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21. August 2013

Rheinland-Pfalz streicht Messeauftritt bei der Grünen Woche

Rheinland-Pfalz warb bislang bei der Grünen Woche in Berlin mit einem eigenen Stand für seine Weine und regionalen Produkte. Umweltministerin Höfken streicht den Messeauftritt, Winzerverbände protestieren

Das Land Rheinland-Pfalz wird vom kommenden Jahr an nicht mehr mit einem eigenen Stand bei der weltgrößten Ernährungs- und Landwirtschaftsmesse Grüne Woche vertreten sein. Grund dafür sind Einsparungen, wie aus einer Mitteilung von Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) vom Mittwoch hervorgeht.

Das Ministerium werde auf der Messe in Berlin aber weiterhin präsent sein, sagte Höfken demnach am Dienstag im Umweltausschuss des Landtags. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd und die CDU kritisierten die Entscheidung als unverständlich und nicht nachvollziehbar.

In diesem Jahr hatte der Auftritt des Landes bei der Grünen Woche nach früheren Angaben rund 300 000 Euro gekostet. Rheinland-Pfalz setzte dabei vor allem auf Werbung als Weinland Nummer eins. Noch im Januar hatte Höfken gesagt, die Investitionen lohnten sich ihrer Einschätzung nach. «Es würde auch ein negatives Zeichen setzen, wenn Rheinland-Pfalz auf dieser wichtigen Messe nicht zugegen wäre.» Insgesamt waren mehr als 50 Aussteller aus Rheinland-Pfalz bei der diesjährigen Grünen Woche im Januar vertreten.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd nannte es «aus rheinland-pfälzischer Sicht unverantwortlich, die bedeutendste Verbrauchermesse Europas außer Acht zu lassen». Kritik kam auch von der CDU: «Eine Grüne Woche ohne Rheinland-Pfalz ist wie ein Weinfest ohne Wein», sagte die Abgeordnete Christine Schneider laut Mitteilung. «Für unsere Bauern und Winzer ist die Grüne Woche ein unverzichtbares Forum zur Werbung für die heimischen Produkte.»

Schon in den vergangenen Jahren hatte das Land bei den Messe-Auftritten in Berlin zu sparen versucht. 2012 etwa teilte sich Rheinland-Pfalz mit Baden-Württemberg einen Stand. 2010 war der Messestand abgespeckt worden, weil Zuschüsse der zuvor aufgelösten «Centralen Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft» fehlten. dpa