REISE
16. Januar 2010

Reise: Weitere Trends 2010

Deutsche wollen weniger verreisen: Prognosen für die Tourismusbranche

Die Bundesbürger halten sich mit ihren Urlaubsplanungen bisher spürbar zurück. Der Reisemarkt bleibe angespannt, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Für dieses Jahr seien knapp vier Prozent weniger Reisen geplant als ein Jahr zuvor. Und nur jede vierte geplante Reise sei auch schon verbindlich gebucht, berichtete die Gfk.

Noch zum Wochenbeginn hatte die GfK nach einer Auftragsumfrage berichtet, 2010 wollten wieder mehr Menschen reisen. Ein GfK- Sprecherin begründete die widersprüchlichen Aussagen damit, die Studie im Auftrag eines Lastminute-Reiseveranstalters habe nur auf den Aussagen von rund 1000 Befragten basiert, die neueste Umfrage dagegen auf der Befragung von 20 000 Bundesbürgern.    

«Die Anzeichen eines wirtschaftlichen Aufschwungs führen noch nicht dazu, dass die Verbraucher zu ihrem gewohnten Urlaubsverhalten zurückkehren», betonte die GfK unter Berufung auf neueste, umfassende Umfrageergebnisse. Für das Reisejahr 2010 - es dauert von November 2009 bis Oktober 2010 - seien bisher 55,4 Millionen Urlaubsreisen ab fünf Tagen Länge geplant. Dabei steht bei der Wintersaison (November bis April) ein Minus von 3,1 Prozent und bei der Sommersaison sogar ein Minus von 4,1 Prozent.    

Um in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu sparen, werden Ziele im Inland immer beliebter. Schon 2009 gab es hier ein Plus von 4,1 Prozent. Doch die Reisebranche profitiert davon nur begrenzt, denn oft handelt es sich um spontane Kurzreisen mit nur wenigen Übernachtungen. Außerdem organisieren sich die Urlauber ihre Unterkunft häufig selbst vor Ort oder übernachten bei Freunden - Reisebüros und Online-Portale werden nicht benötigt.    

Reisefreudig zeigen sich weiterhin die Senioren: Die über 65- Jährigen planen in diesem Jahr zehn Prozent mehr Reisen als 2009. Profitieren dürften davon vor allem Kreuzfahrten, hieß es. Nicht einschränken müssen sich auch gut situierte Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 3250 Euro: Sie liegen mit rund sechs Prozent im Plus. Dagegen sind 37 Prozent der Deutschen im vergangenen Jahr ganz zu Hause geblieben und haben ihren Urlaub auf Balkonien verbracht. Für die Studie beobachtet die GfK das Mobilitätsverhalten von rund 20 000 repräsentativ ausgewählten Haushalten. dpa

Daten und Prognosen zur Tourismusbranche

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hat anlässlich der Reisemesse CMT Daten über das Tourismusjahr 2009 und Prognosen für 2010 veröffentlicht:

- Preise der deutschen Reiseveranstalter sinken 2010 um fünf Prozent

- 2009 weltweit 888 Millionen Ankünfte (minus fünf Prozent)

- moderate Erholung um 1 bis 3 Prozent im laufenden Jahr erwartet

- Deutschland im vergangenen Jahr mit konstant 277 Millionen inländischen und 4 Prozent weniger ausländischen Gästen (48 Millionen)

- leichte Erhöhung des Anteils an Inlandsreisen für 2010 erwartet

- Umsätze deutscher Reiseveranstalter 2009 um 2 bis 3 Prozent gesunken

- Kreuzfahrt-Buchungen wachsen 2009 um 13 Prozent

- beliebteste Reiseziele der Deutschen: Deutschland (31 Prozent), gefolgt von Spanien (13), Italien (7), Türkei (7), Österreich (6), Griechenland (3), Frankreich (3), Kroatien, Polen, Niederlande Dänemark, Schweiz (je 2), Fernreisen (6)

- Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen in Deutschland 2009 im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 25 Millionen gestiegen (Statistisches Bundesamt)