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14. Juni 2017

Slow Food Deutschland feiert Jubiläum 25 Jahre Slow Food

Slow Food Deutschland feiert Jubiläum | 25 Jahre Slow Food

Ein viertel Jahrhundert Bewusstseinsbildung für gute, saubere und faire Lebensmittel und nachhaltiges Essen - Festakt zum Jubiläum - Tag des Schulgartens - 122 Schulgärten öffnen am 20. Juni.

"Es gibt noch viel zu tun, um die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, zukunftsfähig zu machen", sagt Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Sorten- und Geschmacksvielfalt statt industrieller Monotonie. Leidenschaft, traditionelles Handwerk und landwirtschaftliche Erzeugnisse statt Fließbandarbeit. Verantwortungsvolle Verbraucher mit Sinn für Genuss statt Konsumenten, die sich von Nahrungsmitteln und deren Erzeugern entfremdet haben. Dafür steht Slow Food Deutschland.

In den 25 Jahren seines Bestehens hat der Verein in Deutschland viel erreicht: Mit gut 14.000 Mitgliedern und zahlreichen Unterstützern ist Slow Food eine relevante Stimme geworden, die inzwischen auch in der Politik Gehör findet. "Mit unseren Projekten und Veranstaltungen schaffen wir es, Menschen für das Thema regionale und nachhaltig produzierte Lebensmittel zu sensibilisieren", sagt Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende in Deutschland. "Unser Ziel ist jedoch ein nachhaltiger Systemwechsel in der Lebensmittelproduktion, der aus unserer Sicht unausweichlich ist. Wertschätzung und Verantwortung, Genuss und Freude am Essen sollen wieder einen größeren Stellenwert erhalten."

Der Verein bringt Lebensmittelerzeuger und Bürger miteinander in Kontakt. Er vermittelt Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln, schult die Sinne und will Transparenz erreichen, damit Verbraucher nachvollziehen können, woher ihre Lebensmittel stammen. "Das ist keine leichte Aufgabe, aber wir gehen ihr mit Leidenschaft nach", sagt Ursula Hudson. "Unsere Ernährung ist eng verknüpft mit Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verlust von Biodiversität. Wollen wir diese großen Aufgaben bewältigen, muss ein gesamtgesellschaftliches Umdenken stattfinden. Wir brauchen eine Politik, die Ernährungsfragen ganzheitlich sieht. Landwirtschaft, Fischerei, Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz und Stadtentwicklung sind nicht isoliert zu betrachten - und zwar nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene." Dafür wird sich Slow Food Deutschland auch in Zukunft einsetzen.

Der Verein möchte insbesondere regionale Strukturen stärken und wieder aufbauen: Lokale, landwirtschaftliche und handwerkliche Produktionsstätten wie Bäckereien oder Metzgereien sind in vielen Regionen der Zentralisierung zum Opfer gefallen. Getreidemühlen, Schlachthöfe, Molkereien und zum Teil auch Ölmühlen gibt es nicht mehr. Kleinteilige Netzwerke und Produktionsprozesse sowie der Erhalt traditioneller Produkte wirken sich wirtschaftlich positiv auf ländliche Räume und Gemeinschaften aus und kommen auch dem Erhalt von Biodiversität, regionaler Ökosysteme und Kulturlandschaften zugute. Dafür braucht es aktives Handeln auf der politischen und gesellschaftlichen ebenso wie auf der individuellen Ebene.

Um seine Ziele zu erreichen, wird Slow Food seine Bildungsarbeit und bundesweiten Aktionen weiter vorantreiben und die Verbraucher wieder an die Prozesse der Lebensmittelerzeugung und an die globalen Ernährungszusammenhänge heranführen. Besonders angesprochen werden Kinder und Jugendliche - denn ihnen gehört die Zukunft. Der offizielle Festakt für das Vereinsjubiläum von Slow Food Deutschland findet auf Einladung der Bürgermeisterin und Bremer Senatorin für Finanzen, Karoline Linnert, am 16. Juni 2017 im Bremer Rathaus statt. Übersicht der Jubiläumsveranstaltungen unter www.slowfood.de/25_jahre

Tag des Schulgartens - 122 Schulgärten öffnen am 20. Juni

Nicht nur in Deutschland erlebt der Schulgarten eine Renaissance. Dieser besondere Lernort gewinnt in unserer modernen Gesellschaft, in der die Menschen durch Digitalisierung und Globalisierung, Inklusion und Integration vor große Herausforderungen gestellt sind, immer mehr an Bedeutung. Um der Öffentlichkeit zu zeigen, was Schulgärten ganz konkret leisten und welches Potenzial sie besitzen, lädt die Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten e. V. in Kooperation mit Slow Food Deutschland e. V. Schulen und andere Institutionen, die Garten-Bildungs-Arbeit leisten, am 20. Juni ein, ihre Tore zu öffnen und die Vielfalt der Schulgärten sichtbar zu machen.

Von Baden-Württemberg bis Sachsen setzen Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zahlreiche Aktionen am "Tag des Schulgartens" um. Die Schülerinnen und Schüler führen Interessierte durch ihre Gärten und bieten selbst hergestellte Produkte wie Radieschenbrot und Honig an. An einigen Schulen gibt es Pflanzenflohmärkte, Spatenversteigerungen oder Spiele wie ein Duftquiz. Die Vielfalt an Mitmachaktionen lädt die Besucherinnen und Besucher ein, ihr eigenes Wissen rund ums Gärtnern zu erweitern und mit anzupacken - auf einer Forscherstation am Komposthaufen, während des Herstellens von Ringelblumensalbe und Kräutersalz sowie beim Bau von Mandalas aus Naturmaterialien und dem Verteilen von selbst hergestellten Wildblumen-Samenbällchen auf dem Schulhof.

In der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule Weinstadt wird eine Elterngartenschule vorgestellt, im Agricolagymnasium Hohenmölsen hingegen gibt es etwas Theorie und zwar zum Thema "Zeitgemäße Schulgartenarbeit - Was ist das überhaupt?" und die IGS Oppenheim bietet eine Lehrerfortbildung zum Thema Gärtnerische Kreislaufwirtschaft an. Slow Food Deutschland, das Slow Mobil Karlsruhe und das Gartenbauamt Karlsruhe schenken der Eichendorffschule in Karlsruhe zum Tag des Schulgartens die Bepflanzung von drei Hochbeeten. Anlässlich der Übergabe wird mit den Kindern das Gemüse und die Kräuter geschnippelt, gebrutzelt und gekocht, welche es im Hochbeet zu bestaunen gibt.

Die am Aktionstag teilnehmenden Schulen laden die Presse ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter aus Lokalpolitik und ihre Kooperationspartner ein. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten e. V. veröffentlicht visuelle Eindrücke des "Tag des Schulgartens" im Anschluss unter www.bag-schulgarten.de. Alle teilnehmenden Schulen erhalten außerdem eine Urkunde. Am 22. Juni lädt die Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten e. V. in Kooperation mit Slow Food Deutschland e. V. zum ersten Bundesschulgartentag in Berlin ein. Auch hier werden die Aktionen vom "Tag des Schulgartens" präsentiert und gewürdigt.