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18. September 2010

Rheingauer Weinlese bringt 2010 weniger Ertrag

2010 wird es weniger Rheingauer Riesling geben als üblich, sagt der Rheingauer Weinbauverband

Die Weinlese im Rheingau hat vereinzelt begonnen: Mancherorts wandern die ersten frühen Traubensorten in die Körbe der Winzer. «Die Hauptlese wird Anfang Oktober beginnen», schätzt Harald Sperling vom Rheingauer Weinbauverband in Eltville. «Wir werden aber weniger Ertrag einbringen als in vergangenen Jahren.»

Jährlich keltern die Rheingauer Winzer nach seinen Angaben im Durchschnitt rund 260 000 Hektoliter Wein. Diesmal liege der Ertrag wohl darunter, glaubt der Experte. «Was auch daran liegt, dass wir ein langes, kaltes Frühjahr hatten». Viele Blüten hätten Schaden getragen.

Im Rheingau gibt es 898 Winzerbetriebe - vom Kleinerzeuger bis zum Großbetrieb, wie Sperling berichtet. «Der eine oder andere nimmt Spezialitäten auf. Aber wir sind eine klassische Riesling-Region», resümiert er als Geschäftsführer des Verbands. Etwa 80 Prozent der Anbaufläche seien mit der beliebten Traubensorte bestückt. «Damit sind wir gut beraten, das passt zur Region.» Der typische Riesling und der rote Spätburgunder sind derzeit noch nicht reif. Die Ernte beginne wohl zwischen dem 8. und dem 12. Oktober, schätzt Sperling.

Momentan bereitet dem Experten allerdings das Wetter Sorgen. «Wir haben derzeit viel Feuchtigkeit, viel zu viel», erklärt er. Die Feuchte lasse die Trauben an der Rebe schnell verfaulen - so wie im Jahr 2006. «Da mussten die Winzer schnell abernten», die Fäulnis habe sich rasch breitgemacht. «Die Gefahr besteht bis zum Schluss», warnt Sperling. «Jetzt muss man abwarten, wie die letzten Tage bleiben. Es sollte auf jeden Fall trocken bleiben und sonnig.»

Rund 3500 Hektar Anbaufläche werden die Winzer der Region dieses Jahr abernten. Zur Weinlese werden wieder Hunderte Erntehelfer in der Region erwartet. Der größte Teil stamme aus dem Ausland, meistens aus Polen, sagt Sperlinger. «Die stehen auf Abruf bereit.» Viele Höfe engagierten immer wieder die gleichen Helfer, ob zur Weinlese oder zum Rebenschnitt. «Das ist eine gewachsene Struktur.»

An den steilen Hängen im unteren Rheingau ist die Fertigkeit der flinken Helfer nötig. Maschinen hätten in der Region kaum Chancen. «Da ist Handarbeit gefragt.» (Julia Kilian, dpa)

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