REISE, Honza Klein unterwegs
20. November 2015

Rum, Strände und ein Mönch mit Brille Vielfältiges Koh Samui

Rum, Strände und ein Mönch mit Brille | Vielfältiges Koh Samui

Wenn man bei reisefreudigen Menschen so etwas wie den pawlowschen Reflex auslösen und Fernweh erzeugen möchte, ist die Nennung eines Namens sicherlich ein Schlüsselwort: Koh Samui.

Immerhin 1,2 Millionen Touristen erliegen diesem exotisch klingenden Namen pro Jahr. In der Mehrzahl sind dies übrigens Deutsche. Fast ein Viertel. Vor der Ostküste Thailands gelegen, gut eine Flugstunde von Bangkok, ist schon die Landung auf dem Flughafen ein wenig wie die Ankunft im Paradies. Eine von Palmen überwuchten, sanften Hügeln eingefasste Landebahn. Ein Flughafengebäude, das eher an ein Strandhotel erinnert. Man ist angekommen auf Thailands drittgrößter Insel. Nach Koh Phuket und Koh Chang.

Rum, Strände und ein Mönch mit Brille | Vielfältiges Koh Samui

487 Hotels stehen für die Touristen, die vor allem ab dem Spätherbst die Insel bevölkern, bereit. Jedoch eher kleine Herbergen. Kein Massentourismus. So ist Samui vielleicht der exklusivste Ort, den ein Thailand-Urlauber entdecken kann. Von einigen Luxushotels in Bangkok mal abgesehen. Denn trotz der 41.000 Gästebetten, findet man allerorten einsame Strände. So etwa den Laem Yai Beach am nordöstlichen Zipfel der Insel. Dort arbeitet sein Herbst 2014 Emmanuel Levasseur. An einem Arbeitsplatz, um den ihn viele sicherlich beneiden.

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Schon beim Gang durch die Eingangspforte seines Arbeitsplatzes kann man sich ein bewunderndes Staunen nicht verkneifen. Levasseur ist Chef des Mövenpick Resorts. Der Blick durch den Eingang geht über einen lang gezogenen Pool, an dessen Rand Villen aufgefädelt sind, hinaus auf die See. Insgesamt 50 Villen umfasst das Refugium, was die Zahl der Gäste begrenzt und damit Abgeschiedenheit garantiert.

Direkt am Strand liegt ein weiter von Palmen umsäumter Pool mit der unvermeidlichen Poolbar für den Sundowner. Aber wie heißt es doch so schön: "It's five a clock somewhere." Ein wenig später versinkt die Sonne in den Wogen des Golfs von Siam. Dann lässt sich im zum Meer offenen Restaurant oder auch an einem Tisch direkt am Strand das Abendmahl genießen. Frisch aus dem Meer. Hummer, Krebse, Garnelen, die unterschiedlichsten Fische. Und dazu eine Feuershow, wir sie an vielen Stränden geboten wird.

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Etwa auch am Strand von Fisherman's Village in Bophut. Bars und Restaurant wechseln sind ab, die Flaniermeile bietet allerlei mehr oder minder anspruchsvollen Touristennippes, die Magier der Feuershows sind allgegenwärtig und man kann Lampions mit Kerzen in den Himmel steigen lassen, was den einen oder anderen Wusch erfüllen soll. Jedoch hat man schon mit einem guten Drink in der Hand und dem Blick aufs gleißende Meer den Eindruck, in diesem Moment wunschlos glücklich zu sein.

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Wer dann noch ein wenig mehr Abgeschiedenheit sucht macht vielleicht am nächsten Tag eine Bootstour nach Five Island. Mit dem Schnellboot ist man insgesamt gut fünf Stunden unterwegs und entdeckt dabei unbewohnte Inseln, kann schnorcheln, einen Berg erklimmen, den James Bond Felsen fotografieren, bekommt das Mittagessen in der Natur und tauch an wirklich abgelegenen Stränden ins Meer ein. Doch Vorsicht! Vor allem von Juni bis September teilt man sich das Meer mit Würfelquallen. Die Begegnung kann durchaus tödlich sein. Also dann doch warten, bis man wieder im Hotelpool ist. Zum Beispiel eben im Mövenpick, an dessen Strand ebenso vor den glibbrigen Tieren gewarnt wird.

Bin dann mal wieder unterwegs.

Wer nicht nur am Strand oder Pool liegen möchte kann auf Samui, wie überall in Thailand, etliche Tempel besichtigen, den 15 Meter hohen Big Buddha, der auch einem Strandabschnitt seinen Namen gab, wilde Landschaften im Innern der Insel. Und es gibt eine Kuriosität. Eigenen Inselrum, der in einer kleinen Destillerie namens Magic Alambic im dichten Dschungel von Ban Thale gebrannt wird. Ein französisches Ehepaar hatte 2003 die Idee. Das hochprozentige Getränk gibt es indes ausschließlich auf Samui. Sozusagen ein endemisches Getränk.

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Ein Anziehungspunkt zu dem fast jeder Besucher der Insel pilgert, ist ein 1973 verstorbener Mönch im Tempel von Wat Khunaram. Genauer gesagt seine Mumie, lustigerweise mit Sonnenbrille. Es gibt eindeutig schlechtere Orte auf der Welt um vielleicht für die Ewigkeit als Mumie weiter zu existieren.

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Bin dann mal wieder unterwegs.