und elastisch sein. Frische Pfifferlinge sind fest, gelbfleischig und eher trocken. Der leichte Verderb liegt laut Seitz im Pilzeiweiß begründet.

Den Magen verderben können außerdem Speisepilze, die nicht durchgegart sind: Austernseitling oder Rotkappe enthalten Seitz zufolge Pilzgifte, die erst durch langes Garen vollständig zerstört werden. Auch Pilzsammler sollten daher ihre Ausbeute an Speisepilzen aus dem Wald vor dem Verzehr 15 bis 20 Minuten bei hoher Hitze garen, ergänzt Bettina Haberl. Denn auch diese könnten - obwohl sie essbar sind - solche Pilzgifte enthalten. «Roh essen sollte man Waldpilze keinesfalls», fügt die Pilzsachverständige von der Technischen Universität München in der in Eschborn erscheinenden «Neuen Apotheken Illustrierten» (Ausgabe 9/2009) hinzu.

Weniger erfahrenen Sammlern empfiehlt sie, sich zunächst auf Röhrlinge zu spezialisieren, da diese keine tödlich giftigen Doppelgänger haben. Ganz auf der sicheren Seite sind Sammler aber auch dann nicht, schränkt Gertrud Elsen, Pilzberaterin beim Naturschutz-Bund in Wittlich (Rheinland-Pfalz) ein: So sei zum Beispiel der zu den Röhrlingen gehörende, essbare Steinpilz leicht mit dem Satanspilz zu verwechseln. Auch er könne schwere, wenn auch nicht tödliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Seitz warnt ebenfalls: Rund 200 europäische Pilzsorten seien auch gekocht noch giftig. Wer im Wald auf Pilzsuche geht, sollte sich einigermaßen gut auskennen oder ein gutes Bestimmungsbuch dabei haben. Wer trotzdem unsicher bei einem Fund ist, nimmt den Pilz besser nicht mit nach Hause. dpa