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21. Juni 2009

Slow Food nimmt Klingelberger in die Arche des Geschmacks

Foto: Slow Food/Rosenbaum

Die Arche des Geschmacks, in die Slow Food weltweit Nutztiere, Nutzpflanzen und vom Vergessen bedrohte Produkte rettet, hat als neuen Passagier den Klingelberger 1782

Damit erweist Slow Food einem Wein, der im 18. Jahrhundert auf dem Klingelberg bei Schloss Staufenberg erstmals durch den damaligen Markgraf Carl Friedrich von Baden angebaut wurde, eine Reverenz. Der Klingelberg war der erste sortenreine Weinberg in ganz Baden. Die besondere Qualität des Rieslings vom Klingelberg machte die lokale Bezeichnung Klingelberger zu einem Synonym für guten Riesling aus der mittleren Ortenau.

Der Klingelberger liebt das besondere Kleinklima an den Steilhängen der Ortenau, die Ausrichtung nach Süden, die langen Reifezeiten, die kühlen Nächte. So ist es vor allem die mühevolle und schwierige Bewirtschaftung und die höhere Wirtschaftlichkeit anderer Sorten, die bei Slow Food den Grund zur Gefährdung sehen ließen.

Der weltweiten Bewegung ist es wichtig, regionale Spezialitäten zu bewahren wie zum Beispiel das Hohenloher Rind oder die Schwäbische Linse. Die Ortenauer Rieslinge gelten aufgrund der moderaten Säurestruktur als sehr vielseitig. Auch international sind sie hochgeschätzt. Die Arche des Geschmacks bewahrt somit das kulinarische Erbe der Regionen. In Deutschland sind es aktuell rund 30 Passagiere, darunter jetzt auch der Klingelberger Riesling.

Nachdem die Arche-Kommission grünes Licht gegeben hatte, wurde von Bernhard Prinz von Baden auf dem Weingut Schloss Staufenberg in Durbach die Aufnahme des Klingelbergers besiegelt. Der Nachfahre des Begründers dieser Weintradition ist selbst engagiertes Slow-Food-Mitglied und sicherte zu, dass mit 2,5 Hektar Anbaufläche der Klingelberger das Kernstück des markgräflichen Weinguts in Durbach bleibe.

Sichtbares äußeres Zeichen zum Erhalt dieser Ur-Rebsorte Riesling sind spezielle Flaschenfüllungen des Jahrgangs 2008 unter dem Titel Klingelberger 1782. Eine Jury unter unter Vorsitz des Slow-Food-Conviviumleiters und langjährigen Ortenauer Landrates Klaus Brodbeck hatte eine Blindverkostung der Weine durchgeführt.

Die harten Kriterien für den Klingelberger Riesling 1782 aus dem Jahrgang 2008 erfüllten das Weingut Andreas Laible, Weingut Heinrich Männle, Weingut Andreas Männle, Weingut-Weinhaus Schwörer GmbH, Weingut Vollmer, Weingut Schloss Staufenberg, Durbacher Winzergenossenschaft, Weingut Graf Wollf Metternich, alle Durbach sowie die Oberkircher Winzergenossenschaft und das Weingut Schloss Ortenberg. Künftig sollen jedes Jahr die Klingelberger Rieslinge mit dem Titel Klingelberger 1782 aufgelegt werden.