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05. August 2010

Schädlingswarner für Winzer gegen Peronospora

Experten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) testen ein computerbasiertes Prognosemodells gegen den Pilz Peronospora

Damit lässt sich vorhersagen, wie sich der Pilz Peronospora, auch falscher Mehltau genannt, auf den Weinstöcken entwickelt. «Er ist einer der hauptschädlichen Pilze im Weinbau», erklärte Heinrich Hofmann vom LWG-Sachgebiet Rebschutz und -physiologie.

Gerade für Bio-Weinbauern kann der Pilz verheerend sein. Er greift Blätter und Trauben der Weinstöcke an. «Der Pilz sorgt dafür, dass die Beeren zusammenschrumpeln», sagte Hofmann. Bio-Winzer dürfen zum Pflanzenschutz aber nur Kupfer einsetzen. Das schütze die Reben aber nicht vor dem falschen Mehltau - jährliche Ertragsausfälle von 20 bis 40 Prozent wegen des Pilzbefalls seien keine Seltenheit.

Aber auch andere Winzer können nach Hofmanns Angaben von dem System profitieren, weil sie bei genaueren Vorhersagen weniger Pestizide einsetzen müssten. Sie würden sich zuerst online über die Pilzentwicklung informieren und dann geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.

Nach Hofmanns Worten ist das System, das mit einer Fülle klimatischer und geologischer Daten gespeist wird, aber nur ein Hilfsmittel. «Die Beobachtung in den Weinlagen ist deswegen trotzdem weiterhin notwendig.»

Bundesweit ist das Prognosemodell bisher nur in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Einsatz. Die LWG-Wissenschaftler füttern die Prognose-Software derzeit mit Daten zu Klima-, Umwelt- und Wachstumsbedingungen in den fränkischen Weinbergen - vom nächsten Frühjahr an könnte das System dann auch Frankens Winzern helfen. Bewährt es sich beim Pilz Peronospora, könnte es - mit einigen Änderungen - später auch den Befall der Reben mit anderen Parasiten genauer vorhersagen. dpa