Restaurant Sühring Bangkok Drei Michelin-Sterne für deutsche Zwillinge

Das 2016 eröffnete "Sühring" wurde in der ersten Ausgabe des MICHELIN Guide Thailand 2018 mit einem MICHELIN Stern ausgezeichnet, direkt im folgenden Jahr folgte der zweite MICHELIN-Stern. Diese Auszeichnung konnte das Restaurant in Bankok sieben Jahre in Folge behalten.

Das Update auf die begehrten drei MICHELIN-Sterne im Guide Michelin Thailand 2026 spiegele die herausragende kulinarische Exzellenz, die Beständigkeit und das Bekenntnis des Restaurants zu höchsten gastronomischen Standards wider, so der Guide Michelin. Nach dem ebenfalls in Bangkok beheimateten "Sorn" ist das "Sühring" nun das zweite Restaurant in Thailand, das mit einem dritten Stern ausgezeichnet wurde. 

Wer in letzter Zeit im "Sühring" gegessen hat, weiß, dass der dritte Michelin-Stern nun mehr als verdient über dem Restaurant der deutschen Ausnahme-Köche leuchtet. Auch bei den "World's 50 Best Restaurants" war es in diesem Jahr auf den 22. Platz gerückt und zählt seit langem den bemerkenswertesten Küchen Asiens. Der Ansatz der Sühring-Zwillinge war sowohl innovativ als auch mutig: Als sie 2016 in Bankoks Villenviertel Yannawa eröffneten, hatte hier kaum ein Gourmet die deutsche Küche auf dem Schirm. 99% der Thailänder:innen verband sie mit dem Oktoberfest, mit Schweinshaxen, Bratwürsten und Sauerkraut. Ein ziemliches Wagnis also für die damals 39-jährigen Zwillinge, doch das Konzept geht auf und die kreativ interpretierten deutschen Klassiker entwickelten sich schnell zum Renner der Gourmetszene. „In Bangkok gab es damals schon so ziemlich alles an Gourmetrestaurants. Wir brauchten einen USP, und auf deutsche Küche war wirklich noch niemand gekommen“ erzählt Mathias Sühring.

Oma Christas Käsekuchen trifft Thailands Dragon Breath

Hier kam die brandenburgische Oma Christa ins Spiel, sie hatte nämlich viel zur gastromischen Prägung der Enkel beigetragen: Aus ihrem handgeschriebenen Kochbuch stammt das Rezept für den Eierlikör, der zu keinem Menüabschluss fehlen darf und der im Sühring als „Eggnogg“ Weltruhm erlangt hat. „Vor acht Jahren war genau der richtige Zeitpunkt für die Eröffnung. Wir hatten ein in ganz Asien einzigartiges Konzept“ erinnert sich Thomas. Und bei den zu 80%  thailändischen Gästen kam das Essen von Anfang an bestens an.

Überraschenderweise weisen deutsche und thailändische Geschmacksvorlieben nämlich viele Gemeinsamkeiten auf. „Geräucherten Fisch, fermentiertes Gemüse und viel Schwein und mag man hier auch“ erzählen die Sührings. „Natürlich gab es auch mal Gerichte, die nicht funktionierten. Etwa Eisbein, das haben unsere Gäste nicht verstanden, auch Wild erwies sich als schwierig.“ Vieles habe sich in den Jahren weiterentwickelt, so waren den thailändischen Gästen die Gerichte anfangs tendenziell zu salzig. „Die deutsche DNA versuchen wir in allen Gerichten zu wahren. Gutes Brot ist Teil davon, so dass wir als erstes unseren eigenen Sauerteig angesetzt haben“, erzählen die Sührings.

Das Restaurant serviert ein modernes deutsches Degustationsmenü, das von Familienrezepten, Kindheitserinnerungen und Reisen inspiriert ist. Im Sühring werden saisonale Zutaten mit traditionellen deutschen Techniken wie Fermentieren, Einlegen und Pökeln fachmännisch zubereitet. Jedes Gericht wird sorgfältig zubereitet und kunstvoll präsentiert, sodass das kulinarische Erlebnis sowohl optisch als auch geschmacklich überzeugt.

Der Signature-Labskaus 

Das Degustationsmenü trägt den Namen „Erlebnis“, dazu gibt es eine bemerkenswerte, vorwiegend deutsche Weinbegleitung. Zu den Signatures zählt „Labskaus“, der das norddeutsche Original subtil zitiert und als Paradebeispiel für die kreative Kochkunst der Sührings gilt: Ein Rindstück, kunstvoll zu einer Praline gefaltet, mit einer himmlisch süß-säuerlichen Rote-Beete-Füllung entfaltet den charakteristischen Geschmack des Seefahrergerichts – dessen salzige Fischnote jedoch subtiler durch Ossietra-Kavier von AKI aus Hamburg ergänzt wird. In einer stilvollen Geschenkverpackung kommt danach eine Foie gras, dekoriert wie ein Zimtstern – ein typisches augenzwinkendes Motiv der Sührings.

Seit Anfang an gehören die „Spätzle“ mit Aargauer Bergkäse, wildem Knoblauch und weißen Trüffeln zum festen Menu. Feiner als das schwäbische Original und erstaunlich seidig in der Textur, tragen sie dennoch den vertrauten Geschmack der Heimat. Eine wunderbare Käsesauce, gehäufte Périgord-Trüffel und karamellisiert glasierte Zwiebeln zeigen Geschick und Raffinement. So fungieren die beiden Brüder als hervorragende Botschafter der deutschen Küche im Ausland: Wären alle Köche so kreativ wie Thomas und Mathias Sühring, hätte sie längst globale Anerkennung verdient.