RESTAURANTS
23. Juni 2011

Restaurant a la Coupole im Cumberland Berlin

fotos-cumberland-meisse

Die Räumlichkeiten des zukünftigen Restaurants im Haus Cumberland Berlin am Kurfürstendamm sind atemberaubend und einfach hinreißend. Jetzt fehlt nur noch der richtige Betreiber für das Restaurant unter dem Arbeitstitel La Coupole

Das Haus Cumberland Berlin öffnete am Donnerstag erstmalig die dem Kurfürstendamm zugewandten Räumlichkeiten des Vorderhauses. Das beeindruckende Ensemble soll Ende 2012 vollendet sein.

Zum Kurfürstendamm hin ist ein Restaurant im Stile des La Coupole in Paris in der ehemaligen Hotelhalle des Cumberland, exklusive Ladenflächen und hochwertige Büros geplant. Das Restaurant wird eine Terrasse mit 120 Plätzen im Innenhof haben.

Wie schon mit dem restaurierten Nachbarhaus Ecke Schlüterstrasse, in das Bulgari und Gucci eingezogen sind, sowie weiteren eindrucksvollen Immobilien am Olivaer Platz will Hausherr Thomas Bscher zeigen, dass sich der Kurfürstendamm wieder als anspruchsvolle Einkaufsdestination und mit Restaurants von internationalem Flair präsentieren kann.

Niko meint: Das Cumberland ist ein idealer Hotspot für ein Metropolen-Restaurant wie es in London oder New York stehen könnte. Mit dem Potenzial eines Borchardt, eines Grill Royal oder der Gendarmerie - diesmal für den Westen. Das braucht als Betreiber einen gestandenen Profi mit Erfahrung und Charisma, der mit modernen und jungen Akzenten das Haus durchfegt. Bloß keine steifen Gourmet-Sterne, sondern Leben am Kurfürstendamm für die Berliner und ihre Gäste.

Das moderne Haus Cumberland Berlin

Der Gebäudekomplex, der sich über eine Tiefe von ungefähr 180 Metern auf einer Grundfläche von 10.000 Quadratmeter vom Kurfürstendamm bis zur Lietzenburger Straße erstreckt, wurde 2010 geteilt. Im hinteren Teil entstehen unter der Regie von Detlef Maruhn und Dirk Germandi nach der Philosophie "Modernes Wohnen hinter historischer Fassade" Eigentumswohnungen.

Der vordere Teil dieses Altbaus auf einer Grundfläche von 2.662 Quadratmetern und einer Mietfläche von 9.325 Quadratmetern mit einer BGF von 14.410 Quadratmetern wird zurzeit von Dr. Thomas Bscher mit einer Investition von ca. 30 Mio Euro aufwendig restauriert. Als wesentlicher Punkt und in Abstimmung mit der Denkmalpflege sowie der Stadtplanung steht dabei der Erhalt des Denkmals in seiner ursprünglichen Struktur im Vordergrund. Die geplanten Gewerbeflächen können ab Ende dem letzten Quartal des Jahres 2012 angemietet werden. Die Planung des Vorderhauses hat das Architekturbüro Broll & Förster übernommen, bauleitender Architekt ist Christian Kumbernusz.

Nach der Restaurierung werden bis Ende 2012 neben dem Restaurant 16 hochwertige Büroeinheiten in den oberen Stockwerken entstanden sein, in den Prunk-Räumen des Erdgeschosses werden wieder Flächen für drei evtl. sogar vier Läden geschaffen.

Zur Historie des Hauses Cumberland

Mit einer Breite von knapp 60 Metern ist das Cumberland Berlin eines der auffälligsten und schönsten Häuser des Kurfürstendamms. Der kurz nach der Weltausstellung in Brüssel 1910 erbaute Boarding-Palast Kurfürstendamm wurde "als völlig origineller, neuer Typus des weltständigen Wohn- und Gasthauses vornehmsten Stils" im Hotelprospekt angepriesen.

Erbaut wurde das Bordinghaus in den Jahren 1911 und 1912 von Robert Leibnitz (Architekt des alten Hotels Adlon). Man widmete den Bau Herzog Ernst August von Braunschweig aus der Familie der hannoverschen Cumberlands. Jeglicher denkbare Luxus, alles, was im fernen Amerika als schick galt, sollte nun auch in Berlin verfügbar sein: Es gab nicht nur Restaurants, Konditorei, American-Bar, Klubzimmer, Kegelbahn, Dachgarten oder 18 Ladengeschäfte, sondern auch eine Kur- und Badeanstalt im vierten Obergeschoss. Angeboten wurden große Suiten für die Herrschaften, aber auch kleinere Zimmer für die mitgebrachten Hausdiener!

In den 20iger Jahren fand im Cumberland Berlin auch noch ein Kino seinen Platz dessen Ränge 520 Besucher fassten. Zudem belebten Kabarett- und Theaterveranstaltungen das Haus, bis dann endgültig der kulturelle Vorhang fiel. In den folgenden 60 Jahren wurde das Haus zu großen Teilen von der Oberfinanzdirektion genutzt und stand mit Ausnahme der Geschäfte im Erdgeschoss ab 2002 leer.