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07. Juli 2009

Qualitätswein garantierten Ursprungs

Kurz vor der Entscheidung im Bundesrat hat der Deutsche Weinbauverband begrüßt, dass der Bundestag die Bezeichnungen der deutschen Weine vorerst erhalten will

«Die EU- Kommission mutet uns einige Dinge zu, die so einfach nicht in Ordnung sind», sagte Verbandspräsident Norbert Weber aus Vogtsburg (Baden- Württemberg) im Gespräch mit der dpa. «Wir haben mehr das System der geprüften Qualität und die romanischen Länder mehr das System der geprüften Herkunft.» Daher sei es erfreulich, dass die deutschen Winzer nun zwei Jahre Zeit hätten zu entscheiden, wie sie auf den Flaschen-Etiketten Angaben zur Herkunft eines Weines machen.

«Wir müssen verhindern, dass bei den Verbrauchern Marktverunsicherung entsteht», sagte Weber vor der Jahrestagung des Verbandes aus Bonn an diesem Mittwoch. Nach EU-Vorstellung sei es möglich, auf den Weinflaschen ein bestimmtes Gebiet, einen Ort oder sogar eine bestimmte Lage anzugeben. «Ich kann einen Ursprungswein auf der Basis eines Anbaugebietes machen, zum Beispiel Pfälzer Riesling, Badischer Grauburgunder oder Fränkischer Silvaner», erläuterte Weber. «Dann müssen sich aber alle Winzer in Franken, die teilnehmen wollen, nach diesem Stil richten.»

Die Einführung von «Qualitätsweinen garantierten Ursprungs» gibt den Weinbauern die Chance, regionale Spezialitäten vorzustellen und sich neue Positionen auf dem Weinmarkt zu erobern. Denkbar seien aber auch Etikett-Hinweise mit Blick auf bestimmte Orte, erklärte der Verbandspräsident. «Es können Winzer auch für Einzellagen wie Würzburger Stein einen Ursprungswein machen.» Die Möglichkeiten sollen nun bis 2011 diskutiert werden.

Das Weingesetz ist an diesem Freitag (10. Juli) Thema im Bundesrat. Der Bundestag hatte im Juni das Gesetz beschlossen, das die EU-Reform in Deutschland umsetzt. Bis 2011 haben die Winzer Zeit, sich auf die neue «geschützte Ursprungsbezeichnung» und die «geschützte geografische Angabe» einzustellen. Nach EU-Recht soll die geografische Herkunft künftig stärker im Vordergrund stehen.