24. Februar 2010

Rückzug in die Hotel-Höhle

c Albergo Sextantio

Archaische Instinkte feiern hier fröhliche Urstände: Im süditalienischen Matera bleibt der Rückzug in die Höhle keine leere Metapher

Dort liegt eines der außergewöhnlichsten Hotels der Welt. Das Projekt Albergo Diffuso Sextantio "Le Grotte della Civita" geben dem Luxus ein neues Gesicht - eines, das bis auf die Bronzezeit zurückgeht. Die in den steilen Felsen über dem Gravinafluss gehauenen Behausungen wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und beherbergen nun zum Teil Gäste des neuen Hotels.

Ruhe und Einkehr im wahren Sinn des Wortes wird hier leicht, in den 18 weitläufigen, minimalistisch eingerichteten Zimmern und Suiten mit Blick auf das Murgia-Plateau mit seinen Weizenfeldern und den steinernen Kirchen.

Drinnen: handgenähte Leinenlaken, ultramoderne Sanitäreinrichtungen, in die Felswand eingelassene Leuchten und Frühstück in der aufgelassenen Kirche gleich nebenan.

Dahinter steckt Daniel Kihlgren. Der Sohn eines Bauunternehmers hat den gesamten Betonkonzern seines Vaters verkauft und sich der Aufgabe gewidmet, alte Städte vor dem Zerfall zu retten. Sein erstes sehr erfolgreiches Projekt steht in den Abbruzzen - das Hotel Sextantio. Ebenfalls eine Albergo diffuso hoch in den Bergen. Ein Dorf, das er vor dem Verfall gerettet hat und in dem sich nun ein Hotel befindet, dessen Zimmer sich auf den ganzen Ort verteilen. www.sassidimatera.com

Grüße aus der Höhle

Ihr Connaisseur Robert Kropf

Die Kolumne Der Connaisseur