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12. September 2009

Schwammerl-Saison beginnt ohne Pilze

Die diesjährige Schwammerl-Saison lässt auf sich warten

«Es ist dramatisch, es gibt fast keine Pilze», sagte der Vorsitzende des Augsburger Pilzvereins, Günther Groß, der dpa. Der August war zu trocken, jetzt seien die Nächte schon zu kalt. «Wir hoffen, dass es nachts wärmer wird und regnet.» Erste Steinpilze und Pfifferlinge habe es im Juni schon gegeben, aber jetzt, mit dem Beginn der eigentlichen Pilz-Saison, schaue es in ganz Bayern schlecht aus. «Wir wissen gar nicht, wo wir die Pilze für unsere geplante Ausstellung herbekommen sollen», sagte Groß.

Vereinzelt seien derzeit nur minderwertige Speisepilze wie Täublinge oder Morcheln im Wald zu finden. An morschen Baumstämmen wuchern zwar Pilze, weil im Holz die Feuchtigkeit gespeichert sei. Sie sind aber ungenießbar. «Ich war unlängst eine Stunde im Wald und habe gerade mal fünf Pilze gefunden», beschreibt Groß die Schwammerlflaute. Die beliebten und hochwertigen Speisepilze wachsen derzeit einfach nicht. «Wir müssen noch warten und hoffen.» Nur wenn es wärmer werde und Regen falle, könnten die Schwammerl sprießen.

In ganz Bayern kann man bei Pilz-Exkursionen das Schwammerlsuchen lernen. «Wir gehen in kleinen Gruppen in den Wald und gehen intensiv auf die gefundenen Pilze ein», sagt Groß. Das Lernen vor Ort sei neben der üblichen Pilzberatung am effektivsten. «Relativ gefährlich kann es werden, nur aus Büchern das Schwammerl-Bestimmen zu lernen», warnt Groß. Ohne Vorkenntnisse bringe ein Pilzbuch wenig.

Am besten sei die traditionelle Art, wenn Eltern mit ihren Kindern in den Wald gehen und ihnen beibringen, wo die Speisepilze gesucht werden sollten und welche Merkmale für die sichere Auswahl wichtig sind. «Doch bei vielen Erwachsenen ist das Wissen nicht mehr so gut», sagt Groß. Deshalb bieten die Volkshochschulen Schwammerl-Kurse an.