Honza Klein unterwegs
11. Juli 2012

Restaurant Adnan geschlossen

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Stammgäste fragen sich: Gibt es Ärger mit dem Finanzamt?

Erst vor wenigen Wochen feierte Adnan Oral mit vielen, vielen Stammgästen an der Schlüterstraße das zehnjährige Jubiläum des Restaurants seines Namens. Wie schon zur Eröffnung und eigentlich wie immer, wenn es etwas umsonst gibt, gab es kaum noch einen Platz.

Aber auch sonst war das Adnan so etwas wie das Borchardt des alten Westberlins. Immer gut gefüllt, immer mit dem leibenswerten Charme des Gastgebers. Irgendwie dachte man immer, der Gastronom, der einst das legendäre Shell am Savignyplatz führte, habe nur für einen selbst geöffnet.

Seit ein paar Tagen ist aber diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. Das Adnan ist leer. Von einem Tag auf den anderen waren die Möbel raus, die Tür verschlossen. "Renovierungsarbeiten", heißt es offiziell.

Stammgäste indes sind besorgt. Haben sie doch die Geschichten von Berlins Getränkekönig Lehmann und von der Paris Bar im Kopf. Da ging es immer um Ärger mit dem Finanzamt und der Steuer. Adnan selbst beruhigte seine Gäste: er renoviere und suche neue Köche und eine neue Crew, in vier bis sechs Wochen sei das Restaurant wieder offen, sagte er der BZ.

Einen ersten Knick hatte es bei Adnan im Vorjahr gegeben, als er nur einen Steinwurf entfernt das Restaurant Bey eröffnete, welches nach gut einem Monat schon wieder zu machte. Seitdem steht es leer und nun wird wohl Petrocelli hier eine weitere Dependance eröffnen. Aber so wusste man immer, wo der Maitre anzutreffen ist.

Bleibt abzuwarten, was aus dem Adnan wird. Der Schlüterstraße und der City West würde jedenfalls ein Stückchen Seele fehlen.

Bis später - bin dann mal wieder unterwegs

Euer Honza