06. Dezember 2009

Schokolade im Advent

Im Advent jeden Morgen ein Stück Schokolade macht fit für den Tag. Woher kommt eigentlich der Adventskalender?

Was gibt es - außer vielleicht einem Bummel über einen verschneiten Weihnachstmarkt - schöneres in der Adventszeit als den Adventskalender?

Wenn man jeden Morgen ein neues Stückchen Schokolade aus dem Türchen holen kann, dann versüßt das doch den ganzen Tag - und das wirkt nicht nur bei Kindern! Obwohl es immer wieder Ansätze von gesundheitsbewussten Eltern gibt, den Adventskalender mit anderen Überraschungen als der "bösen" Schokolade zu bestücken, die Füllung mit schokoladigen Inhalten hält sich hartnäckig. Das hat seinen Grund: Schokolade macht glücklich und gesund - und das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen.

Kakao enthält anregende Substanzen wie Koffein, aber auch eine Aminosäure, die im Gehirn zu dem Botenstoff Serotonin umgewandelt wird. Serotonin wiederum hebt die Stimmung. Man hat übrigens in der Schokolade sogar einen leicht berauschenden Stoff gefunden, das Anandamid, das ähnlich wirkt wie Haschisch. Oh Gott, also doch wieder ungesund, gar eine Droge. Keine Angst, um eine berauschende Wirkung davon zu spüren, müsste man einige Kilo Schokolade essen - und die passen ja nun nicht in den Adventskalender.

Schokolade macht also wirklich glücklich und ist - in vernünftigen Maßen gegessen - sogar gesund. Das hat sie den in ihr enthaltenen Flavanolen zu verdanken. Flavanole sind Pflanzenstoffe, die den Blutdruck senken und die Gefäße stärken. Dass Schokolade quasi Zauberkräfte verleiht, wussten übrigens schon die Azteken. Die tranken eine Mischung aus Wasser und Kakao bevor sei in den Kampf zogen.

Ein schokoladiger Adventskalender stärkt also auch für den ganzen Tag.

Woher kommt der Adventskalender?

Der erste gedruckte Adventskalender erschien 1904 im Münchner Verlag Gerhard Lang. Lang hatte ihn aus den Erinnerungen an seine Kindheit entwickelt. Seine Mutter hatte in der Vorweihnachtszeit 24 Gebäckstücke auf einen Karton genäht, für jeden Tag eines zum abnehmen und essen.

Der gedruckte Kalender von Lang enthielt allerdings zunächst keine süßen Überraschungen, sondern bestand aus einem Bogen mit 24 Feldern und einem weiteren Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und Aufkleben in die Fenster des ersten Bogens. Allerdings stellte Lang ein paar Jahre später auch schon eine Art Schokoladen-Adventskalender her, das "Christkindleinshaus".

Ab wann es die klassischen Adventskalender mit Schokoladenfüllung gab, darüber streiten die Quellen. Die einen verweisen auf erste Kalender mit Schokoladenfüllung seit Ende der 1930er Jahre, andere erst seit Ende der 1950er. Hinter den Schokoladenbildern war zunächst noch immer ein Bild mit einem Motiv aus der Weihnachtsgeschichte verborgen, das bewahrten den Bezug zur Weinachstszeit.

Doch auch ohne den direkten Bezug auf den Höhepunkt des christlichen Jahres, ein schokoladengefüllter Adventskalender versüßt die Wartezeit auf Weihnachten - und vielleicht kann man beim allmorgendlichen kleinen Genuss auch einfach kurz einmal daran denken, wie gut es einem geht - und dass man von der eigenen Freude auch jeden Tag ein bisschen abgeben kann. Das ist ein Gedanke, der sehr gut zu Weihnachten passt.

Euer

Philip Aczel