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02. Mai 2009

Silvaner: Seit 350 Jahren Wein in Deutschland

Der Silvaner, eine der berühmtesten alten Standard-Rebsorten, feiert in diesem Jahr in Deutschland seinen 350. Geburtstag

Seine Existenz in einem deutschen Weinberg ist erstmals für 1659 in Castell bei Würzburg nachgewiesen. Von dort breitete er sich vor allem in Franken, Rheinhessen und in der Pfalz aus, wo er allerdings in den vergangenen Jahren an Bedeutung eingebüßt hat. Er duftet nach Stachelbeere, Birne oder nach Heu und kann sich auf schweren Böden zu einem gehaltvollen, körperreichen Wein mit ausgeprägten Duftnoten entwickeln. Wegen ihrer milden Säure liefert die schwere und kompakte Silvaner-Traube, deren Herkunft in Südosteuropa vermutet wird, die Grundlage für einen frischen Wein, der gut zu Fisch, Salat, Spargel oder zu opulenten Speisen passt.

In Rheinhessen, dem größten deutschen Silvaner-Anbaugebiet mit einer Rebfläche von 2468 Hektar ­ das sind fast zehn Prozent der gesamten Anbaufläche zwischen Mainz, Worms und Alzey ­ ist der Silvaner eine «Leit-Rebsorte». Seit den 80er Jahren wird unter dem Begriff «RS Rheinhessen-Silvaner» ein trockener Wein ausgebaut, dessen Erzeugung strengen Qualitätsrichtlinien unterliegt. Ein Golfturnier für Jedermann am 8. Mai in Mommenheim, die «Rheinhessen- Silvaner-Open», soll auf diese regionale Spezialität im Jahr des 350. «Silvaner-Geburtstages» hinweisen.

Doch die eigentliche Geburtstagsfeier für diese alte Rebsorte fand bereits am 15. April in Castell bei Würzburg statt - an jener Stelle, an der erstmals Silvanerreben nachgewiesen worden waren. Mitte September folgt in Würzburg ein Fachsymposion. Dazwischen liegen allein in Franken rund 200 Veranstaltungen zum Thema Silvaner ­ aber auch in Rheinhessen wollen Verbände, Vereine und Kommunen den Silvaner hochleben lassen.

In Franken hat der Silvaner heute noch den höchsten Stellenwert: Er wird auf 1261 Hektar und damit auf 20,7 Prozent der fränkischen Gesamt-Rebfläche angebaut. In Rheinhessen sind es 9,4 Prozent, in der Pfalz (867 ha) 3,7 Prozent. Bundesweit sind von den 102.026 Hektar Rebfläche etwa 5260 Hektar mit Silvanerreben bestockt. dpa