18. August 2011

Rebenkunde und Ampelographie im Weinbaumuseum

Sonderausstellung bis Ende Oktober 2011 im Deutschen Weinbaumuseum in Oppenheim

Bis Ende Oktober 2011 gibt es im Deutschen Weinbaumuseum in Oppenheim eine neue Sonderausstellung mit dem Thema: Von der Rebenkunde zur Ampelographie - Zeugnisse aus 350 Jahren.

Gezeigt werden eindrucksvolle Bücher, Zeichnungen, Fotos und Texte, die von den beiden Mitgliedern der Gesellschaft für Geschichte des Weines, Harry George und Dr. Wolfgang Thomann, zusammengetragen wurden.

Informationen zur Sonderausstellung:

Im Jahre 1661 wurde das Wort Ampelographie zum ersten Male für ein Weinbuch, hrsg. in Leipzig, von dem Botaniker Phillipp Jacob Sachs benutzt. Das Wort kommt aus dem Griechischen: "ampelos" bedeutet soviel wie Rebstock und "graphie" ist die Beschreibung. Aber erst etwa 150 Jahre später wurde daraus eine selbstständige Wissenschaft, die im 19. Jahrhundert eine wahre Blüte erlebte.

Die Ausstellung zeigt wichtige Werke aus dieser Epoche als Buch oder Rebenportrait, teilweise als Reproduktion, dazu einige Accessoires. Nicht zu vergessen, die neueren Werke zum Thema. In England und Deutschland fanden sich die ersten Zeichner von Rebsorten: George Brookshaw und Johann Simon Kerner. Es gab zahlreiche Autoren, die vor allem Bücher verfassten, darunter die Gebrüder Goethe.

In vielen Ländern Europas haben Ampelographen die Reben ihrer Heimat und darüber hinaus gezeichnet bzw. fotografiert und beschrieben. Es sei ausdrücklich vermerkt, dass unter Ampelographien vor allem Sammlungen von Zeichnungen und Portraits von Reben und Traubensorten verstanden werden, aber auch Bücher, die sich mit diesem Thema befassen. Ampelographie ist also die Wissenschaft von Studium, Beschreibung und Illustration der Rebsorten. Sie war ursprünglich Teil der Obstkunde, vor allem bei den Griechen und Römern, aber auch noch im Mittelalter bis der Buchdruck kam.

Er veränderte viel, auch die Druckmöglichkeiten von Zeichnungen. Ein spannendes Kapitel in der Welt der Wissenschaften tat sich nunmehr auf. Die Krise des Weinbaus ab Mitte des 19. Jh. trug dazu bei, sich mit den Reben genauer zu beschäftigen. In den letzten Jahrzehnten erlebte die Ampelographie eine Renaissance und sehr viele Bücher erschienen zum Thema.

Deutsches Weinbaumuseum, 55276 Oppenheim am Rhein, Wormser Straße 49, Telefon: 06133 2544, dwb-museum.de